Stress in der Schule Verzweifelte Mädchen

Von wegen sorgenfreie Kindheit: Die Arbeitsbelastung in der Schule setzt Kindern zu. Mädchen leiden mehr darunter als Jungen. Die Symptome sind vielfältig.

Sie bekommen die besseren Noten und machen öfter Abitur. Aber Mädchen leiden einer aktuellen Umfrage zufolge deutlich stärker unter Schulstress als Jungen. 38,2 Prozent der Schülerinnen berichteten von psychosomatischen Beschwerden, bei den Schülern waren es 21,3 Prozent, teilte die Krankenkasse DAK in Hamburg mit. Das Institut für Psychologie und das Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg hatten für die Studie fast 4500 Schüler an 15 Schulen in 4 Bundesländern befragt.

Mädchen leiden stärker unter Schulstress als Jungs.

(Foto: Foto: dpa)

Besonders groß sei der Geschlechterunterschied bei Kopfschmerzen. Darüber klagen nur 8,4 Prozent der Jungen, aber 25,3 Prozent der Mädchen. Zeitliche Schwerpunkte der Beschwerden sind der Studie zufolge die Pubertät und der Übergang in das Berufsleben. Während bei Jungen nach dem 12. Lebensjahr keine weitere Zunahme von Beschwerden mehr zu verzeichnen ist, werden sie bei Mädchen ab 15 Jahren kontinuierlich stärker.

Insgesamt wurden Einschlafprobleme (22 Prozent) und Gereiztheit (21 Prozent) am häufigsten genannt. Es folgen Kopf- und Rückenschmerzen mit jeweils 16 Prozent sowie Niedergeschlagenheit mit 14 Prozent. Der Studie zufolge klagen in Schulen mit einem schlechten Klassenklima überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche über Beschwerden. In solchen Schulen fühlt sich mehr als jeder Zweite verzweifelt. "Die Gesundheit vieler Jungen und Mädchen leidet unter schulischen Belastungen", teilte der DAK-Experte Cornelius Erbe mit.

Lehrer und Eltern müssten solche Probleme offen angehen. "Schweigen und Verdrängen macht alles noch schwieriger."