Von wegen mehr Mobilität: Bachelor-Studenten bleiben überwiegend daheim, belegt eine aktuelle Studie. Für Auslandserfahrungen während des Studiums fehlt vielen einfach die Zeit. Ob sie an internationale Universitäten wechseln, hängt auch von ihren Fächern ab.
In den neuen Bachelor-Studiengängen haben Studenten Mühe, Auslandsphasen unterzubringen. Sie fühlten sich "unter einem erheblichen Zeitdruck", heißt es in einer Studie des Hochschul-Informations-Systems im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Bei Bachelor-Studenten gebe es ein "anhaltend niedriges Mobilitätsniveau". Derzeit hätten nur 16 Prozent der Uni-Bachelor- und 17 Prozent der Fachhochschul-Bachelor-Studenten Erfahrungen im Ausland gesammelt - und darin sind nicht nur Studienaufenthalte an einer Hochschule, sondern auch kürzere Praktika, Sprachkurse oder Projekte enthalten. Bei früheren Umfragen lag das Niveau im Bachelor-Studium ähnlich niedrig.
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Der Zeitdruck ist vielen Studenten zu groß. Auf ein Auslandssemester verzichten sie deshalb lieber. (© dapd)
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Diese Durchschnittswerte beim Bachelor täuschen allerdings darüber hinweg, dass Studenten in höheren Semestern und in anschließenden Master-Studiengängen häufiger über Auslandserfahrung verfügen. Viele brauchen dann allerdings mehr Zeit für ihr Studium als vorgesehen.
In der Regel sollen Bachelor-Studenten schon nach sechs Semestern ihren Abschluss schaffen. Innerhalb dieser Zeit sind Auslandsphasen nur schwer zu schaffen. Die befragten Studenten berichten von stark strukturierten Studienplänen, die ihnen kaum Luft ließen für einen Wechsel. Fast zwei Drittel derer, die ins Ausland gehen, bleiben dort nicht länger als ein halbes Jahr, ein Viertel nicht länger als drei Monate.
Der Deutsche Hochschulverband kritisiert die neuen Studiengänge: Die Reformziele seien verfehlt worden, die alten Magister- und Diplom-Studiengänge seien besser gewesen. Dagegen betonte der DAAD, dass ein Vergleich zwischen den Studiensystemen schwierig sei, weil es bei Magister und Diplom mehr ältere Studenten in höheren Semestern gebe. Die neue Studie, die auf einer repräsentativen Stichprobe und einer Befragung von 14.000 Studenten beruht, verzichtet auf einen direkten Vergleich.
Dafür differenziert sie die Mobilität nach Fachrichtungen. Bei Wirtschaftswissenschaftlern gibt es überdurchschnittlich viele Studenten mit Auslandserfahrung. Bei Mathematikern, Naturwissenschaftlern, Sprach- und Kulturwissenschaftlern ist der Anteil dagegen rückläufig, bei Ingenieuren und Sozialwissenschaftlern stagniert er.
Außerdem kann die Schulzeitverkürzung an Gymnasien (G 8) nach den Erfahrungen von Austauschorganisationen auch bei Schülern das Interesse an einem Auslandsjahr dämpfen. Viele Jugendliche und Eltern seien verunsichert, heißt es bei der Organisation "Youth for Understanding".
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(SZ vom 26.08.2011/holz)
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Das mit Bachelor-Master war ja eigentlich so gedacht, dass die Wirtschaft für die Bachelors weniger Einstiegsgehalt zahlen muss. Ausbilden muss man sie ja eh selbst.
Das davon jetzt auch "ernstzunehmende" Studiengänge wie Mathematik und Ingenieurwissenschaften erfasst werden, tut schon ein bisschen weh, denn da sind sowohl die Bachelors wie auch die Masters Mangelware. Und so ein paar Doktoren und länger studierte braucht man schon auch, wenn man vor den Chinesen bleiben will.
Und wenn diese Studis dann aus Zeitmangel noch die wichtigen Praktika und Aulandsaufenthalte sausen lassen ... und man sie trotzdem noch "viel zu teuer" bezahlen muss, dann ist der Schuß doch irgendwie nach hinten los gegangen.
Aber wenigstens sind die Abschlüsse jetzt einheitlich (da freut sich der Bildungsbürokrat), zwar nicht europaweit auf wenigsten zwischen den Studienrichtungen. One size DOES fit all :-) Endlich economies of scale - McK und BCG approve!
Was soll denn das, laubt der Autor denn wirklich ein Bachelor benötigt ein Auslandssemester / -Praktikum ?
Sehr witzig !
Das sind Sachbearbeiter und Vertiebler, die brauchen maximal einigermaßen gut Englisch zu können, aber keiner von denen muss die deutsche Grenze von der anderen Seite gesehen haben. Und Forschung... mit einem Bachelor ? haha (gekünsteltes haha, bitte !)
Das gerade die Naturwissenschaftler weniger ins Ausland gehen ist ganz klar. Das ist früher immer erst im Hauptstudium, also nach dem Vordiplom passiert. Das ist bei diesen Fächern auch grundsätzlich empfehlenswert, aus rein fachlicher sicht.
Wenn Die Studenten jetzt aber das Vordiplomniveau erreichen, ist der Bachelor ja schon fast wieder vorbei. Daher werden viele erts im Master ins Ausland gehen, falls sie denn einen Master machen dürfen...
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