Einkommensunabhängige Stipendien fördern nicht die Reichen, sondern entlasten die Fleißigen. Ein Ersatz für Bafög sind sie nicht. Der Staat muss auch leistungsschwache Studenten unterstützen.
Eine Stipendienkultur muss sich in Deutschland erst entwickeln, die Bundesregierung setzt dafür jetzt die richtigen Anreize. Auf jeden Euro, den die Hochschulen von Unternehmen einwerben, legt der Staat einen Euro drauf. Davon werden viele Studenten profitieren, die bisher allein mit Nebenjobs, Bafög oder dem Geld der Eltern auskommen mussten.
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Gäbe es Bafög nicht, würden viele Abiturienten sich gar nicht auf ein Studium einlassen. (© ddp)
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Stipendien sind ein Signal an die Studenten, dass sie als Erwachsene ernst genommen und für gute Leistungen belohnt werden. Die neuen Stipendien können auch Bafög-Empfängern zugute kommen, die sich im Studium auszeichnen. Es geht nicht um eine Förderung der Reichen. Es geht um eine Entlastung der Klugen und Fleißigen.
Besser wäre es dennoch gewesen, hätte man das Stipendiengesetz zeitgleich mit einer Erhöhung des Bafög beschlossen. Nun gehen die meisten Studenten erst einmal leer aus; die Stipendien sind für sie ja zunächst nur eine vage Option, kein sicherer Anspruch.
Ohne Bafög würden viele, die aus ärmeren Familien kommen, ein Studium gar nicht erst wagen. Das Bafög orientiert sich an der Bedürftigkeit der Familien; die neuen Stipendien sind nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Nun werden die geplanten Verbesserungen beim Bafög durch den ewigen Finanz-Hickhack zwischen Bund und Ländern blockiert - obwohl es niemanden gibt, der die Bafög-Pläne inhaltlich für falsch hält.
Es ist gut, wenn sich in Zukunft mehr Unternehmen und Privatleute an der Finanzierung des Studiums beteiligen. Den Staat enthebt das jedoch nicht von seiner Verantwortung, auch denen zu helfen, die kein Stipendium abbekommen. Die neuen Stipendien dürfen nicht der Anfang vom Ende des Bafög sein.
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(SZ vom 10.07.2010/holz)
Eurovision Song Contest
..die Reichen haben nämlich den Vorteil, dass sie neben dem Studium nicht noch ihr überleben sichern müssen...das müssten sie auch wissen Herr Schulz. Diejenigen die sich nebenbei nicht mit so unwichtigen Dingen wie Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes beschäftigen müssen, haben größere Chancen auf gute Noten... Das Prinzip der Elitenförderung ist kompletter Unsinn. Wir brauchen mehr gut Gebildete, nicht wenige sehr gut Gebildete.
Sowas ähnliches. Leider kann man die Kosten eines Studienkredits später nicht voll von der Steuer absetzen. Bafög ist ziemlich untauglich, da es Studenten kaum noch bekommen. Gerade in der "unteren Mittelschicht" mit knappem Budget sind die Eltern schnell zu reich für Bafög und nicht reich genug, jeden Monat 600€ in bar abzudrücken.
Wenn Sie z.B. die Differenz zwischen Kindergeld incl. Elternzuschuss und realem Bedarf von mindestens 600€ als zinsgünstiges Darlehen vom Staat bekommen könnten und die volle Tilgung später von der Steuer absetzen, dann bringt Sie das finanziell sicherlich nicht um. 300€ Differenz im Monat, 6 Jahre, 35-40% Spitzensteuersatz sind auch als Berufsanfänger nicht unüblich... Vollkosten 21.600€, nach Steuer 13.600€. Das ist weniger als die meisten fürs erste "richtige" Auto des Berufslebens ausgeben.
Meinen Sie sowas wie einen Studienkredit?
Ob es wirklich die Klugen und/oder Fleißigen sind, die die guten Noten haben und damit ein Stipendium bekommen?
Fleiß allein genügt sicher nicht in den meisten Studiengängen. Es braucht auch eine gewisse Begabung.
Klugheit ist auch nicht das was die guten Noten bringt. Sie kann teilweise sogar hinderlich sein. Wer die Vorlesungsinhalte seines Professors aufsaugt und reproduziert kann i.a. mit guten Noten rechnen. Wer klug genug ist um in der Argumentation seines Professors Fehler zu finden, muss entweder angepasst genug sein um den Mund zu halten oder wird i.a. mit schlechten Noten bestraft.
Belohnt werden also vorwiegend die, die gut funktionieren und nicht die die gut sind.
Gruß vom Kauz01
Wie schaut das eigentlich aus mit dem Stipendium. Gibt es das zusätzlich oder wird das bei BaFöG-Empfängern als Einnahme mit dem BaFöG verrechnet und bringt damit wieder nur den Kindern reicher Eltern was?
Gruß vom Kauz01
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