Stimmung am Arbeitsplatz Unhöflichkeit macht unhöflich

Schlecht gelaunte Kollegen können die Stimmung einer ganzen Abteilung oder Firma vergiften.

(Foto: iStock)
  • Eine neue Studie beweist: Miese Laune am Arbeitsplatz ist ansteckend.
  • Es gibt jedoch Strategien, um der geballten Griesgrämigkeit von Kollegen zu begegnen.
Von Christina Waechter

Manche Kollegen haben es einfach drauf. Sobald man sich ihnen nähert, spürt man, wie einem das letzte Quäntchen gute Laune, Kreativität und Freundlichkeit abhandenkommt. Als würde man sich einem Staubsauger nähern, der alles aufsaugt, was positiv ist. Und das ist kein irrationaler Eindruck armer Gefühls-Hascherl. Wer am Arbeitsplatz mit unhöflichem Verhalten konfrontiert ist, lässt sich davon anstecken und gibt es weiter. Das haben Forscher der University of Florida in einer Studie festgestellt.

Ansteckendes anstrengendes Verhalten

Dafür wurden 90 Doktoranden beobachtet, während sie mit Kommilitonen verhandelten. Diejenigen, die ihre Verhandlungspartner im Anschluss an die Übung als unhöflich bewerteten, wurden von nachfolgenden Partnern häufiger selbst als unhöflich bewertet. Dieser Effekt war sogar dann festzustellen, wenn zwischen den beiden Terminen eine Woche verging.

Wenn wir unhöfliches Verhalten erleben, macht uns das aber auch sensibler für das Thema. In einer zweiten Studie wurden 47 Studenten darauf getestet, wie schnell sie Begriffe in einer Liste mit echten und erfundenen Wörtern identifizieren können. Bevor die Studie begann, beobachteten Teilnehmer eine von zwei gespielten Begegnungen zwischen einem zu spät kommenden Studienteilnehmer und dem Studienleiter. Wenn der Leiter der Studie unhöflich zu dem verspäteten Teilnehmer war, konnten die Studienteilnehmer unhöfliche Worte sehr viel besser identifizieren als die Vergleichsgruppe, die eine höfliche Interaktion beobachtet hatte.

Schlechte Laune ist ansteckender als gute

Dass schlechte wie gute Laune nicht nur durch unsere innere Gefühlswelt entsteht, ist schon lange bekannt. So haben Psychologen herausgefunden, dass unsere Stimmung direkt mit unserer Körperhaltung korreliert: Sitzen wir zusammengesunken und mit gekrümmtem Rücken am Schreibtisch, wirkt sich das negativ auf unseren Gemütszustand aus. Umgekehrt hebt eine aufrechte Sitzhaltung unsere Stimmung.

Da wir Menschen die Mimik und Gestik unserer Mitmenschen spiegeln, passiert es, dass wir mit der Gestik auch ihre Gefühle übernehmen - besonders, wenn wir uns diesen Personen nahe fühlen.

"Wärst du so lieb?"

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