Dadurch breitet sich der Hang zum Verkomplizieren wie eine Seuche aus. Denn er ist ansteckend: "Das Ganze ist ein Nachahmer-Effekt", sagt Pospiech. Die neuen Studenten versuchten, so zu klingen wie die alten Hasen und schössen dabei übers Ziel hinaus.

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Damit tun sie sich aber keinen Gefallen: Denn sie machen den Stoff komplizierter, als er eigentlich ist, und erschweren sich so das Lernen unnötig. "Ich schmälere damit ja auch meinen Lerneffekt", sagt Pospiech. Denn wer die Dinge in Nebel hüllt, werde nie klarsehen.

Schwierige Einfachheit

Die Dinge einfach und klar dazustellen, ist dabei alles andere als einfach. Denn es setzt Verständnis voraus, erläutert Pospiech. Nicht selten entsteht eine Hausarbeit schließlich so: Man nehme Zitate aus fünf bis zehn Büchern, baue sie zusammen, und fertig ist die Laube.

Wer seinen Text dagegen eigenständig formuliert, muss tatsächlich begriffen haben, worum es geht. Das Nacherzählen der Literatur sei daher eine "Todsünde" beim wissenschaftlichen Arbeiten, warnt das Institut für Soziologie der Uni Jena in einem Leitfaden.

Studenten gewöhnen sich das Phrasendreschen und Nachplappern also besser schnell ab, wenn sie wirklich etwas lernen wollen. "Ich bin als Student nicht die Wurstfabrik, die das Kleingeschnetzelte aus den Werken anderer macht", sagt Pospiech. "Um im Bild zu bleiben: Ich muss das alles erstmal durchkauen."

Studenten sind nicht die Wurstfabrik

Studenten dürfen Einfachheit aber nicht mit Belanglosigkeit verwechseln: Es geht dabei nicht um unbestimmte subjektive Eindrücke nach dem Motto "Mir kam das beim Lesen irgendwie ein bisschen komisch vor". Auch dürften Studenten einen Sachverhalt nicht unzulässig vereinfachen oder verknappen, erklärt Brink.

Wer diese Dinge beachtet, profitiert davon auch später in der Prüfung. Denn spätestens dann fliegt es in der Regel auf, wenn das Wissen von Studenten nur aus heißer Luft besteht. "In einer mündlichen Prüfung zum Beispiel merkt ein Prüfer das sofort, wenn einer nicht wirklich verstanden hat, wovon er redet", sagt Brink.

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  1. Viele Worte, nichts dahinter
  2. Sie lesen jetzt Seuche des Verkomplizierens
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(sueddeutsche.de/dpa/Tobias Schormann/holz/mel)