Von Birgit Taffertshofer und Tanjev Schultz

Wissenschaftler und Politiker wollen den Exzellenzwettbewerb der deutschen Unis über 2011 hinaus fortsetzen: In Zukunft soll darin auch die Qualität der Lehre stärker berücksichtigt werden.

Die führenden Wissenschaftsorganisationen wollen die Exzellenzinitiative über 2011 hinaus fortsetzen. Bund und Länder sollten die Mittel für den Wettbewerb der Universitäten sogar um 20 bis 30 Prozent erhöhen, heißt es in einem Konzept, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat am Freitag vorstellten.

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Die Auszeichnung von Elite-Unis ist umstritten: Einigkeit herrscht jedoch über den Plan, die Qualität der Lehre im Wettbewerb stärker zu berücksichtigen. (© Foto: dpa)

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Bisher wird das Programm für die Spitzenforschung mit 1,9 Milliarden Euro gefördert. Außerdem müsse die Qualität der Lehre künftig eine größere Rolle in dem Wettbewerb spielen. Fördermittel sollen flexibler verteilt werden können.

An einigen Stellen müsse der Wettbewerb "nachjustiert" werden, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider. Die Exzellenzinitiative war 2005 von Bund und Ländern nach langen Verhandlungen gestartet worden, um die Forschung an den deutschen Universitäten zu stärken.

Der Wettbewerb hat drei Förderlinien: Neben den "Zukunftskonzepten" von neun Elite-Universitäten wurden in den vergangenen zwei Jahren Graduiertenschulen für die Ausbildung von Doktoranden und sogenannte Exzellenzcluster prämiert, in denen Universitäten und außeruniversitäre Institute zusammenarbeiten.

"Faire Chancen für die Neuen"

Die Exzellenzinitiative habe den deutschen Hochschulen großen Aufwind gebracht, sagte DFG-Präsident Matthias Kleiner. Bei einer Neuauflage müssten nun die Voraussetzungen für einen "fairen Wettbewerb zwischen Fortsetzungs- und Neuanträgen" geschaffen werden.

Umstritten ist vor allem die dritte Förderlinie des Wettbewerbs, die Auszeichnung sogenannter Elite-Universitäten. Politiker und Forscher im Norden und Osten der Republik fürchten, abgehängt zu werden. Von den derzeit neun Elite-Universitäten kommen sechs aus Bayern oder Baden-Württemberg.

"Nötig sind faire Chancen für neue Kandidaten", sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Auch Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte, zwischen bereits geförderten und neuen Bewerbern müsse in einem neuen Wettbewerb differenziert werden. Auch künftig dürfe es aber nicht mehr als etwa zehn Elite-Universitäten in Deutschland geben.

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