Beckmann: Es kann schon sein, dass der ein oder andere versucht, sein eigenes Image aufzupolieren. Aber das geschieht allein aus Hilflosigkeit, weil es eben keine Möglichkeit gibt, direkt zu reagieren und Dinge richtigzustellen.
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sueddeutsche.de: Sie haben dem Portal den "Nassen Schwamm" verliehen, den Negativpreis der Lehrer für den "bildungspolitischen Tiefschlag des Jahres". Hätte es nicht andere bildungspolitische Themen gegeben, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, etwa die Diskussion um Pro Reli in Berlin?
Beckmann: Um andere bildungspolitische Themen haben wir uns in den Jahren zuvor gekümmert. 2008 etwa hat Dieter Bohlen den Preis bekommen, weil wir es nicht in Ordnung finden, wie er in seiner Sendung "Deutschland sucht den Superstar" mit Jugendlichen umgeht. spickmich.de hat den Preis deshalb verdient, weil wir uns gegen Aburteilungen wehren, die allein auf Stimmungslagen und Meinungsmache basieren. Lehrer werden dort der Lächerlichkeit preisgegeben.
sueddeutsche.de: In Ihrer Begründung heißt es, auf der Seite würden "mediale Hinrichtungen" betrieben. Ist das nicht übertrieben? Immerhin haben dort über 55.000 Lehrer eine Eins, die Durchschnittsnote ist 2,7.
Beckmann: Natürlich ist spickmich.de für Lehrer, die gut benotet werden, irrelevant. Aber es gibt eben auch solche, die schlecht bewertet werden, und von diesen werden die Äußerungen auf dem Portal durchaus als Mobbing und mediale Hinrichtung empfunden.
sueddeutsche.de: Wie hat spickmich.de auf den Preis reagiert?
Beckmann: Die Macher haben ihn angenommen. Wir sind weiterhin zum Gespräch bereit. Was der Meinungsaustausch bringen wird, bleibt abzuwarten. Auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs sind wir gespannt.
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- spickmich.de vor Gericht Lehrer im Notenstress 23.06.2009
- spickmich.de "Lehrer beschimpfen uns als erbärmliche Würstchen" 11.03.2008
- Lehrerbenotung im Netz Kritik muss man aushalten 18.04.2008
- Spickmich.de Am Internet-Pranger 30.01.2008
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(sueddeutsche.de/mri/lala)
Eurovision Song Contest
Und natürlich ist es unerträglich für die Lehrer, wenn sie als unfähig dargestellt werden. Das sie das auch mit ihren Schülern machen ist ja etwas ganz anderes...
Wie soll man als Schüler einen Dialog suchen, wenn der Lehrer einen vor der gesamten Klasse als dumm bezeichnet? Wörtlich: "Du bist doch eh zu dumm zum schei***, ich bin froh wenn ich dich nicht mehr sehen muss."
Oder eine Klassenlehrerin die in jeder Deutscharbeit eine 5 gibt wegen Thema verfehlt. Die plötzlich hinter einem steht und flüstert "Dich kriege ich auch noch klein." Die der Sportlehrerin weismacht das ein Attest vom Amtsarzt erschwindelt wurde, woraufhin man Sport mitmachen muss und mitten in der Turnhalle zusammenbricht...
Was kann ein Schüler gegen solche Lehrer ausrichten? Nichts. Auch die Eltern nicht, denn der Direktor sagt ja nur, das man ja Verständnis für die Lehrerin haben muss, sie hätte eben etwas an der Schilddrüse.
Solche Lehrer sind hier in Deutschland oft vertreten!
Die vielen guten Lehrer, die ihre Schüler unterstützen, die von ihren Schülern geachtet und gemocht werden, die haben natürlich kein Problem mit spickmich.de!
Und die werten Kommentatoren die der Meinung sind Schüler können nicht die Arbeit von Lehrern bewerten... Welche Arbeit? Klassenarbeiten werden erst nach 6 Wochen zurückgegeben, weil man die Wohnung tapezieren musste. Das müssen doch auch die Eltern verstehen! Man konnte eben nicht korrigieren, man hatte doch zu tun!
Oder die Lehrer, die Kinder im ersten Schuljahr schon ausbremsen. "Stell nicht so viele Fragen." Und im nächsten Jahr dann bemängeln: "Er beteiligt sich mündlich überhaupt nicht mehr am Unterricht!" Ja was denn jetzt? Soll er fragen oder nicht?
Die vorsichtige Frage ob der Kleine sich vielleicht im Unterricht langweilen könnte wird empört zurückgewiesen, mit dem Verweis auf den schlechten Test. Das sowas keine Antwort ist sollte ja jedem klar sein, aber mehr bekommt man nicht.
Ich bin "nur" eine Mutter die an ihrem Kind sieht wie es ist. Die es von Schülern aus den weiterführenden Schulen hört. Die weiß das es bei Noten auch etwas gibt das sich pädagogischer Spielraum nennt. Ein Lehrer kann einen Schüler die schlechtere Note geben, einfach mit der Begründung: Das soll als Ansporn dienen, streng dich mehr an!
Lehrer sind nicht nur Menschen. Es sind Lehrer. Sie haben ENORMEN Einfluss auf die Kinder. Sie können Leben zerstören.
Und es gibt viele Lehrer die einfach nur toll sind. Siehe spickmich.de. :)
In dem Berufsstand scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Wie wäre es mit Spiegel- oder SZ- Online, anstatt den Printmedien, für den Anfang,
nebst der Kaffeerunde in Lehrerzimmer?
Dann wäre ein täglicher Klick auf Spickmich.de nicht mehr weit.
Aber halt: Gerade einmal 80% der dt. Lehrerschaften haben einen PC und nicht einmal 100% davon sind Online!
In deren Augen benötigen Handwerker wohl auch keine Computerkenntnisse usw.!
Gut nur, dass es im Justizbereich ähnlich aussieht!
Kein Wunder, wenn Spickmich.de heute endet, dann hat die liebe Lehrerseele wieder ihre Ruhe und kann sich den verstaubten Folien widmen, überarbeiten und polieren für den Unterricht, anstatt *.ppt
Öffentlichere Anprangerung von unmotivierten Lehrern, find ich gut - machen sie doch im unterricht beim Verteilen von Klassenarbeiten auch nicht anders.
Schule ist und bleibt immer ungerecht. Das fängt da an, wo Bewertungen ermöglicht werden - wo Entscheidungen getroffen werden, werden immer auch Fehlentscheidungen getroffen. Hätte ich damals die Entscheidung unseres Schuldirektors akzeptiert ("zu schlechte Handschrift fürs Gymnasium, hätte nur Probleme damit, v.a. im Lateinunterricht, wo es auf Endungen ankäme"), hätte ich nicht das Abitur gemacht, nicht studiert und wäre jetzt nicht dabei zu promovieren. Und hätte nebenbei nicht zigtausende Euro Steuergelder gezahlt.
Ohne Entscheidungen geht es nicht (meine Meinung) - also muss man versuchen, diese Fehlentscheidungen, die ja über Lebenschancen entscheiden, zu minimieren. Der Vorschlag, man könnte ja mit den entsprechenden Lehrern darüber sprechen, dass man sich ungerecht behandelt fühlt, ist gut gemeint - doch in realitas nur eine Verhöhnung. Unser ganzes Rechtssystem hat das erkannt (Stichwort: Befangenheit), und in der Schule ausgerechnet soll es funktionieren? Hier müsste ein System unabhängiger Schiedsstellen her, damit zumindest in wichtiger gelagerten Fällen Entscheidungen revidiert werden können.
Aus meiner Vergangenheit kann ich nur sagen: es gibt Fächer, die per se willkürlicher Notengebung unterliegen. Deutsch zum Beispiel. Da gefällt einem Lehrer nicht, dass in einer Erlebniserzählung die Hauptfigur Mundart spricht - also schlechter Aufsatz. Note 5. Oder einem Lehrer im Oberland, der nicht weiß, ob die Vergangenheit von "sitzen" mit haben oder sein gebildet wird - und sich auch vom Duden nicht überzeugen lässt. Oder der Mathelehrerin, die bittet "vereinfache soweit wie nötig", und dann "Wurzel 2" für einfacher hält als "2 hoch einhalb" - nach welchem Maßstab ist das eine einfacher als das andere?
Oder, gravierender, ein Französischlehrer, der am Jahresende als Begründung für die Zeugnis-5 (inklusive deswegen folgendem Sitzenbleiben) sagt, er hätte ja im letzten Jahr schon auf der Kippe die bessere Note gegeben, da musste er diesmal die schlechtere geben. Unerwähnt natürlich, dass eine 5 im Jahr davor keinerlei Folgen gehabt hätte.
Solange es solche Lehrer gibt, die sich für Gott persönlich halten und die Schule für eine Theokratie, ist eine externe, unabhängige Schiedsstelle die einzige Möglichkeit. Spickmich zeigt nur auf, dass es eine solche Stelle braucht.
schon spannden, wie sich hier eine berufsgruppe, die der gruppe der dienstleister angehört, darüber beschwert, wie sich durch ihre kundschaft, die schüler, benotet wird.
ich würde gerne mal wissen, wieviele der herren und damen lehrer, in anderen bewertungsforeen, ihre meinung über andere dienstleiter etc. abgeben und wie objekttiv sie dabei sind. :-))
Paging