Positive Wertebildung
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"Die dortige Sexualkunde arbeitet nicht mit Aufklärung, sondern mit Angstmache. Dabei wissen wir, dass die Zahl der Teenagerschwangerschaften und Infektionen sinken, je umfassender und offener der Unterricht ist", erklärt er. Für ihn ist es bezeichnend, dass nun ausgerechnet die Tochter der vermeintlichen Vorzeigefamilie Palin ein Kind erwartet. "Eigentlich läuft das allem zuwider, wofür die Kandidatin steht. Doch der Makel wird wieder wettgemacht, weil das junge Paar bald heiratet. Die Ehe legitimiert das Verhältnis, und schon ist alles wieder gut. Das ist scheinheilig."
Auch der Sexualwissenschaftler und Sexualpädagoge Frank Herrath hält die amerikanische Sexualpädagogik für alles andere als zeitgemäß. "Der Glaube, dass Sexualkunde aufstachelt zu sexueller Überaktivität, ist falsch", sagt er. Die Auseinandersetzung mit dem Thema trage im Gegenteil zu einer positiven Wertebildung bei. "Und aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Jugendliche Sexualkunde in der Schule positiv aufnehmen. Aufklärung allein durch Bravo-Lesen ist ihnen nicht genug."
Sozialleistungen statt College-Abschluss
Glaubt man der Statistik der Initiative "National Campaign to Prevent Teen Pregnancy" (Nationale Kampagne zur Vermeidung von Teenager-Schwangerschaften), ist Bristol Palin, ihrem 17-jährigen Freund Levi Johnston und ihrem ungeborenen Kind keine goldene Zukunft beschieden: Weniger als zwei Prozent aller jungen Frauen, die minderjährig Mütter werden, können mit 30 einen College-Abschluss vorweisen. Bei Frauen, die erst mit 21 Jahren schwanger werden, sind es immerhin neun Prozent. Zwei Drittel aller Familien, die aufgrund einer Teenagerschwangerschaft gegründet wurden, fallen unter die Armutsgrenze und sind auf Sozialleistungen angewiesen. Nach zehn Jahren sind außerdem 48 Prozent dieser Ehen schon wieder geschieden, die Kinder bleiben mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Schule sitzen, landen häufiger in Gefängnissen und bekommen selbst viel zu jung Kinder.
Das MySpace-Profil des Kindsvaters Levi, das die Wahlkampfstrategen nach Bekanntwerden der Schwangerschaft kräftig überarbeiteten, offenbarte deutlich, dass sich der 17-Jährige eigentlich anderes im Leben erhoffte, als sich so früh zu binden. Dort war nicht nur der Satz "Ich will nicht heiraten" zu lesen, sondern auch: "Ich will keine Kinder."
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(sueddeutsche.de/vw)
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Ich finde das klasse und hoffe die Bevölkerung der USA bleibt am vesten ihr Leben lang enthaltsam, dann ist der Planet diese unkultivierte Völkchen endlich lost. ;)
Es ist doch interessant zu sehen wie diejenigen die aus Glaubensgründen die Aufklärung über sexuelle Mechanismen ablehnen auf rationale Verhaltensweisen setzen.
In einer Situation in der die Jugendlichen gerade NICHT rational handeln.
Ist es da ein Zufall, dass die Evangelikalen vor allem einen strafenden, allmächtigen Gott vermitteln? Vor dem man Angst haben muss?
Angst ist Teil der Strategie, mit Angst hat man Macht ...
Die Zerstörung von Zukunftschancen mindert ja nicht den eigenen Einfluss ...
Irgendwie beängstigend, wie eine der mächtigsten Nationen ihren Nachwuchs, also die künftigen Politiker, Soldaten, Journalisten, Polizisten, Eltern, Lehrer etc. erzieht. Ähnlich unfrei und ideologiebehaftet stelle ich mir die Erziehung der Kinder der Länder, deren Weltanschauung die USA bekämpfen, vor. Das läßt auf eine düstere Zukunft schließen.
Bin mal gespannt, was sich ändern wird, wenn Obama die Wahlen gewinnen sollte.
Sexualerziehung ist kein besonders beliebtes Thema, auch bei uns in Deutschland nicht. Die Scham darüber zu sprechen, lässt viele Verantwortlich allem zustimmen, was sie davon entbinden könnte.
Die Aufklärung durch meine Mutter bestand damals aus einem Satz (Vater hatte sich im Wohnzimmer verkrochen):
"Und Du bei Deiner Freundin bist, mach ja keinen Blödsinn!"
Im Bekanntenkreis wird von totschweigen bis frühe Frontalkonfrontation alles ausprobiert. Pädagogisch sinnvoll ist vermutlich was anderes.
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