Self-Assessment Perfekt vorbereitet aufs Vorstellungsgespräch

Tipps für die Bewerbung: Natürlich kann man Papa fragen oder seinen besten Freund. Die Alternative mit System heißt Self-Assessment. Doch auch da gibt es Unterschiede.

Das englische Wort "Assessment" bedeutet Beurteilung oder Einschätzung. Bei einem "Self Assessment" geht es also darum, sich selbst richtig einzuschätzen. Doch bevor man beginnt, einen Self Assessment-Test im Internet auszufüllen, muss man sich erst einmal orientieren. Welche Tests sind für wen gedacht?

Das Borakel von Bochum hilft Bewerbern, die noch gar nicht richtig wissen, in welche Richtung sie gehen möchten.

(Foto: ddp)

Das Angebot ist unübersichtlich. "Wer ein bisschen sucht, findet schnell 25 bis 30 verschiedene Tests", sagt Klaus Wannemacher vom Hochschul-InformationsSystem (HIS) in Hannover, "und das ist noch nicht mal das komplette Angebot." Die meisten Tests sind kostenlos und werden von Unis angeboten, zum Beispiel von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, den Universitäten in Aachen, Frankfurt, Bonn, Mannheim, Heidelberg und München. Oder von der Uni Bochum, die das hübsch betitelte "Borakel" erfunden hat.

Hinter dem "Borakel" steht der Wirtschaftspsychologe Professor Heinrich Wottawa, der klarstellt, das es mindestens drei verschiedene Typen von Self Assessments gibt: Erstens Angebote wie das "Borakel", die sich an Leute wenden, die noch keine klare Vorstellung von ihrer Zukunft haben. Deshalb werden im Test vor allem Fähigkeiten und Interessen abgeklopft. Die Angaben werden dann mit Studiengängen verknüpft. Aufrichtigkeit ist hier das A und O: "Es ist ganz entscheidend, dass diese Tests ehrlich ausgefüllt werden, sonst betrügt man sich selbst", sagt Wannemacher.

Der zweite Typ sind Self Assessments wie das der Uni Freiburg: Sie wollen Schulabgängern, die zumindest ein ungefähres Wunschfach haben, vermitteln, was sie an der jeweiligen Hochschule erwartet. "Die angehenden Studenten sollen sich fragen: Ist das etwas, womit ich mich später gerne beschäftigen möchte", erklärt der Diplom-Psychologe Ingo Zettler, der mehrere Self Assessments entwickelt hat. Gerade in den jungen Bachelor- und Master-Studiengängen können die Inhalte bestimmter Fächer von Hochschule zu Hochschule höchst unterschiedlich ausfallen. Umso wichtiger wird es für viele Standorte, für ihre Angebote zu werben - und das eben auch mit Self Assessments.

Drittens gibt es Tests für Leute, die bereits ziemlich sicher wissen, welches Fach sie studieren möchten und erfahren wollen, ob sie das Zeug dazu haben. Sie müssen eine Art Prüfungsparcours auf Probe durchlaufen.

Und wie sieht schließlich das Ergebnis von Self Assessments aus? "Wir sagen am Ende nie: Du bist dafür auf jeden Fall geeignet oder auch nicht", sagt Zettler. Stattdessen bekommen die Teilnehmer beispielsweise angezeigt, wie sie im Vergleich zu anderen Interessenten abgeschnitten haben. "Dazu geben wir dann Empfehlungen wie: Besuch doch noch mal einen Mathekurs."

Die Ergebnisse der Assessments seien keine "letzte Instanz", sagt Zettler. "Wir wollen, dass die Teilnehmer die Ergebnisse mit ihren Eltern, Freunden und auch Studienberatern besprechen." Ein Gespräch mit einem Berater empfiehlt auch Wannemacher. "Oft kommen durch Self Assessments ja auch neue Fragen auf, die man dann dort klären kann."