Die politischen Verhandlungen über eine verlängerte Grundschulzeit in Hamburg sind vorerst gescheitert. Ob die Primarschule kommt, muss jetzt das Volk entscheiden.
Die Verhandlungen über die Hamburger Schulreform sind gescheitert - nun wird wahrscheinlich in einem Volksentscheid über die umstrittenen Pläne von Schwarz-Grün entschieden. Da sich die Vertreter von Senat, der schwarz-grünen Koalition und der Initiative "Wir wollen lernen" auch in der sechsten Gesprächsrunde nicht auf eine Zukunft des Hamburger Schulsystems einigen konnten, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Es sei bedauerlich, dass keine Einigung erreicht werden konnte, sagte der mit der Moderation beauftragte Hamburger Unternehmer Michael Otto.
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Ob es in Hamburg flächendeckend zur Einführung der Primarschule kommt, muss voraussichtlich ein Volksentscheid klären. (© Foto: ddp)
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"Zwangsmodell" kommt nicht infrage
Nun wird aller Voraussicht nach im Sommer in einem Volksentscheid geklärt, ob die sechsjährige Primarschule wie von Schwarz-Grün beschlossen flächendeckend eingeführt werden kann oder ob die Reformgegner das Projekt stoppen können. Für die Initiative "Wir wollen lernen" um Sprecher Walter Scheuerl kommt eine Primarschule als "Zwangsmodell" nicht infrage. Die Initiative hatte bei einem Volksbegehren mehr als 184.000 Unterschriften gegen die Reform gesammelt und damit die Grundvoraussetzung für einen möglichen Volksentscheid erfüllt.
Die Koalition von Bürgermeister Ole von Beust plant die Einrichtung neuer Primarschulen mit sechs Schuljahren, in der die Grundschulen aufgehen und die bereits ab Herbst 2010 flächendeckend in der gesamten Stadt eingeführt werden sollen. Dagegen fordert die Bürgerinitiative "Wir wollen lernen", die neue Schulform freiwillig und zunächst versuchsweise einzuführen und die Ergebnisse von einer Expertenkommission prüfen zu lassen.
Weniger Zeit zum Lernen
Das Bündnis aus Eltern und Teilen der Lehrerschaft stört sich vor allem daran, dass die Gymnasialzeit um die Klassen 5 und 6 verkürzt würde und die Kinder so möglicherweise weniger lernen könnten. Von Beust hatte der Initiative aufgrund ihrer breiten Unterstützung ein Verhandlungsangebot gemacht.
Scheuerl sagte, die Gespräche seien beendet worden, "weil keine Bewegung auf der Senatsseite zu erkennen war". Bereits vor Beginn der sechsten Verhandlungsrunde hatten sich Beust und Goetsch wenig zuversichtlich geäußert, dass es doch noch zu einem Durchbruch kommt.
"Neue Hürden"
"Ich bin enttäuscht darüber, dass als Reaktion auf unser Entgegenkommen immer nur neue Hürden aufgebaut werden", sagte Beust dem Hamburger Abendblatt und Goetsch betonte: "Wir haben uns bis an die Grenze des Zumutbaren bewegt."
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(sueddeutsche.de/dpa/DAPD/holz)
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