So lange über die Schulreform diskutiert wird, gibt es keine falschen Entscheidungen. Doch die schwarz-grüne Koalition muss mehr riskieren.
Es war noch nie besonders leicht, Geschichte zu schreiben. So vieles, was es irgendwann zum ersten Mal gegeben hat, hielt dem Alltag nicht lange stand. Der erste Kuss, das erste Auto, das erste drahtlose Telefon. Irgendwann wird es vergessen, geht kaputt oder nervt. In der Politik verflüchtigt sich der Zauber der Einmaligkeit besonders schnell. In Hamburg erfährt das gerade die erste und einzige schwarz-grüne Landesregierung.
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Im Hamburger Schulstreit muss eine Entscheidung her. (© Foto: ddp)
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Schulden in ungeahnter Höhe
Unter ihr verkommt die einst von der Stadt mit Stolz herbeigesehnte Elbphilharmonie zum Streitobjekt. Unter ihr muss Hamburg Schulden in ungeahnter Höhe machen. Und unter ihr grüßt inzwischen wöchentlich das bildungspolitische Murmeltier und meldet, dass es im Schulstreit zwar Bewegung, aber keine Einigung gebe.
Die vierte Runde des zähen Ringens um eine Reform endete mit der Aussicht auf eine fünfte. Solange verhandelt wird, können wenigstens keine falschen Entscheidungen getroffen werden, das ist das eine. Basisdemokratisch steht damit alles zum Besten an der Elbe, selten genug sitzen Regierende und Regierte gemeinsam an einem Tisch und diskutieren darüber, was das Beste sein könnte für die Kinder der Stadt. Ob eine andere Regierungskoalition so viel Geduld aufgebracht hätte, um einen teuren Volksentscheid zu verhindern, ist reine Spekulation. Eher: nein.
Geschichte wäre es so oder so
Andererseits muss Schwarz-Grün aufpassen, dass der Kern der Reform nicht weich diskutiert wird. Bevor die Überzeugung, dass gemeinsames Lernen besser ist, zum Modellversuch zerredet wird, sollte sich die Regierung lieber mit Verve dem Votum der Bürger stellen. Mit Pauken und Trompeten siegen oder untergehen mit fliegenden Fahnen - Geschichte wäre es so oder so.
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(SZ vom 03.02.2010/holz)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Wird Zeit, dass wir uns der Bundesländer entledigen. Gerade im Bildungssektor ist diese Kleinstaaterei nur noch peinlich und generell dient sie sowieso nur den Interessen einiger machtgetriebener Hinterwäldler.
Etwa, Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts?
Na, dann mal weiter so!