Von Marc Widmann

Die Jamaika-Koalition im Saarland wollte die Grundschulzeit von vier auf fünf Jahre verlängern. Dazu wird es wohl nicht kommen.

Die Pläne für ein fünftes Grundschuljahr im Saarland stehen vor dem Aus. Einer dafür nötigen Änderung der Landesverfassung erteilte die Saar-SPD am Donnerstag "eine klare Absage". Bei dem Projekt würde "im Ergebnis mehr Schaden angerichtet als Nutzen erzielt", sagte Landeschef Heiko Maas.

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Die Grundschulreform im Saarland droht am Widerstand der SPD zu scheitern. (© ddp)

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Ohne die Stimmen der Sozialdemokraten ist die Regierung aus CDU, FDP und Grünen nun auf die Hilfe der Linken angewiesen. Dass diese die Verlängerung der Grundschulzeit mitträgt, gilt als äußerst unwahrscheinlich.

Der bundesweit ersten Jamaika-Koalition droht damit ein zentrales Projekt abhanden zu kommen. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) zeigte sich befremdet über die plötzliche Absage ohne weitere Gespräche. Die Reformpläne gehen vor allem auf seine Partei zurück, ursprünglich forderten die Grünen sechs Jahre gemeinsames Lernen.

Im Koalitionsvertrag einigte sich die Regierung dann auf fünf Jahre. Dieser Kompromiss trifft im Saarland auf Ablehnung von Eltern- und Lehrerverbänden, aber auch von manchen in CDU und FDP. Kritisiert wird unter anderem der bildungspolitische Alleingang des kleinen Bundeslandes.

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(SZ vom 03.09.2010/holz)