Schokoriegel statt Schnitzel: Kinder aus armen Familien haben kein Geld für das Mittagessen an Ganztagsschulen. Während ihre Mägen knurren, lässt sich die Politik Zeit mit der Lösung.
Franz Müntefering hat das Problem im Kabinett zum Thema gemacht. Die Minister haben schon einiges besprochen im Schloss Meseberg bei Berlin, es ist Hochsommer in Brandenburg, die Klausur der Regierungsspitze an diesem 24. August 2007 droht, müde zu werden.
Nicht alle können sich Spaghetti Bolognese leisten - ärmere Kinder müssen in Ganztagsschulen oft auf ihr Mittagessen verzichten. (© Foto: ddp)
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Da bringt der SPD-Politiker ein Thema zur Sprache, dessen Wirkung wahrscheinlich nicht einmal er selbst geahnt hat. Müntefering, zu der Zeit Vizekanzler und Sozialminister, referiert über das Problem von Hartz IV-Kindern. Genauer noch: Er berichtet von Hunderttausenden Kindern in Deutschland, die nicht das Geld haben, um an Ganztagsschulen das Mittagessen zu bezahlen.
Deshalb säßen viele von ihnen in der Mittagszeit nicht in der Mensa, sondern in Nachbarzimmern, ausgestattet höchstens mit einem Schokoriegel. Von gesunder Ernährung, so Müntefering, könne da keine Rede sein. Und von Solidarität auch nicht. Deshalb müsse der Bund eine staatliche Schulspeisung möglich machen.
Münteferings Worten folgt eine Diskussion, wie sie viele im Kabinett so noch nicht erlebt haben. Jeder beteiligt sich, alle sprechen nicht in politischen Floskeln, sondern mit sehr persönlichen Worten. Dabei geht es ums Grundsätzliche und um akute Notwendigkeiten. "So eine interessante, offene Debatte hat es noch nie gegeben", erzählt ein Teilnehmer im Rückblick.
Kindergeld für Bier ausgegeben?
Das Ergebnis allerdings fällt zweischneidig aus - und ist es bis heute geblieben. Einerseits waren sich in Meseberg alle einig, das Problem lösen zu müssen. Nicht einig aber ist man bis jetzt bei der Frage, wie das geschehen könnte. Die Fronten verlaufen dabei zwischen Roten und Schwarzen in der Koalition, aber auch zwischen CDU-Spitze und CDU-Ministerpräsidenten.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), sonst nicht gerade in Geberlaune, gehört seit langem zu denen, die sich eine staatlich finanzierte Schulspeisung für Kinder in Ganztagsschulen gut vorstellen können. Zuletzt plädierte er dafür in der Debatte um eine mögliche Erhöhung des Kindergeldes vor wenigen Wochen. Er hält insbesondere in sozial schwachen Familien direkte, konkrete Hilfen an die Kinder für dringend geboten.
Derlei Vorschlägen aber widersetzt sich die Unionsseite bis heute, und zwar aus der Überzeugung, dass Eltern grundsätzlich am besten entscheiden könnten, wie sie staatliche Unterstützung für ihre Kinder nutzen möchten. Dass manche Eltern das Kindergeld gar nicht für ihre Kinder, sondern womöglich für die nächste Flasche Bier verwenden, ahnen längst auch die Unionsminister. Von ihrem Prinzip möchten sie dennoch nicht abrücken, an dem Glauben festhaltend, dass der Staat zu viel Einfluss erlangen würde.
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Sprüche, verhelfen den Kindern nicht zum Essen.
Solidarität im Bereich von Patenschaften und Armenspeisung à la Anfänge der privaten Fürsorge verorten zu wollen heißt, mitzuhelfen gesellschaftliche Missstände nicht nur zu kaschieren, sondern sogar zu verfestigen, anstatt das Übel an der Wurzel zu packen: Soziales Elend entsteht nicht aus sich selbst heraus, sondern ist die Folge von inkauf genommenem , bzw. gewolltem gesellschaftlichem Ungleichgewicht und genau da muss angesetzt werden. Alles andere wäre Makulatur.
etwas zu tun möglich ist, dann hat es sich ganz schnell mit der Solidarität - so habe ich es mir in etwa auch gedacht.
Ich denke nicht daran eine Patenschaft zu übernehmen, solange es Mütter gibt, die zu Hause sind, aber morgens zu faul, um aufzustehen und den Kindern ein Marmeladenbrot und Tee zu machen . (Sprechen Sie mal mit Lehreren darüber, wie oft gesagt wird: Meine Mutter schläft morgens noch.)
Keine Kindergelderhöhung etc. Wir müssen in unseren Kindern, speziell die aus der Unterschicht, investieren. Da bleibt viel Intelligenz und Begabung auf der Strecke.
auch noch SEHR wichtig - weil ja angeblich das Geld pro Familie fehlt - festzustellen, dass diese TK-PappMassen geschweige wohl das Pizzazeugs sehr teuer sind. Dafür ist dann das Geld incl. kumulierter Schokoriegelkäufe da! Und da sehe ich eben den Ansatz. Ein wenig umsichtiges und - natürlich muss man auch das lernen - sinniges Kochen, erlaubt es sogar azf 2, 3 Tage vorzukochen, Sie wissen das eh.
Diese Mütter und Väter sollten schleunigst was lernen; Zum Beispiel den guten alten Speiseplan für die Woche.
Aber all das holt nicht die angeblich knurrenden Mägen der Kinder nicht und wenn dem so ist, dann ist das ein Missstand der umgehend korrigiert werden muss. Es ist beispielsweise doch gar nicht einzusehen, dass "alle" Kindergeld bekommen - Einkommensorientierung und das übrige direkt ins Zuschusswesen für Schulessen.
Man müsste nur wollen, aber nicht dauernd jammern, wie bös die Welt ist.
Private persönliche Initiativen - anonym für beide Seiten natürlich. Zusätzlich. Kochen mit den Kindern in der Schule (es gibt sicher genügend Mütter und Väter, die helfen können und wenn man zusammenlegt kann man sogar eine Kochlehrerin finden - bin sicher. Das ewige Krakeelen nach dem Staat ist nicht nur unsinnig, sondern es ist Zeit sich an der eigenen Nase zu fassen.
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