SZ: Was bedeutet eigentlich Schulmanagement, was lernen die Studenten?
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Hans-Günter Rolff: Wir versuchen, die grundlegenden Kompetenzen zu vermitteln, die man für die Leitung einer Schule benötigt. Das sind die drei Säulen Führung, Management und Steuerung. Dazu gehört die Personalfindung, der Umgang mit Budgets und die strategische Ausrichtung im Rahmen der Schulentwicklung - alles Entscheidungen, die im Zuge autonomer werdender Schulen zu treffen sind. Die Zielgruppe dafür sind einerseits Neulinge aus der mittleren Ebene, etwa Stufenleiter, die sich für höhere Aufgaben interessieren; andererseits auch gestandene Schulleiter, die sich upgraden wollen, weil so unglaublich viel hinzugekommen ist an neuen Aufgaben.
SZ: Und wie sieht diese Fortbildung dann in der Praxis aus?
Rolff: Schulmanagement an der TU Kaiserslautern ist ein berufsbegleitendes Fernstudium mit praktischen Übungen in Präsenzphasen, schließlich sollen die Teilnehmer nicht aus ihrem Beruf herausgerissen werden. Die Materialien, die Schulentwicklungsexperten aus dem ganzen deutschsprachigen Europa gestaltet haben, müssen die Studierenden durcharbeiten, auch in Übungsaufgaben. Ein Beispiel für eine solche Aufgabe wäre: Sie haben an ihrer Schule eine Steuergruppe gebildet, aber es ist ein Stinkstiefel dabei, der gegen alle Vorschläge rebelliert. Wie gehen Sie vor?
SZ: Und die Lösung dieses Problems?
Rolff: Die lässt sich schlecht mit einem klaren So oder so beantworten. In der freien Wirtschaft würde der Kollege vielleicht eine Abmahnung bekommen, in einem weiteren Schritt wohl rausgeworfen werden. Für Schulleiter gilt es, einen Führungsstil zu entwickeln, der auf das System Schule passt. Wir sind aber nicht gelagert wie Management-Gurus, die feste Denkmuster predigen wie ein Missionar, sondern gehen die Sache pluralistisch an. Jeder Teilnehmer muss seinen eigenen Weg der Führung finden, den er für den besten hält. Viele haben selbst schlechte Erfahrungen mit Schulleitern gemacht und sind gerade deshalb an Innovation interessiert.
SZ: Welche persönlichen Voraussetzungen bringen die Studierenden neben den fachlichen mit?
Rolff: Gerade die nicht-fachlichen Kompetenzen von Schulleitern sind in der Praxis oft ein Problem. Führung hat grundsätzlich erst mal mit Personen zu tun, auch mit Widerstand von Untergebenen. Wer anderen bei einem Gespräch nicht in die Augen schauen kann, sollte keine Schule führen dürfen. Sich mit Leuten konstruktiv auseinandersetzen, frei reden, Konflikten nicht ausweichen - das kann nicht jeder. Man muss Verantwortung verteilen können und zugleich in der Lage sein, sie wieder unter seiner eigenen Führung zu bündeln. Man muss berücksichtigen, dass Lehrer häufig überlastet sind, dass es Burn-out gibt. Hier ist eine Mischung aus Fordern und Entlasten gefragt. Meiner Ansicht nach sollte es für werdende Schulleiter eine Art Assessment-Center geben, um zu sehen, wer wirklich das Zeug zum Schulleiter hat. So etwas gibt es bisher nur in Nordrhein-Westfalen.
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Schulautonomie. Die neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird.
Auf der einen Seite beschweren wir uns darüber, dass man nicht ohne Probleme mit Kindern von Hamburg nach München oder sonst wo hin umziehen kann. Auf der anderen Seite sind wir dabei dank der wunderbaren Profilbildung den Umzug selbst ins "Nachbardorf" unmöglich zu machen.
Entweder bei der Profilbildung geht es nur um Äußerlichkeiten oder die Lehrpläne sind nicht mehr vergleichbar. Denn... "Kerncurricula" "Standards" heißen letztendlich leider meist nur ein abschmelzen des zentralen Abschlussprüfungsniveus. Man betrachte hierzu einfach nur die deutschlandweiten Vergleichstests, die es bereits gibt.
Und... auch in Bayern haben die Schulleiter heute schon große Kompetenzen in den genannten Bereichen. Budget, Möglichkeiten der Lehrerbeschaffung usw. sind bereits jetzt in sinnvollem Umfang gegeben.
"Professor Hans-Günter Rolff erklärt, was gute Schulleiter ausmacht und warum die Anforderungen an sie weiter steigen werden."
Das kann ich auch erklären:
Weil Schulleiter im Sinne der neoliberalen Ideologie auf "Effizienz", "Kennzahlen" und "Ranking" getrimmt werden müssen damit sie ihre Schule als Profit-Center mit maximaler Rendite betreiben können. Und die Schüler den Konzernen später als maximal nutzbare Ressorcen zur Verfügung stehen.
wird leider derzeit völlig unhinterfragt propagiert, dabei ist sie auch ein Teil des Neoliberalen Unfugs der derzeit grassiert.
Gerade in der Bildung ist ein weiteres Öffnen der Schere und auseinanderdriften der verschiedenen Schulen gefährlich. Die Aufgabe ist es allen Schülern gleiche Chancen zu eröffnen.
In diesem Zusammenhang ist auch die freie Wahl der Schule (ich meine hierbei nicht der Schulform) gefährlich, da dann Schulen in weniger "tollen" Stadtteilen ausbluten und sich die Schere nur weiter öffnet, statt etwas für Bildungsgerechtigkeit zu tun.
Letztlich steckt dahinter der Wunsch vieler Bildungsbürger unter sich zu bleiben, also eine Ausgrenzungsstrategie. Dies kann aber nicht im Sinne des Gemeinwesens sein.