Strengere Gesetze sollen Angriffe und Beleidigungen im Internet verhindern.
Lehrerverbände und Polizisten fordern einen besseren Schutz von Pädagogen gegen Mobbing im Internet. Dafür seien klare Gesetze sowie ein Verhaltenskodex an Schulen nötig, betonten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Mittwoch. Der Philologenverband verlangte eine "umfassende Nachbesserung" des Telemediengesetzes. Die Anbieterhaftung sei völlig unbefriedigend geregelt, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger. Der schwarze Peter liege bei den Opfern, die gegen die ihnen unbekannten Täter juristisch vorgehen müssten. Die GEW verlangte, die Betreiber von Internetseiten müssten in schwerwiegenden Fällen Schadenersatz zahlen.
Screenshot aus einem Internet-Video: Ein Lehrer misst sich mit seinen Schülern. Wer schafft mehr Liegestützen? (© Foto: Screenshot, youtube.com)
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In den vergangenen Wochen waren vermehrt Fälle von "Cyberbullying" bekannt geworden. So kopierten Schüler die Köpfe von Lehrern in Hinrichtungs- oder Sexszenen, die sie über das Internet verbreiteten. Den Jugendlichen müsse deutlich gemacht werden, dass nicht nur körperliche, sondern auch psychische Gewalt zu ächten sei, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg. GEW-Chef Ulrich Thöne sagte, anders als bei früheren Streichen könnten Schüler heute in die Anonymität des Internets flüchten. An "allen Ecken und Enden" fehlten Schulpsychologen und Sozialarbeiter, um Mobbing vorbeugen zu können.
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, warnte vor Alarmismus. Internet-Attacken seien kein Massenphänomen. Er schätze, allenfalls fünf Prozent der zwölf Millionen Schüler in Deutschland würden im Internet oder mit ihrem Handy Lehrer verunglimpfen, sagte Kraus im Südwestrundfunk.
Solide Zahlen zum Ausmaß des Cyberbullying gibt es in Deutschland nicht. In einer Umfrage in England gaben 17 Prozent der englischen Lehrer an, sie seien bereits mindestens einmal Opfer von Attacken geworden, die im Internet oder per Handy verbreitet worden waren.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) trat Forderungen nach schärferen Gesetzen entgegen. Generell gelte, was im wirklichen Leben verboten sei, sei auch im Internet verboten, sagte Zypries dem Darmstädter Echo.
Die Kultusministerkonferenz hatte auf ihrer jüngsten Sitzung im Juni Lehrern Unterstützung zugesichert. Da jeder Fall anders sei, gehe es um individuelle Hilfe und um juristischen Beistand.
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(SZ vom 19.7.2007)
DFB-Torhüter ter Stegen
Haben sie sich schonmal gemerkt, dass unsere Jugend immer roher und gewalttätiger wird? Was hat ein einzelner Lehrer, besonders wenn er älter ist, für eine Chance gegen ca.2-3 Krawallschüler, die die Klasse gegen sie aufbringen? Richtig. Gar keine. Besonders auf niedrigeren Schulformen ist es den Jugendlichen meist egal, wenn das was sie tun Konsequenzen hat. Als sie zur Schule gingen hatte man vll noch die Möglichkeit die Schüler zu schlagen. Hat man heute nicht mehr.
Was will der Lehrer weiterhin denn bitte tun?
Schulleitung einschalten? Wie schlimm für die Jugendlichen. Dann gibts nen Brief nach Hause, der meistens nie ankommt und wenn doch ist es manchen Eltern egal, oder die Jugendlichen sind zu Hause ganz anders und lügen dreist ihre Eltern an. Viele sind so gutgläubig und gehen darauf ein.
Verweis ausstellen? Noch harmloser. Ein Fetzen Papier auf dem steht wie böse der Junge bzw. das Mädchen ist.
Schreien / Brüllen? Damit macht er sich nur lächerlich.
Mehr Hausaufgaben? Die werden sowieso nicht gemacht.
Psychischen Druck ausüben? Die Schüler, die den Lehrer in die Pfanne hauen, denen ist das herzlich egal. Das trifft nur die Schüler die unschuldig sind und sowieso kaum Mut haben.
Sie sehen also, unsere normalen Mehtoden reichen dafür wenig aus.
Mfg
Triple kkk
@mini24:
"Wenn das so ist: Sollen Polizisten es wohl einfach hinnehmen, wenn Kriminelle auf sie schießen, Juweliere sich nicht wundern, wenn sie ausgeraubt werden, Hi-tech-Firmen gefälligst unfehlbare Firewalls benutzen, anstatt sich über Hacker zu beschweren und strikte Bestrafung verlangen usw.?"
- Ja, wenn Polizisten nicht mit dem "normalen" Risiko ihres Berufes klarkommen, sollten sie den Job hinwerfen.
- was Juweliere und High-tech Firmen mit Lehrern zu tun haben, erschliesst sich mir nicht. Abgesehen davon ist es in der Tat dumm, sich *nicht* mittels technischer Mittel gegen "Hacker" zu schützen, anstatt zu lamentieren. Ich sehe schon, dass das nicht Ihre Branche ist. Die Betreiber in Haftung zu nehmen, ist völlig realitätsfremd. Schliesslich verklagen Sie auch nicht das Strassenbauamt, wenn der Herr Bankräuber deren Strasse benützt.
Allgemein gesagt: Der Lehrerberuf stellt hohe, nicht nur pädagogische Anforderungen. Kommt damit jemand nicht klar (was auch daranliegt, dass es keinerlei Eignungstest VOR der Berufsausbildung gibt), sind nicht etwa die Kinder und das Umfeld zu ändern, sondern der Lehrer muss die Konsequenzen ziehen. Das fällt naturgemäss Leuten, die so flexibel wie eine Brechstange sind, besonders schwer.
Ständig immer neue und immer komplizierte Gesetze zu fordern, ist Kindergartenniveau. Wir haben *genügend* Gesetze, oft werden diese halt weder auf Einhaltung noch Auswirkungen geprüft. Sicher ist jedoch, dass die Gesetzeslage ausreichend ist.
Und am besten verhindert man Straftaten "im Vorfeld", wenn man ein faires Klima des gegenseitigen Respektes und der Achtung schafft. Leider ist ein Teil der Lehrer dazu nicht in der Lage, und es gibt sicherlich auch Klassen, wo das nicht möglich ist. Deswegen aber nach neuen Gesetzen schreien, ist kontraproduktiver Aktionismus.
Noch was zu Bloßstellung und Entwürdigung:
Ein z.B. sadistischer Lehrer hat *genügend* Möglichkeiten, Kinder zu demütigen, ohne sich strafrechtlich relevante Methoden zu benützen. Ein Erwachsener hat so unendlich viel mehr Macht und Waffen, Kinder sind bis zu einem gewissen Alter mehr oder weniger dagegen wehrlos. Diejenigen Lehrer, die von 5Klässlern zum Weinen gebracht werden, sind einfach ungeeignet. Wer das nicht einsieht, hätte auch in anderen Jobs gewaltige Schwierigkeiten. Nur halt ohne dem Sicherheitsnetz.
DW
Sie schreiben: "Da muss man dringend "was machen", wenn ein extra (freiwillig!) für diesen Beruf ausgebildeter erwachsener Mensch mit seine Schutzbefohlenen nicht mehr klarkommt."
Wenn das so ist: Sollen Polizisten es wohl einfach hinnehmen, wenn Kriminelle auf sie schießen, Juweliere sich nciht wundern, wenn sie ausgeraubt werden, Hi-tech-Firmen gefälligst unfehlbare Firewalls benutzen, anstatt sich über Hacker zu beschweren und strikte Bestrafung verlangen usw.?
Was ich nicht verstehe, ist, wie man auf die Idee kommen kann, diese üblen Videos auf eine Stufe mit Unterrichtsstörungen oder den altbekannten Schülerstreichen zu stellen. Dass unter anderem die GdP strengere Gesetze fordert, liegt wohl daran, dass die Polizei ihre Aufgabe, Straftaten - und darum handelt es sich jetzt schon - zu verfolgen, effektiver organisiert bzw. unterstützt haben will - (wenn z..B. eben durch geänderte Haftungsregelungen die Betreiber von Internetportalen zwangsläufig mehr Sorgfalt walten lassen und damit Straftaten nicht nur verfolgt werden können, sondern möglichst im Vorfeld verhindert werden.
Zu Ihrer Beruhigung - auch wenn's Ihnen den Lehrerhass nicht nehmen wird:
Lehrer dürfen Schüler nicht entwürdigen und bloßstellen. Sobald ein Lehrer eine Schülerbeschimpfung oder ein entwürdigendes Schülervideo ins Netz stellen würde, wäre er seinen Job los (ja, auch ein verbeamteter Lehrer).
Komisch. Da muss man dringend "was machen", wenn ein extra (freiwillig!) für diesen Beruf ausgebildeter erwachsener Mensch mit seine Schutzbefohlenen nicht mehr klarkommt.
Wenn Schüler entwürdigt und bloßgestellt werden, was passiert dann?
In meiner Schulzeit (ist schon 'ne Weile her;-) waren es jedenfalls die Lehrkräfte, die entwürdigten und bloßstellten. Passiert ist natürlich nichts.
Also, liebe Lehrer: Heult doch! Wenn euch der Job zu hart ist, werft ihn doch hin! Und bis dahin gibt es bereits jetzt mehr als genug vorhandene [juristische] Mittel, sich dagegen zu wehren. Wenn ein Lehrer youtub oder wen weiss ich dafür verklagen will, dass auf der Seite auch Videos gehostet weden, die ihre Persönlichkeitsrechte verletzen: nur zu! Das kann man doch schon: auch heute schon muss der Betreiber bei Hinweise auf derlei solche Seite sperren. Wozu neue Gesetze und vor allem Schadensersatz?
Was die GdP in diesem Zusammenhang will, erschliesst sich mir nicht.
DW
ZITAT bei 30 Schülern braucht man halt mindestens 3 erwachsene Begleitpersonen. ENDE
Ich habe in jahrzehntelanger Erfahrung noch NIE erlebt, dass drei Begleitpersonen von irgendeiner Schule vorgesehen waren (pro Klasse max.36)
Sie können nicht in Bayern wohnen.
Paging