Von Nicola Holzapfel

Am 8. Mai ist Girls' Day. Mädchen sollen dann in Unternehmen technische Berufsfelder kennenlernen. Und was machen die Jungs solange?

Dieser Tag ist nur für Mädchen. Am 8. Mai ist Girls' Day und dann haben Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn die Gelegenheit, technische Berufsfelder kennen zu lernen. Ziel der bundesweiten Aktion, die von den Bundesministerien für Bildung und Frauen gefördert wird, ist es, den Anteil von Frauen in IT-Berufen und technischen Studiengängen zu erhöhen.

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95.000 Teilnehmerinnen erwartet das Kompetenzzentrum "Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie", das den Mädchen-Tag koordiniert, dieses Jahr. Von Arbeitgeberseite beteiligen sich inzwischen 3600 Unternehmen, Hochschulen und Behörden. Auch das Bundeskanzleramt lädt Schülerinnen ein, um ihnen die technischen Berufe in der Regierungszentrale zu zeigen.

Die Jungs müssen derweil die Schulbank drücken. "Das ist in der Regel keine Aktion für die ganze Klasse wie bei einem Wandertag", sagt Ulrich Ebert vom Bayerischen Kultusministerium. Auch die Mädchen müssten erst beim Schulleiter einen Antrag stellen, wenn sie für den Girls' Day unterrichtsfrei haben möchten.

"Die Jungs und der Girls' Day - dazu erhalten wir häufig Anfragen", sagt Carmen Ruffer vom Kompetenzzentrum "Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie". In einigen Orten gibt es ihr zufolge auch Beruforientierungsprojekte für Jungen, beispielsweise mit dem Ziel sie für soziale Berufe zu interessieren.

Der Girls' Day biete für die Schulen eine gute Gelegenheit das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit Jungen zu besprechen, meint Ruffer. Auf girlsday.de können sich Lehrer eine "Arbeitsmappe zur Berufs- und Lebensplanung" für Jungen herunterladen. Schließlich "müssen auch die Männer für sich an der Erneuerung ihrer tradierten Lebensentwürfe arbeiten" heißt es hier.

Damit Mädchen ihre Chancen wahrnehmen können, müssen eben auch die Jungs umdenken. In den USA, wo sich Deutschland den Girls' Day abgeschaut hat, steht der Tag daher inzwischen unter dem Motto "Take our daughters and sons to work."

(sueddeutsche.de)

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