"So nicht!": Die Erfahrungen einer Mutter mit der G8-Reform in Bayern.
Alle leiden, keiner tut was: Die Familien sind die Leidtragenden der G8-Reform in Bayern, durch die das Gymnasium von neun auf acht Jahre verkürzt wurde. Aber keiner traut sich so richtig aufzubegehren.
Neun Stunden Schule, dann Hausaufgaben, am Wochenende Vokabeln büffeln: Wo bleibt die Zeit für Freunde? (© Foto: iStockphoto)
Anzeige
Liegt es daran, dass jeder ein paar Bekannte hat, deren Kinder angeblich ganz gut mit dem G8 klarkommen? Oder liegt es daran, dass jeder heimlich zweifelt, ob es nicht doch nur die eigenen Kinder sind, die vom G8 überfordert sind? Vielleicht glauben wir Eltern auch, dass wir langfristig nur global konkurrieren können, wenn wir uns dem Schulwahn der Chinesen und Japaner anpassen?
Fest steht: Wohin ich auch gehe und mit wem ich auch spreche, fast alle Eltern beschweren sich über den Druck, der auf ihren Kindern und somit auf der ganzen Familie lastet.
Bei uns sieht der Schulalltag so aus: Um 7.20 Uhr verlassen unsere beiden Kinder (Zwillinge, beide 12 Jahre alt und wegen unterschiedlicher Neigungen auf verschiedenen Gymnasien) das Haus, zwischen 13.30 und 16.00 Uhr kommen sie aus der Schule zurück. Sie sind dann fix und fertig, hungrig (keine Kantinen in den Schulen, also auch kein Mittagessen), übermüdet und schlapp.
Als gut ausgebildete Akademikerin beginnt zu diesem Zeitpunkt mein Zweitjob: das Nachmittagsmanagement. Ich überrede die Kinder zu einem kleinen Essen, organisiere die Lernphasen und Pausen, den Kieferorthopäden und das Musiküben. Für uns alle der reinste Stress. Nach sechs bis neun Schulstunden geht bei den Kindern einfach nicht mehr viel. Es werden mal so gerade die Hausaufgaben bewältigt und ein wenig Musik geübt. Für Sport ist keine Zeit, auch für Freunde und Spielen nicht. Es ist auch keine Zeit, um Dinge des Alltags zu lernen, wie Aufgaben im Haushalt, wirtschaftliche Grundlagen.
Stattdessen muss ich meine Kinder wie kleine Prinzen bedienen und umsorgen, damit sie ihr Minimalprogramm bewältigen können. Will ich das wirklich? Ist das richtig? Was ist, wenn die bayerische gymnasiale Elite ihren Stand nicht erhalten kann? Wenn's für die Putzfrau und den Steuerberater später mal nicht reicht?
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Lehrerin verklagt Schülerin Wegen Hasenzeichnung vor Gericht 19.05.2010
- Schulmanagement Ein Assessment-Center für Schulleiter 17.05.2010
- Hauptschüler auf Jobsuche Nur nicht frustrieren lassen 10.05.2010
- Stress durch Ganztagsschulen Unterricht, der krank macht 10.05.2010
- Debatte um Schulsystem Abgehängt in NRW 06.05.2010
- Berufsbildungsbericht 2010 Im Land der Bildungsmuffel 29.04.2010
- Schüler ohne Papiere Illegal im Klassenzimmer 29.04.2010
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
hey alle zusammen
ich selbst bin schüler einer 8en klasse eines gymnasiums bayerns....
es stimmt zum teil schon
DIe schule beginnt ja eigentlich schon um 7:30 wenn alle zum bus müssen
heimkommen tu ich meist gegen 16 uhr
jeder der etwas rechnen kann kommt nun auf 8,5h
8,5!!!!!!!!
dies sind in der woche 44h...
gibt euch des 44h...
und jez sagt nicht es ist nur schule....
erinnert euch selbst mal daran liebe politiker
wie kaputt wart ihr nach gard einmal 5h....
versetzt euch noch mal in eure kindheit zurück und dann überlegt euch was ihr mit uns macht
Sieht eher so aus als sei Frau Huempel etaws ueberfordert - und das trotzdem sie eine "gut ausgebildete Akademikerin" ist.
"Stattdessen muss ich meine Kinder wie kleine Prinzen bedienen und umsorgen, damit sie ihr Minimalprogramm bewältigen können. Will ich das wirklich? Ist das richtig?"
Weiss ich auch nicht Frau Huempel...aber warum sollte das ein Problem der Allgemeinheit sein - herauszufinden was Sie wollen?
Frau Huempel "organisiert" das Leben ihrer Kinder - und daran ist das G8 schuld. Sie hatter gern dass die Kinder so gegen 14 Uhr (aber nicht spaeter) aus der Schule kommen...satt, gebildet, sozial kompetent und gesellschaftlich engagiert. Soviel sollten die Schule und der Staat schon leisten koennen...selber muss man sich das als Eltern nicht engagieren. Offenbar langt es nicht mal mehr dazu den Kindern ein Mittagessen mitzugeben...soll auch gefaelligst die Schule (d.h. die Allgemeinheit) machen.
Man beschwert sich dass keine Zeit fuer Freizeit ist aber man hat "extra bestellte Lernhefte" zur Hand die man den Kindern am Wochenende vorsetzt.
Und wer schon "Eliteuniversitaet"' neben den Namen der Uni schreiben muss, der weiss dass es sich um keine handelt. Bei Harvard oder Yale schreibt das auch keiner dazu. Und eine Eliteuni nimmt auch niemanden mit einem "durchschnittlichen" Abitur auf.
Meine Güte - ich kann es nicht mehr hören! Kein Wunder, dass unsere Gesellschaft verweichlicht und man immer mehr Leute sieht, die aus Faulheit lieber zum Sozialamt gehen als in die Arbeit. In der Arbeit müsste man nämlich tatsächlich etwasTUN und in dem einen oder anderen Fall sogar Leistungsdruck aushalten. Das bemitleidete Kind von heute ist der Waschlappen von morgen! In anderen Ländern gehen die Kinder ganztags zur Schule, müssen viel mehr leisten und auch in den Ferien lernen. Und das ist auch gut so - denn es ist eine realistische Vorbereitung auf das spätere Berufsleben, in dem man ständig Leistungs- und Konkurrenzdruck ausgesetzt ist.
In Deutschland schleppt man sein Kind, wenn es schlechte Noten hat, erstmal zum Psychologen, damit es Dyskalkulie o.ä. bescheinigt bekommt. Wie schön, wenn man da als Eltern aus dem Schneider ist - "mein Kind ist nicht lernfaul - es ist krank".
Ich hätte da eine viel bessere Lösung: Wie wär's einfach mal mit Disziplin? Sich auf den Hosenboden setzen und lernen, lernen, lernen?
Ach so. Na, dann muss ich mich wohl - auch wegen meiner mangelhaften Rechtschreibung - bei der Elite unseres Landes entschuldigen.
übrigens:
"Es wird fast immer nur den (J)ammernden und (ü)berforderten eine Plattform gegeben."
"Aber wer genug Hirn (hat) steht drüber. "
"Kann sein (,) dass sie mich jetzt als arrogant bezeichnen. Aber ich stehe drüber..."
Viel Spass noch beim Drüberstehn!!! ;o)
Ja und? Ich arbeite auch. Und ich mach es gerne, weil ich so mein bereits gelerntes schon mal in die Tat umsetzen kann.
Außerdem schreibt man "Masse" und nicht "Maße".
Was ich eigentlich sagen wollte:
Es wird fast immer nur den jammernden und überforderten eine Plattform gegeben.
Die werden aber nicht zu den Leistungsträgern, die das Land braucht.
Kann sein, dass das G8 scheiße ist. Aber wer genug Hirn steht drüber.
Kann sein dass sie mich jetzt als arrogant bezeichnen. Aber ich stehe drüber...
nix für ungut :)
Paging