Weil Leistungsdruck und Erwartungen immer höher werden, überziehen Eltern die Schulen mit Beschwerden.
Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, sagte einmal, Eltern seien "der ungehobene Schatz in unserem Bildungswesen". Ein irgendwie ja schönes Bild, das aber bei näherem Hinsehen so dramatische Schieflage bekommt wie die Titanic kurz vorm Sinken: Das Schiff der Bildung, unterwegs in den endlosen Meeren des Wissens, und irgendwo, tief unten am Meeresgrund, treiben die Eltern, passiv wie Wasserleichen, wertvoll wie spanische Galeonen, und warten auf ihre Bergung?
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Vielen Lehrern kommen die Eltern heute eher vor wie vielköpfige Seeungeheuer, die sie vernichten wollen. Umgekehrt sehen viele Eltern in den Lehrern unfähige Kapitäne, die ihre Kinder in den Abgrund manövrieren. Laut einer Studie des Erlanger Erziehungswissenschaftler Professor Werner Sacher können nur 17 Prozent der Lehrer und 10 Prozent der Eltern als so "aufgeschlossen" bezeichnet werden, dass sie von sich aus den Kontakt zueinander suchen. Um in Max Schmidts Bild zu bleiben: Es dürfte schwer sein, den Schatz in naher Zukunft zu bergen. Was gerade in Bayern viel mit der frühen, strengen Selektion zu tun hat.
Da fangen Eltern im Kindergarten damit an, ihre Kleinen fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Mütter von Siebenjährigen rufen verzweifelt bei der Schulberatung an und fragen, was aus ihrem Jungen nur werden soll, er habe gerade eine fünf nach Hause gebracht.
Kinder übernehmen solche Ängste sehr früh: Als die Hauptschullehrerin Ortrud Essling kürzlich an einer Münchner Grundschule Vertretungsunterricht machte, kamen mehrere Drittklässler auf sie zu und fragten entsetzt, ob die Klasse denn so schlecht sei, dass jetzt schon eine Hauptschullehrerin kommen müsse.
Essling ist nebenbei psychologische Beratungslehrerin am Schulamt München und sagt, der Druck und die Angst der Eltern hätten sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren "enorm verschärft". Zum einen sicherlich durch Pisa, zum anderen durch diffuse Globalisierungs- und Wettbewerbsängste.
Essling sagt, der zunehmende Druck mache die Kinder "richtiggehend kaputt". Viele kämen mit psychosomatischen Erkrankungen in ihre Beratungsstunde. "Die sitzen hier und fühlen sich schuldig: Die Mama hat doch so viel mit mir geübt und jetzt hab ich's wieder nicht geschafft. Ich möchte nicht, dass die traurig ist." In der vierten Klasse verwandeln einige Eltern den Alltag ihrer Kinder in zwölfmonatige Lernlager. Und den Lehrern heizen sie ein: wenn mein Sohn es nicht aufs Gymnasium schafft, hat die Lehrerin ihm ja wohl den Stoff nicht richtig vermittelt; außerdem mag sie Mädchen ja lieber als Jungen, das sieht man doch. Sie kaufen sich Ratgeber über ,,Elternrechte in der Schule'', bitten befreundete Lehrer um Privatgutachten zur Diktatbenotung ihres Sohnes, drohen in den Sprechstunden immer häufiger damit, dass sie Anwälte einschalten. Und wissen Sie eigentlich, dass mein Mann über hervorragende Beziehungen zum Landratsamt verfügt?!
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Das Wort Mesalliance als deutsches Fremdwort hat insbesondere die Bedeutung
eine unglückliche Verbindung eingehen. Das allerdings kann man auch ohne
Heirat. Der eigentliche Fehler liegt hier beim Doppel-s.
Lieber Alex Ruehle,
ich verstehe ein Wort in Ihrem Artikel nicht:
S.1, 2. Abschnitt: "Messaliance" ??
Meinten Sie frz. "mesalliance", mit accent aigu, (den ich hier nicht hinkriege), auf dem ersten e?
Aber was sollte denn "mesalliance" in diesem Kontext?
"mesalliance" = Missheirat, Heirat zwischen Personen ungleichen Standes
Frage: Wer heiratet denn da wen? Und wer ist von hoeherem, wer von niedrigerem Stand?
Frage 1: Gibt es europäische Länder wo Bildung einfach besser klappt?
Frage 2: Warum übernimmt man dieses Bildungskonzept nicht?
Es grüßt: Peter H.
P.S.: Die Antwort: "Wir haben kein Geld dafür" lasse ich nicht gelten, weil für "Reparaturmaßnahmen" wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Jugendhilfe haben wir ca. 200 Milliarden Euro übrig.
Wie konnte es gekommen, dass die heutige Gesellschaft, also auch die (Bildungs-)Politik in der Bundesrepublik Deutschland es nicht schafft, mit sehr viel weniger Kindern als in den Anfänger dieser Reublik, eine gute Ausbildung herbeizuführen.
Da müssen Eltern Schulklassen, Toiletten etc. renovieren, beschämend für dieses Land!
Lehrer sind, trotz dreimonatiger Urlaubszeit, wo sie nicht dem "Stress" ausgesetzt sind, für den viele Lehrer gar nicht geeignet sind, permanent überfordert.
Daraus ergibt sich dann auch ein mangelnder Austausch bzw. eine mangelnde Zusammenarbeit (Konfilktfähigkeit) von Eltern und Lehrern, die immer wieder beschworen wird, sobald es kritisch wird. Lehrer gehen sofort in Abwehrhaltung, lassen nichts an sich heran und es dann an den Kindern aus.
Das ist täglich zu beobachten.
Erfurt, Berlin sind auch deswegen in die Schlagzeigen geraten; natürlich nicht nur deswegen (Es soll ein nicht so bekanntes Gutachten dazu geben).
Hilfreich wären tatsächlich kleinere Klassen, besser ausgewählte Lehrer, also die, die belastbar für diesen Beruf sind.
Natürlich ist auch die sich gewandelte Gesellschaft zu beleuchten, wo sich die Schüler und die Eltern mehr zutrauen und auch mehr erlauben.
Natürlich sind nicht die Lehrer die Hauptschuldigen. Dieser Vorwurf geht an die Politik, die es jahrelang versäumt hat, stetig mit dem Wandel schritt zu halten.
Bereits in den Fünfzigern galt, wir haben fast keine Bodenschätze mehr, nur die Schätze im Gehirn.
Manchmal könnte der Eindruck entstehen,als lasse man die Jugend einfach so laufen, weil man einen großen Teil von Ihr entweder nicht mehr braucht in der Produktion oder sie zu lästig und zu teuer ist.
"Umgekehrt sehen viele Eltern in den Lehrern unfähige Kapitäne,
die ihre Kinder in den Abgrund manövrieren."
Aus eigener Eltern-Erfahrung gibt es leider viel zu viele Lehrer dieser Spezies,
die vollkommen den Beruf verfehlt haben nur um sich in die soziale Beamtenhängematte
zu begeben.
Wenn da die Eltern nicht den Mut zum Schulwechel aufbringen oder (finanziell) aufbringen können stehen die Kinder auf verlorenem Posten.
Wir als Eltern konnten es und alle Kinder haben die Uni erfolgreich verlassen können.
Wenn wir uns zurückerinneren hatten wir von Seiten der Schulbehörde keine Hilfe
zu erwarten. (Eine Krähe.....)
Zuviel Initiative der Eltern schadet den Kindern nur und aus Elternerfahrung fuhren die
Schüler am besten, deren Eltern nicht wagten einzugreifen.
Bei letzt erforderlichen Punkten od. 1/4-Punkten der erf. Versetzung
kam dann der Bonus der Nicht-Initiative zum tragen.
Das mag auch ein Grund der heutigen Situation zu sein.
Ich bitte daher um ehrliche Aufarbeitung
Paging