Schüler- und Studentenjobs Steuerfrei durch den Sommer

Millionen Schüler und Studenten jobben derzeit in den Ferien. Doch wer sich nicht mit Steuern und Abgaben auskennt, zahlt womöglich drauf. Die wichtigsten Tipps, wie vom verdienten Lohn am meisten übrig bleibt.

Von Berrit Gräber

Regale einräumen, Zeitungen austragen, Kellnern oder im Büro aushelfen: Millionen Schüler und Studenten nutzen jetzt die Sommerferien, um ihr Konto aufzubessern. Wer als junger Mensch dazuverdienen will, sollte sich aber möglichst früh schlau machen, wie das eigentlich mit Abgaben und Steuern läuft, empfiehlt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Sonst geht womöglich noch was vom sauer verdienten Lohn verloren. Auch die Eltern und Großeltern wissen meist nicht, wie ihre Kinder und Enkel am besten ihren Bruttolohn netto einstreichen können.

Wie geht man den Ferienjob an?

Für Schüler und Studenten ist es am besten, wenn sie auf Lohnsteuerkarte arbeiten. Damit kriegen sie ihr Geld unterm Strich brutto für netto, also ohne Einbußen. "Sie sollten mit ihrem Arbeitgeber darüber reden, bevor sie anfangen", rät Rauhöft. Hat der Betrieb noch nicht auf das elektronische Verfahren ELStAM umgestellt, gelten die Lohnsteuerkarten von 2010 weiter. Hat ein junger Ferienjobber noch eine alte Karte aus Pappe, muss er sie in diesem Fall gleich zu Arbeitsbeginn beim Chef abgeben. Wer noch nie eine besaß, kann beim Finanzamt eine Lohnsteuerbescheinigung kostenfrei beantragen. Arbeitet die Firma bereits mit ELStAM, muss nur die Steueridentifikationsnummer und der Geburtstag angegeben werden. Dann ruft der Arbeitgeber alle Lohnsteuerdaten elektronisch ab.

Was ist mit Abgaben?

Ein typischer kurzfristiger Ferienjob ist sozialversicherungsfrei, egal wie viel verdient wird. Schüler und Studenten bekommen also keine Beiträge abgezogen für Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Einzige Voraussetzung: Die Beschäftigung dauert nicht länger als 50 Arbeitstage im Jahr oder - bei einer Fünf-Tage-Woche - maximal zwei Monate. Ob die Zeit an einem Stück oder über die Ferien verteilt in Anspruch genommen wird, ist egal. Mehrere Jobs dieser Art innerhalb eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet.

Wie läuft es bei Dauerjobs?

Ab 50 Tagen oder zwei Monaten am Stück handelt es sich um keinen typischen Ferienjob mehr. Deshalb fallen Sozialabgaben und Steuern an. Die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge hängt davon ab, ob der junge Beschäftigte dann einen Minijob bis 450 Euro monatlich hat, einen Midijob zwischen 450 und 850 Euro im Monat oder ein normales sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.