Gerade war noch alles gut, dann kommt die schwere Krankheit - und plötzlich war's das mit dem Arbeiten. Da hilft die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie gilt als unverzichtbar, doch nur jeder Fünfte hat einen Vertrag. Warum eigentlich?
Kaum ein Deutscher kann sie leiden. Warum das so ist, verstand bisher niemand, selbst Versicherer und Verbraucherschützer sind sich einig: Jeder braucht sie, die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Trotzdem hat hierzulande nur jeder Fünfte einen Vertrag. Eine Studie des Meinungsforschungs-Instituts TNS Infratest und der Continentale deckt die Gründe dafür auf.
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Nach einem schweren Bandscheibenvorfall ist es nahezu unmöglich, an eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu kommen. (© dpa-tmn)
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1. Ich bin doch geschützt
Die häufigste Fehleinschätzung ist die fatalste: Beinahe drei Viertel der Deutschen wiegen sich in Sicherheit, obwohl sie es nicht sind. Sie vertrauen auf ihre Unfall- oder Lebensversicherung. "Aber nur die Berufsunfähigkeitspolice bietet einen angemessenen Schutz für Menschen, die nicht mehr arbeiten können", sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV). Nur wer sie hat, bekommt von seiner Versicherung, wenn nötig, über Jahrzehnte hinweg eine monatliche Rente ausbezahlt.
2. So schlimm kann es nicht sein
Jeder kennt ihn, diesen Frührentner, der morgens gemütlich in der Sonne frühstückt, während man selbst zur Bahn eilt. Ob er der Grund ist, dass 38 Prozent der Deutschen glauben, ihr Leben verlöre nicht an Qualität, wenn sie nicht mehr arbeiten könnten? Für Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg ein Irrtum: "Wer seinen Job nicht mehr ausüben kann, ist schnell in seiner Existenz bedroht", sagt sie. Das Familieneinkommen ist weg, die Kredite für Haus und Auto laufen weiter. Wer soll das bezahlen? "Der alte Lebensstandard kann nicht annähend aufrecht erhalten werden", so Castelló. Außer, die BU sorgt für eine angemessene Rente.
3. Die Police ist viel zu teuer
Über die Hälfte der Befragten nannte als Grund, der gegen eine BU spricht: zu teuer; das Geld wolle man lieber für anderes ausgeben. Nun ist zwar richtig, dass die BU nicht zu den günstigsten Policen zählt. Aber es gibt eine Zahl, die den Preis ihrer Prämien in das richtige Verhältnis setzt: Wird ein Mann Mitte 20 berufsunfähig, etwa durch einen Unfall, muss er bis zur Rente Einnahmeausfälle von über einer Million Euro verkraften; je nachdem, welchen Job er hatte, kann es sogar deutlich mehr sein. Er steht dann nicht nur vor der Frage: Wie werde ich wieder gesund? Sondern auch vor dem Problem: Wovon soll ich jetzt leben?
4. Mich erwischt es nicht
Niemand denkt gerne daran, schwer krank zu sein. Manche geben sich gar der Illusion hin, Unglück geschehe nur den anderen, ihnen selbst könne nichts passieren. Die Hälfte der Deutschen denken so - eine Fehleinschätzung. Jeden fünften erwischt es doch. Er scheidet frühzeitig aus dem Berufsleben aus, weil der Körper oder die Seele den Alltag nicht mehr mit machen. Nur selten ist ein Unfall schuld, meist sind Krankheiten die Ursache für Berufsunfähigkeit; immer häufiger sind es psychische.
5. Die Versicherung zahlt nicht
Beinahe drei Viertel sind überzeugt, dass es so läuft: Erst zahlt man Beiträge, und wird man dann berufsunfähig, springt die Versicherung nicht ein. 41 Prozent denken, bei einem selbst verschuldeten Unfall zahle sie nicht. Das ist falsch. Es gibt grundsätzlich nur äußerst wenige Ausnahmen, in denen die Unternehmen keine Rente zahlen: wenn sich der Versicherte etwas vorsätzlich verletzt. Wichtig ist allerdings, die Gesundheitsfragen vor Abschluss wahrheitsgemäß zu beantworten. Andernfalls kann es später wirklich zu Problemen kommen.
6. Der Staat sorgt für mich
Früher war nicht alles besser, aber manches: Bis 2001 war die BU noch Teil des gesetzlichen Schutzes. Doch die Zeiten sind vorbei. Zwar gibt es noch eine sogenannte staatliche Erwerbsminderungsrente. "Aber ist die so gering und der Zugang so schwer, dass niemand mit ihr rechnen sollte", sagt Experte Rudnik. Verbraucher müssen sich also selbst kümmern und eine private Versicherung abschließen. Trotzdem vertrauen noch 22 Prozent auf die Regierung.
7. Ich bin zu alt - und ich zu jung
Es gibt noch jene 41 Prozent, die sich gerne versichern würden, es aber sein lassen, weil sie sich für zu jung oder zu alt halten. Tatsächlich gilt: Je älter jemand ist, desto mehr Vorerkrankungen hat er meist hinter sich. Und je mehr Malaisen festgestellt wurden, desto schwieriger ist es, eine Police zu bekommen. Wer einen Bandscheibenvorfall erlitt, bekommt wohl keine BU mehr oder nur gegen Risikoaufschlag. "Wer jung ist, kommt leichter und günstiger an eine Police", sagt Rudnik. "Zu jung", so der Experte, "ist eigentlich niemand."
Dieser Beitrag hat im Netz eine Diskussion ausgelöst. Lesen Sie dazu auf der folgenden Seite die Stellungnahme unserer Autorin und die Antworten des Nachdenkseiten-Autors Jens Berger. Die ursprüngliche Überschrift haben wir durch die Originalversion aus der Süddeutschen Zeitung ersetzt.
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Wettmanipulation im Fußball
Bandscheibenvorfall
Die Bandscheibe braucht zur Heilung eine intakte Wirbelsäule. Durch einen chronischen Schaden in der Wirbelsäule konnte sich die Bandscheibenproblematik entwickeln. Chiropraktik kann auch zur Vermeidung von möglichen Schäden angewendet werden. Auch wenn die Bandscheibe stark degeneriert ist, kann sie sich wieder erholen. Bei 75% aller Bandscheibenvorfällen können erhebliche Verbesserungen durch Chiropraktik erreicht werden.
Delauche-Cavallier, MC.; Budet C.; Laredo, JD. et al “Lumbar disc herniation: computed tomography scan changes after conservative treatment of nerve root compression.” Spine, 1992; 17(8): 927-933
Eriksen, K. “Management of cervical disc herniation with upper cervical chiropractic care.” Journal of Manipulative and Physical Therapeutics Bd. 21, Nr. 1. January, 1998
Maiocco, B. et al. “Adolescent idiopathic scoliosis and the presence of spinal cord abnormalities.” Preoperative Mill analysis. Spine, Nov. 1997;22(21), S.253‘7-4l
Pang-Fu Kuo, P.; Lob, Z. “Treatment of lumbar intervertebral disc protrusions by manipulation.” Clinical Orthopedics and Related Research, Feb. 1987; 215:47-55
Ressel, OJ. “Disc regeneration: reversibility is possible in spinal osteoarthritis.” ICA Review März/April 1989 S.39-6l
Yekutiel, M.; Robin, GC.; Yarum, R. “Proprioceptive Function in Children with Adolescent Idiopathic Scoliosis.” Spine 1981; 6(6):560-6
Weiter Informationen finden sie auch unserer Homepage: info@chiropraktik-akademie.de
Für meine Begriffe zeigt sich sowohl am Artikel, als auch an den Kommentaren, wie kompliziert das Thema einer sinnvollen Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich ist. Fehleinschätzungen gibt es nicht nur im Artikel, sondern auch unter den Kommentaren.
Egal aber, wie man zu dem Thema steht: Was gibt es derzeit an Alternativen zu einer privaten Absicherung? Reich geboren werden, lässt sich schlecht steuern und nachträglich nicht korrigieren. Sparen als Alternative zur Absicherung eines existenzbedrohenden Risikos ist pures Glückspiel. Nichts machen (obwohl der Bedarf da ist, man versicherbar wäre und sich die Absicherung leisten kann) ist Leichtsinn. Hoffen darauf, dass einen die Gesellschaft auffängt, wenn es einen doch erwischt? Oder der Partner / die Partnerin? Auf (positive) politische Veränderung warten?
Nicht für jeden ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Nicht jeder hat überhaupt eine Chance, versichert zu werden. Nicht jeder, der einen Vertrag hat, hat deshalb auch Versicherungsschutz, geschweige denn den richtigen. Nicht jeder, der eine Berufsunfähigkeitsrente beantragt, wird sie auch bekommen. Wer aber gar nichts macht, obwohl er es könnte, hat nicht einmal eine klitzekleine Chance darauf. Das sollte einem dann auch bewusst sein.
Mit freundlichen Grüßen aus Osnabrück
Matthias Helberg
-Versicherungsmakler-
Kapiert die SZ nicht, dass solch kaum versteckte Reklame im Internet-zeitalter sofort auffliegt und das Image zerstört?
SZ: merkt Ihr sowas wirklich nicht? Habt Ihr wirklich swo wenig Wissen um die Mechanismen im Internet? Solch Reklamemist geht doch sofort rum in der Gemeinde. Schließlich mögen wir (noch) die SZ und passen auch ein wenig auf sie auf... :-)
http://www.nachdenkseiten.de/?p=10070
Viel Spaß beim Lesen.
Neoliberales Gedöns als Artikel zu deklarieren ist so was von daneben und lässt nur den Schluss zu, dass Sie freier Journalist sind und sich nebenbei ein paar Euro von „Verunsicherungen“ sponsern lassen.
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