Dass Lehrer weniger arbeiten als andere Arbeitnehmer, bezweifeln mehrere Studien. Der Potsdamer Psychologe Uwe Schaarschmidt hat für Lehrer durchschnittliche Wochenarbeitszeiten von fast 53 Stunden errechnet; die langen Ferien würden dadurch ausgeglichen. Allerdings beruht die Untersuchung (wie die meisten Studien) auf Selbstauskünften von Lehrern. Der Freiburger Mediziner Joachim Bauer befragte 950 Pädagogen: Sie kamen im Schnitt auf eine 51-Stunden-Woche. Bereits Ende der neunziger Jahre hatten Unternehmensberater in Nordrhein-Westfalen den hohen Einsatz vieler Lehrer gemessen. 6500 Pädagogen wurden damals untersucht, die durchschnittlichen Jahresarbeitszeiten lagen je nach Schulform zwischen 1750 und 1980 Stunden. Auffällig war allerdings die große Streuung der Werte. Es gibt demnach Pädagogen, die ausgesprochen viel arbeiten - und solche, die den Job eher leichtnehmen.
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Vorurteil 3: Lehrer machen schnell schlapp und leiden unter Burn-out.
Der Psychologe Uwe Schaarschmidt hat bei Hunderten Studenten und Lehrern die Gefahr eines Burn-outs untersucht. Bei 29 Prozent der Lehrer diagnostiziert er ein "Risikomuster" der Erschöpfung. Das Problem beginne oft während des Studiums, viele Lehramtskandidaten seien zu schwach motiviert. In diese Richtung argumentiert auch Rauin. Schon im Studium seien zu viele überfordert: "Wer sich im Job ausgebrannt fühlt, hat häufig bereits während seiner Ausbildung nicht für den künftigen Beruf gebrannt." Die neue Studie des Max-Planck-Instituts, die auch Daten zu Persönlichkeitsmerkmale auswertet, konnte hingegen nicht feststellen, dass das Lehramt psychisch Labile besonders anzieht. Die angehenden Pädagogen würden keine ungünstigeren psychosozialen Voraussetzungen mitbringen als die Studenten anderer Fächer, schreiben die Autoren.
Seit einigen Jahren geht der Anteil der Lehrer zurück, die wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in Ruhestand gehen. Er liegt mit 23 Prozent aber immer noch über dem Durchschnitt im öffentlichen Dienst (17 Prozent). In Berlin steigt die Zahl dauerhaft kranker Pädagogen; Lehrerverbände sehen Gründe dafür in steigender Arbeitsbelastung und dem Stress durch eine schwierige Schülerschaft.
Der Bildungsforscher Ludger Wößmann warnt davor, bei der Beurteilung von Lehrern pauschal zu geringe Kompetenzen und zu geringe Motivation zu unterstellen. Gleichwohl dürfe man keine "rosarote Brille" aufsetzen, denn die Professionalität der Pädagogen sei der wichtigste Faktor für einen guten Unterricht.
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(SZ vom 20.4.2009/bön)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Na, aber immer gerne.
DANKE für diesen Beitrag!
ein recht kurioser Beitrag!
Sie finden also, dass sich die Vorurteile Lehrern gegenüber doch zum größten Teil bewahrheiten und begründen dieses offensichtlich durch die Meinung einer Bekannten und die Erfahrung aus der Perspektive des Schülers (!!) an der eigenen Schule.
Das ist ja unglaublich objektiv. Ferner differenzieren sie (nur) drei Gruppen von Lehrern, um dann auf einen davon (den Hauptschullehrer) nicht einmal einzugehen. Dort scheint wohl kein Bekannter beschäftigt zu sein.
Wie kann man denn (gerade als Gymnasiast) so naiv sein, sich nur aufgrund der Aussage einer Bekannten ein Bild vom Beruf eines (in diesem Fall) Grundschullehrers zu machen.
Wenn sich die berufliche Situation ihrer Bekannten tatsächlich so darstellt, dass sie noch während der Unterrichtszeit dazu kommt, Arbeiten zu korrigieren, dann sollte man sich viell für diese einfach nur freuen. Denn so etwas ist doch nur recht selten der Fall, dass kann ich ihnen als Fachleiter versichern. Im übrigen beschreibt dieser Umstand nicht, dass SuS dadurch vernachlässigt werden! Aber einen Einzelfall dafür zu nutzen, um daraus verallgemeinernd über einen Berufsstand zu urteilen?
Des weiteren scheinen sie ja aufgrund ihrer reichhaltigen Berufserfahrung genau zu wissen, dass Gymnasiallehrer einen sehr harten Beruf haben können, dass vielen das Wohl ihrer SuS aber völlig egal ist. Woraus leiten sie dieses ab?
Auch der Einwand, dass viele von Pädagogik keine Ahnung haben, scheint mir ( evtl aufgrund eines G- oder L- Kurses Pädagogik) sehr fundiert!!!!
Und noch etwas zum Verständnis: Meistens verkriechen sich LuL nicht im Lehrerzimmer. Dieses ist u.a. auch ein Pausenraum. Auch Lehrer brauchen mal eine Pause!
Und wo liegt ihrer Meinung nach der besondere Reiz einer Privatschule? Ich kenne genausoviele Vor- wie Nachteile. Sie auch?
Vielleicht beenden sie erst einmal ihre Schullaufbahn, mit etwas Glück mit dem Abitur. Und dann, in ein paar Jahren, mit etwas mehr Erfahrung und Know-How, äußern sie sich noch einmal etwas dezidierter zu der Thematik.
Mit besten Grüßen!;-)
Ich besuche ein Gymnasium 13 Klasse und finde, dass sich die Vorurteile Lehrern gegenüber doch zum größten Teil bewahrheiten.
Zu erst einmal muss man aber differenzieren zwischen Grundschullehrer, Hauptschullehrer und Gymnsasiallehrer.
Ich habe mich letzens mit einer Bekannten unterhalten, noch sehr jung und gerade Grundschullehrerin geworden. Sie sagt, dass man als Grundschullehrer sehr wenig Arbeit hat und das alles doch sehr einfach und entspannt ist. Arbeiten könne sie sogar noch während des Unterrichts bewerten, dh. dass sie wirklich zu Hause frei hat. Außerdem sagt sie, dass der Beruf perfekt für Familie ist, viel Ferien und man ist finanziell gut abgesichert. Selbst einer meiner Lehrer lacht, wenn man Gymnasiallehrer mit Grundschullehrer vergleicht.
So, jetzt geht es zu den Gymnasiallehrern. Gymnasiallehrer kann ein sehr harter Beruf sein, wenn man sich die Probleme der Schüler zu Herzen nimmt und wirklich Lehrer aus Überzeugung ist. Und davon gibt es leider nicht mehr all zu viele. Dann gibt es die Lehrer, denen es egal ist, ob Schüler es schaffen, denen Schule eigentlich egal ist.
Von Pädagogik haben die meisten eh keine Ahnung, die Lehrer verkriechen sich im Lehrerzimmer in den Pausen, egal ob ein Schüler noch Fragen hat oder nicht.
Vorwerfen kann man es Leherern aber nicht, denn es gibt ja auch nicht wirklich Anreize Leistung zu vollbringen. Außnahme sind Privatschulen.
wawerka hat durchaus recht.
Ich halte immer mal wieder Schulungen zu technischen Themen. Meine Kunden bezahlen entweder relativ viel Geld für die Teilnahme an diesen Workshops oder es handelt sich um freiwillige Zusatzveranstaltungen an Hochschulen. Entsprechend motiviert sind die Teilnehmer.
Vor ein paar Jahren bekam ich das Angebot auch mal eine Veranstaltung an einem Gymnasium (Oberstufe) abzuhalten. Das muss man sich einfach mal reintun; es ist eine durchaus interessante Erfahrung: Schule ist ANDERS.
Statt vor einem Dutzend motivierter Teilnehmer, die alle für Ihren Einsatz (Geld oder Zeit) auch etwas haben wollen (Wissen) steht man vor knapp dreißig Figuren von denen sich ca. fünf bis sechs aktiv am Unterricht beteiligen, einem großen Mittelfeld das einfach nur konsumiert (da würde Schulfernsehen genauso reichen) und das letzte Drittel zeigt offensives Desinteresse.
Diese Mischung muss man erstmal aushalten.
Daher gilt mein Respekt Allen, die sich diesen Cocktail tagtäglich reinziehen.
"Hut ab" sagt der jazzbert.
Paging