Bundesarbeitsminister Scholz erntet weiterhin Kritik aus Unionskreisen für seinen Plan, einen Rechtsanspruch auf den Hauptschulabschluss einzuführen.
Aus der Union kommt weiterhin Ablehnung zum SPD-Vorstoß für einen Rechtsanspruch auf den Hauptschulabschluss. "Das kann sich die SPD abschminken", sagte der CDU-Mittelstandspolitiker Michael Fuchs der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Bis zu 80.000 Jugendliche verlassen jedes Jahr die Schule ohne Abschluss. Bundesarbeitsminister Scholz will dagegen vorgehen. (© Foto: AP)
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Es sei nicht Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit (BA), Bildungspolitik zu betreiben. Der Chef des CDU/CSU-Parlamentskreises Mittelstand verwies darauf, dass Arbeitnehmer und Unternehmen für die zusätzlichen Kosten aufkommen müssten. "Ich wehre mich dagegen, dass immer wieder die Leistungsträger belastet werden", sagte Fuchs.
In einem Brief an Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte vor einigen Tagen auch Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) das Vorhaben der SPD kritisiert. Kauder warnte in dem Schreiben vor erheblichen Mehrausgaben für die BA. Auch die geplante Senkung des Arbeitslosenbeitrags gerate in Gefahr.
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will erreichen, dass jeder Arbeitslose mit Unterstützung der BA den Hauptschulabschluss nachholen kann. Jedes Jahr verlassen nach Angaben der Zeitung bis zu 80.000 Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss.
(dpa/cag)
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Rechtsanspruch auf Hauptschulabschluss heißt konsequenterweise Schule bis zum Abwinken, am einfachsten gleich bis zum Rentenalter.
Da die Betroffenen nach mindestens 10 + 2 Schuljahren erwachsen sind, mag der häufig negative Einfluss des Elternhauses schwinden und möglicherweise die eigene Motivation gestiegen sein. Das würde für eine Sonderschule mit spezieller Förderung sprechen, was aber auch nur von endlicher Dauer (1 bis 2 Jahre?) sein kann. Das würde aber keinen Rechtsanspruch auf Hauptschulabschluss implizieren sondern allenfalls einen Rechtsanspruch auf spezielle Förderung. Ein Hauptschulabschluss ohne Leistungsnachweis ist nur ein Stück Papier ohne Wert.
Die Abschlusszeugnisse haben in den letzten Jahren ohnehin unter der Zensureninflation gelitten. Mit den vielen gerichtlichen Klagen wohlmeinender Eltern sind die Zensuren 'besser' geworden. Dafür 'stiegen' die Anforderungen für den Einstieg in viele Berufe, was aber nur zu längerer Schulzeit geführt hat. Wo früher ein befriedigender Realschulabschluss ausreichte, muss es inzwischen Abitur sein, d.h. zwei Jahre längere Schulzeit.
Übrigens: Die BA wird durch Herrn Scholz aus durchsichtigen Gründen damit in Verbindung gebracht. Die Zuständigkeit und also auch die Finanzierung läge sonst nämlich bei den Bundesländern, d.h. statt 16 wehrt sich nur einer.
Ich hoffe doch, daß Arbeitslosengeld erst dann bezahlt wird, wenn jemand vorher Beiträge bezahlt hat. Somit hat er ja den Nachweis erbracht, eine Tätigkeit ausgeübt zu haben ggf, auch ohne Hauptschulabschluß.
Das Problem ist doch nicht, ob das Arbeitsamt als Fortbildungsmaßnahme u.a. auch den Hauptschulabschluß bezahlt, sondern warum soll es darauf einen Rechtsanspruch geben? Wer das in neun Jahren (plus 2 Jahre für Sitzenbleiber) nicht schafft, für den läuft das Leben eben etwas anders als für die anderen, die zumindest den Hauptschulabschluß geschafft haben. Die 80.000 in Jahr werden in einem Land wie Deutschland doch auf dem Arbei9tsmarkt unterzubringen sein. Es gibt genügend Arbeiten, bei denen es darauf ankommt, anzupacken und sei es nur bei DSDS.
Darüber hinaus ist mir die Aussage, daß jährlich 80 tsd. Jugendliche den HS-Abschluß nicht schaffen schon sehr grob dargestellt. Wie schaut es mit Detailinformationen dazu aus? Ich kann und will nicht daran glauben, daß es sich dabei um 80 tsd. Opfern handelt, die so gar keine Eigenschuld an ihrem Schiksal tragen.
Die Union pflegt ihre kleingeistigen Ideologien, der Steuerzahler hält jährlich 80.000 neue Hartz4 Empfänger aus. Es ist doch effizienter, die Leute nachzubilden, als sie ein Leben lang auszuhalten.