Muss eine Firma ihre Mitarbeiter auch für ihre Raucherpausen bezahlen? Welche Antworten das Arbeitsrecht zu Fragen rund um die Zigarette gibt.
Arbeitgeber müssen Raucherpausen nicht vergüten. "Der Arbeitgeber darf allein entscheiden, ob er solche Pausen bezahlt - rechtlich gesehen ist er dazu aber nicht verpflichtet", sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), der Stuttgarter Rechtsanwalt Jobst-Hubertus Bauer. Der Chef einer Firma könne daher verlangen, dass Angestellte die Zeit nacharbeiten, in der sie ihren Arbeitsplatz zum Rauchen verlassen.
Qualmende Zigarette: In jeder dritten Firma gilt ein Rauchverbot. (© Foto: ap)
Anzeige
"Geregelt wird das entweder nach Absprache, oder die Mitarbeiter müssen ausstempeln, wenn sie eine Zigarettenpause einlegen", so Bauer. Laut dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn werden Raucherpausen bereits in jedem fünften Unternehmen mit der Stechuhr kontrolliert. In mehr als jeder dritten Firma herrsche zudem im gesamten Betrieb ein Rauchverbot, heißt es unter Berufung auf eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad von 2006.
Einen Anspruch auf Raucherpausen haben Arbeitnehmer zudem nicht, erklärt der Arbeitsrechtler Bauer. Allerdings dürfe der Betriebsrat mitbestimmen, ob solche Auszeiten während der Arbeit gewährt werden. "In Firmen ohne Betriebsrat muss man das mit dem Chef ausmachen, wie oft man zum Rauchen rausgehen darf." Auch dürften Raucher ihre Pause nicht übermäßig ausdehnen. "Da gibt es aber keine festgelegte Zeit - es darf nur nicht sein, dass der Betrieb durch Zigarettenpausen zu sehr aufgehalten wird."
Welcher wirtschaftliche Schaden jedes Jahr durch Raucherpausen entsteht, lässt sich im Internet auf der Seite Zigarettenpausenrechner.de nachvollziehen. Wie die Firma AHB Electronic in Hemsbach hier vorrechnet, kostet es einer Firma bis zu 540.000 Euro pro Jahr, wenn sich 200 Mitarbeiter fünfmal am Tag eine fünfminütige Zigarettenpause genehmigen.
(dpa/bön)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Es geht doch nicht darum, ob ein Mitarbeiter kleinere Pausen einlegt - Das ist erwiesen und richtig, daß JEDER Mitarbeiter/in diese wenn möglich alle 60 Minuten durchführt.
Es gehen aber nicht ALLE Zigaretten rauchen - nur Raucher - klar?!!
Erst rauchen als "private Angelegenheit" bezeichnen und dann ein Allgemeinrecht einfordern - was denn nun??
Ich würde diese Argumentation nachvollziehen können, würden alle rauchen - Dies' ist aber definitiv nicht der Fall.
Also, Kaffee machen, Blumen gießen, Flurgespräch, (Internet) usw. - das macht jeder, also Allgemeinrecht und kommt dem Allgemeinwohl auch zum Teil zu Gute.
Rauchen - machen NUR Raucher - also Privatvergnügen, basta! Rauchen kommt auch def. NICHT dem Allgemeinwohl zugute, oder will das jemand behaupten?
Alles andere ist dummes Geschwätz und sich in die eigene Tasche gelogen.
Schon wieder ein neuer Mist, wir leben hier in einem Irrenhaus, immer müssen neue Schuldige gefunden werden. Kleine Pausen sollten während der Arbeitszeit immer eingelegt werden, das ist viel effizienter als stures Durchklotzen.
Da viele Arbeiten heute ausschliesslich vor dem Bildschirm erledigt werden, greift die Bildschirmarbeitsverordnung:
"Um die Belastungen duch die Tätigkeiten mit Bildschirmen möglichst gering zu halten, wurde bereits 1996 die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) erlassen.
In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass der Erholungswert mehrerer kurzer Pausen größer ist. Generell sollte die zusammenhängende Arbeitszeit am Bildschirm zwei Stunden nicht überschreiten. Däubler (in: Internet und Arbeitsrecht, Rn. 655) hält bezüglich eines Bildschirmarbeitsplatzes eine zehnminütige Unterbrechung der Bildschirmtätigkeit pro Stunde für angemessen."
http://www.arbeitsrecht.de/arbeitsrecht/newsletter/archiv/2003/NL_086.php?navid=1
Unternehmer und böswillige Kollegen müssen also was anderes zum Schikanieren suchen, wenn sie nicht gegen das Arbeitsrecht verstoßen wollen.
Im Endeffekt ist es doch egal wieviele Pausen Mitarbeiter machen, Hauptsache sie erledigen ihre Arbeit. Die Arbeitgeber beschweren sich ja auch nicht, daß ihre Agestellten sich mitunter Arbeit nach Hause mitnehmen, per Handy erreichbar sind und eventuell sogar per BlackBerry in der Freizeit mit emails versorgt werden.
Auch diese Pauschalisierungen "Raucher haben ihre Raucherpausen, Nichtraucher quaseln dafür mehr" finde ich daneben. Meine persönliche Erfahrung (bin selbst Nichtraucher) ist, daß es Kollegen gibt die viele Pausen machen und Kollegen die weniger Pausen machen. Dabei ist es völlig egal ob der Kollege Raucher oder Nichtraucher ist, ein Anlaß die Arbeit liegen zu lassen findet sich immer.
Am Ende ist es Aufgabe der Führungskräfte sicherzustellen, daß die Leute ihre Arbeit erledigen. Wenn die übertragenen Aufgaben nicht ausreichen die Soll-Arbeitszeit damit auszufüllen ist das das Problem des Arbeitgebers. Und schließlich sollte man auch nicht vergessen, daß motivierte Mitarbeiter mehr leisten als unmotivierte (wobei in meinen Augen Motivation Angst vor Jobverlust).
Es ist anscheined so, daß manche "Gleicher" sind - BESTENS!!!
Ich lese halt gerne, mal meinen Chef fragen, ob ich net mal so alle Stunde für 15 Minuten ein wenig lesen kann - das macht mich halt locker!
Machen wir doch einfach ALLE unser eignes Ding - dadurch arbeiten wir dann vielleicht auch besser!!!
Talking about turning in circles....
Nur noch Eins, ich bin echt froh, daß den Rauchern immer eine andere Ausrede zum rauchen einfällt - muss wohl doch sowas wie ne Sucht sein - aber was weiß ich schon, ich bin ja nur so ein spaßloser, lebensunlustiger Nichtraucher. NEID!!!!
Wenn ich solche Be- und Aufrechnungen lese, frage ich mich: Was soll das? Und prompt kommt aus meinen Gehirnwindungen die Hypothese: Sollte es etwa schlichter Neid sein, der die Aufrechner aufrechnen läßt? "Ich arbeite mir hier den Rücken krumm, während Kollege XY das nicht tut, sondern es sich stattdessen (zu) gutgehen läßt!"
Das scheint eine typisch deutsche Einstellung zu sein. Arbeit darf keinen Spaß machen! Und wenn die Arbeit korrekterweise keinen Spaß macht und sich der Kollege kleine Fluchten erlaubt (die dann den gewünschten Spaß zumindest ansatzweise bringen), dann werden die Fluchten mit der größten Mißbilligung beobachtet. Und unter Umständen angeprangert. Übrigens ist es in dieser Hypothese egal, ob die Fluchten aus Raucherpausen oder anderen privat anmutenden Beschäftigungen bestehen.
Zum Artikel:
Generell finde ich es OK, wenn während einer Raucherpause ausgestempelt wird.
Paging