In Zeiten akuten Lehrermangels unterrichten Förster Biologie und Studenten übernehmen Unterrichtsstunden. Das kann nicht gut gehen, warnen die Lehrerverbände.
Zum Schulbeginn in mehreren Ländern wachsen die Zweifel an Quereinsteigern als Lehrer in naturwissenschaftlichen Fächern. Nach jüngsten Schätzungen des Deutschen Philologenverbands (DPhV) fehlen bundesweit bis zu 450.00 Pädagogen, zwei Drittel von ihnen in den sogenannten MINT-Fächern wie Mathe und Physik.
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Quereinsteiger springen dort ein, wo ausgebildete Lehrer fehlen. Verbände warnen vor den Folgen. (© dpa)
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DPhV-Chef Hans-Peter Meidinger hatte daher gefordert, pensionierte Lehrer zu reaktivieren sowie vermehrt Quereinsteiger zu gewinnen. "Das zunehmende Zurückgreifen auf Studenten und arbeitslose Akademiker ohne pädagogische Ausbildung stellt eine Entprofessionalisierung des Lehrberufs dar", sagt hingegen Bernd Karst vom Realschullehrer-Verband in Rheinland-Pfalz. #
Dies schade auch dem Ansehen und mindere die Attraktivität für Studienanfänger. "In der schwierigen Phase des Umbaus der Schulstruktur ist über eine volle Unterrichtsversorgung hinaus eine Reserve erforderlich", sagte Karst weiter. In Rheinland-Pfalz läuft derzeit die Einführung einer "Realschule plus", die auch das Fachabitur anbieten kann.
Auch aus anderen Verbänden kam Kritik an den "Lückenfüllern": Ein Förster, der etwa Biologie unterrichte, könne kaum über die notwendigen didaktischen Fähigkeiten verfügen, hieß es zum Beispiel. Auch seien Quereinsteiger schnell wieder weg, sobald ihnen ein besserer Arbeitsplatz auf dem freien Markt winke.
Beispiel Berlin, wo nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW bis zu 400 MINT-Lehrerstellen vakant sind: Dort habe im Zuge des Aufschwungs bereits die Rückkehr von Informatikern in die Wirtschaft begonnen. Das Berliner Schulsystem beginnt an diesem Montag mit grundlegenden Veränderungen: Die neuen Sekundarschulen nehmen die Arbeit auf, sie treten als zweite Säule neben dem Gymnasium an die Stelle von Haupt-, Real- und Gesamtschulen.
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(SZ vom 23.08.2010/holz)
Nationalteam vor der EM
"[...]stellt eine Entprofessionalisierung des Lehrberufs dar"
vielleicht haben Lehrer nur Angst, dass Leute ohne Pädagogikausbildung diese Arbeit mindestens genauso gut beherrschen wie sie selbst.
Ich kenne privat ein paar Lehrer, und alle geben sie sehr viel auf ihren Beruf. In der freien Wirtschaft wären die miesten hilflos überfordert.
Ich glaube, daß es der Mehrzahl unserer Pädagogen an didaktischen Fähigkeiten mangelt!
Mit interessantem, praxisbezogenem Unterricht wären die Leistungen unserer Schüler bestimmt besser.
Ich habe sie zu meiner Schulzeit jedenfalls vermisst.
Quereinsteiger würden zumindest praxisnah unterrichten. Verschlechtern würde das die schulischen Leistungen unserer Kinder bestimmt nicht.
soso. Der Realschullehrer-Verband hat also Angst vor einer "Entprofessionalisierung".
Meiner ganz und gar unmassgeblichen Erfahrung nach ist das in vielen Fällen gar nicht mehr notwendig.
In meinem Schülerleben habe ich einige pädagogische Vollversager erleben dürfen. Diese gab es sowohl bei den "gelernten" Lehrern als auch bei den Quereinsteigern.
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Offensichtlich schützt also ein Lehramtsstudium nicht vor pädagogischer Minderqualifikation, allerdings würde den Quereinsteigern ein Aufbaustudium Pädagogik sicherlich gut tun.
und zeugt von einer Bunkermentalität.
Wie in anderen Berufen auch ist es wichtig auch Quereinsteiger zu haben. Das sind auch keine Lückenfüller. Allerdings muss man auch für die Quereinsteiger ein adäquates Paket schnüren damit die sich bewusst dafür entscheiden und nicht mangels alternativen, dann bekommt man nämlich tatsächlich nur die Luschen.
Den Schulen täten zumindest Lehrer die in ihrem Leben schon etwas anderes als ausschließlich Schule und Universität gesehen haben sehr gut.
Lustig finde ich immer wieder das rumreiten auf den pädagogischen Fähigkeiten die die Lehrer in ihrem Studium erworben hätten, denn zumindest bei Gymnasiallehrern ist das ein sehr kleiner Anteil am Studium und fast alle Gymnasiallehrer bezeichnen diesen auch noch als Zeitverschwendung. Geht es aber darum andere auszugrenzen wird das Argument immer gerne gebracht.
Paging