Sie wollen eine gute Bildung um jeden Preis: Immer mehr deutsche Türken suchen gute Schulen für ihre Kinder - und fliehen dabei auch vor anderen Türken.
Wir sind die, von denen er spricht, aber wir sind doch ganz anders." Die Schüler und Schülerinnen des deutsch-türkischen Privatgymnasiums in Berlin-Spandau fühlen sich übel angegriffen von Thilo Sarrazin. Nach dessen Äußerungen über Türken befragt, reagieren sie abwehrend, als wollten sie ein ihnen zu Unrecht angeheftetes Etikett abschütteln. Die Jugendlichen kommen aus Kreuzberg, dem Wedding, Neukölln, sogar aus dem Land Brandenburg hierher, viele nehmen eine Fahrzeit von täglich drei Stunden in Kauf, um ihre Bildungs- und Aufstiegsambitionen und die ihrer Eltern zu verwirklichen.
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Ihre Kinder sollen eine gute Ausbildung bekommen - dafür schicken deutscheTürken ihren Nachwuchs auf eigene Privatschulen. (© dpa)
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"Ich sage ihnen, ihr müsst euch bemühen und gut werden, dann werden solche negativen Einstellungen Türken gegenüber von selbst verschwinden", heißt es im Lehrerzimmer auf die Frage nach der Reaktion der Pädagogen auf den Schülerfrust. Auch die Direktorin Sabrina Leberecht verweist auf die Zukunft und fordert Leistung: "Um gut ausgebildete Migrantenkinder werden sich die Firmen reißen, das sagen wir den Jugendlichen." Auf dem Flur neben dem Lehrerzimmer hängen die Fotos der "Besten des Monats", unter ihnen Mädchen mit und ohne Kopftuch, in einer kleinen, aus gelber Pappe ausgeschnittenen Gloriole, Leistung im Strahlenkranz.
"Die Botschaft, dass man in Zukunft ohne gute Ausbildung keinen guten Job bekommt, ist in der türkischen Community angekommen." Renate Rastätter, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im baden-württembergischen Landtag, verweist auf einen Stimmungswandel, der sich überall in Deutschland beobachten ließe. "Die Haltung der türkischen Eltern hat sich radikal verändert, sie kämpfen regelrecht um den Übergang ihrer Kinder zur Realschule oder aufs Gymnasium, sie wollen nicht, dass diese auf die Hauptschule kommen."
In Mannheim, Paderborn, Köln, Freiburg, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Solingen, Ludwigsburg, auch im bayrischen Scheppach - immer mehr türkische Eltern gründen Vereine, auch zur Gründung privater Schulen. Oder sie bewerben sich auf einen Platz in bestehenden Privatschulen, ob diese nun die Betonung von Lernen, Fleiß, Verantwortung und Aufstiegswillen von der türkisch-islamischen Bildungsbewegung "Gülen" übernommen haben oder sich in evangelischer oder freier Trägerschaft befinden. Nicht wenige besuchen auch den bilingualen deutsch-türkischen Zweig der staatlichen Europa-Schulen. Die Eltern vereint, dass sie nicht mehr akzeptieren wollen, wenn nur acht Prozent der türkischen Kinder eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen: Das kann doch nicht sein, unsere Kinder sind doch nicht dümmer, heißt es. 69 türkische Elternvereine, die sich auf die eine oder andere Weise der Bildung der Kinder widmen, wurden im März 2010 in der Bundesrepublik gezählt.
Die Privatschule ist nicht immer der Ausweg
Nicht immer ist eine kostspielige Privatschule, die Kinder individuell fördern kann, der Ausweg. Viele türkische Eltern versuchen, ihre Kinder in staatliche Schulen unterzubringen, die nicht von so vielen türkischen und arabischen Schülern besucht werden. Türken fliehen vor Türken: "Es ist etwas Neues, dass türkische Eltern den sogenannten guten Schulen hinterherziehen", sagt Uwe Hampel, Direktor einer privaten Berliner Grundschule. Bislang hat er dieses Phänomen nur bei deutschen Eltern ohne Migrationshintergrund wahrgenommen.
Auch der Psychologe Kazim Erdogan ist mit seiner Familie von Neukölln in einen weniger durchmischten, bürgerlicheren Stadtteil gezogen. Es gibt zwar bislang keine Statistik, die dieses relativ neue Phänomen erfassen würde, aber Beobachtungen wie die von Erdogan bestätigen die Wanderbewegung: "Als wir mit unseren Töchtern hierherzogen, hatte nur ein Prozent der hiesigen Kita-Kinder eine Einwanderungsgeschichte, inzwischen sind es dreißig."
Diese Bildungsbewegung ist die eine Variante des türkischen Aufbruchs, die andere Variante zeigt sich in der Böhmischen Straße in Berlin-Neukölln. Hier hat Erdogan, der im Psycho-Sozialen Dienst des Bezirks arbeitet, eine Vätergruppe initiiert. "Aufbruch Neukölln", wie sich die Selbsterfahrungsrunde nennt, kommt regelmäßig zusammen und redet. Über die Familie, über die Kinder und die Schulsorgen, die Pubertät, über die Probleme mit den erwachsen werdenden Töchtern und Söhnen, über "Ehrenmorde", über das Leben in Deutschland und der Türkei, die Arbeitslosigkeit. Viele leiden unter dem Widerspruch zwischen der traditionell patriarchalischen Rolle in der alten Heimat und der ihnen eher unklaren Männerrolle in der modernen deutschen Umgebung.
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warum tut sich die presse so schwer, zwische integrationswilligen und subventionswilligen zu unterscheiden? um letztere geht es, über die ersteren wird berichtet, womt man sie in unerträgliche sippenhaft nimmt.
Meine persönlichen Erfahrungen mit Türken sind überwiegend positiv. Ich kaufe gelegentlich in einem türkischen Tante Emma laden ein: Selbst wenn ich mir Mühe gebe kann ich am Ladeninhaber nichts negatives finden. Er ist immer höflich, freundlich und hilfsbereit und in seiner Preisgestaltung moderat.
Ich hatte im Studium eine türkische Dozentin, die um Längen besser war als ihre deutschen Kollegen, weil sie sich Mühe gab, dass man das, was sie einem beibringen wollte auch verstand. Ich hatte türkische Arbeitskollegen die nie patzig oder hinterlistig waren im Gegensatz zu den lieben Deutschen.
Natürlich bin ich auch schon von türkischen Halbwüchsigen angepöbelt worden oder ein ca 16 jährige Türkin belehrte mich kürzlich in der U- bahn, ich sollte das Maul halten denn in zehn Jahren spricht man hier ohnedies nur noch Türkisch.
Allerdings kann man an solchen Einzelfällen nichts festmachen, weder im positiven noch im negativen. Man sollte immer das machtpolitische Kalkül in Betracht ziehen, das hinter allem steckt.
Ebakhan, Edogan und Konsorten geht es nur vordergründig um das Wohl ihrer Landsleute. Sie wollen mehr,- sie wollen Einfluss und Mach auch hierzulande (aber nicht nur) dazu benutzt man die Deutschtürken und die Religion als Verfügungsmasse. Insgesamt versucht man, von der westlichen Politik weitgehend unbemerkt, auch eine Einflusssphäre in Asien zu gewinnen bzw. auszudehnen z.B. in Afghanistan, Kasachstan, Aserbaidschan.
Verallgemeinerungen sind immer fehlerhaft, tatsächliche Probleme erkennen und bekämpfen ist eine ganz andere Sache.
Sarazzins Verdienst: Er hat eine Diskussion angestoßen, die hoffentlich alle unter den Teppich gekehrten Probleme endlich an die Oberfläche bringt. Über seinen Stil und die Übertreibungen kann sich jeder nach Lesen seines Buches eine eigene Meinung bilden. Übrigens Bild: Man muss "Marktschreier" sein, damit nur ein Mensch hört/liest und versucht zu denken und irgendwann zu verstehen.
Ich habe türkische junge Männer kennen gelernt, nicht Frauen! die intelligent, gebildet und weltoffen sympatisch sind. Mit diesen Menschen könnte jeder sofort Freundschaften beginnen und es sind Türken, Afghanen,Palästinenser, aber es gibt auch andere Menschenkinder, wo diese modernen Typen uns als Deutsche sagen: Ihr seid ganz schön dumm diese ins Land Deutschland zu lassen. Das sind ungebildete Schmarotzer. Und wir würden nie eine Frau aus diesen Familien heiraten. Wir müssten die ganze Verwandschaft mitheiraten und könnten kein normales unbeschwertes Leben mehr führen. Ende des Zitats.
Istambul ist nicht die ganze Türkei und Anatolien noch viel weniger. Nur Masseneinwanderung aus einer anderen inkompatiblen Kultur ist gelinde gesagt nach meiner Meinung eine Form von Schwachsinn...
... und den anderen geht's in unserem Sozialsystem trotzdem gut, jedenfalls verglichen mit Ostanatolien.
Nun ist sein Müll sogar eine These.
Also um ehrlich zu sein auch dieser Artikel ist gut. Sarrazin jedoch nun als denjenigen hinzustellen, der Thesen verfasst hat und Probleme als erster erkannt hat, ist aber weit übertrieben und wird dem Kleingeist Sarrazin in keinster Weise gerecht. Sarrazins Verdienst ist, dass Thesen aus der Zeit vor 1945 wieder salonfähig wurden. Und in dieser Beziehung gehört ihm keine Aufmerksamkeit. Vielmehr Schmach und er sollte sich schämen.
Man kann nicht alle Immigranten in einen Topf werfen. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern mit ganz unterschiedlichem sozialem Hintergrund. Das sollte man sich doch vor Augen halten. Genauso wie in Deutschland. Mir wäre nicht bekannt, dass die ganze deutsche Bevölkerung kleine Einsteins wären. Und das wäre ja auch gar nicht erstrebenswert.