Hilfe bei der Hochschule
Anzeige
Wer sich jedoch nicht traut, explizit auf einen Vertrag zu pochen, kann auch nach einem allgemeinen Praktikumsplan fragen. "Viele Unternehmen, besonders die größeren, haben einen Ablaufplan für die Ausbildung ihrer Azubis", erläutert der Experte. Dieser könne meist auch grob auf Studenten übertragen werden.
Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass Praktikanten nur zum Kaffeekochen abkommandiert werden oder ständige Überstunden und die Arbeit wie eine vollbezahlte Kraft die Regel sind. "Praktikanten haben Rechte - eine ganze Menge sogar", sagt König von der Initiative Fairwork. "Meist haben sie einen gesetzlichen Urlaubsanspruch sowie ein Recht auf Pause und geregelte Arbeitszeiten." Auch eine angemessene Vergütung gehöre laut Bundesgesetzbuch dazu. Wie hoch die allerdings sein sollte, unterscheidet sich von Fall zu Fall.
Im Zweifel besser abbrechen
Wer merkt, dass er vor allem ausgenutzt wird, sollte sich weitere Schritte gut überlegen. Bei einem Pflichtpraktikum im Studium könnten Betroffene sich an die Hochschule wenden und Hilfe holen, sagt König. Schließlich hätten Hochschulen meist ein Interesse daran, dass Pflichtpraktika auch einen inhaltlichen Lerneffekt haben.
Läuft jedoch ein Praktikum schief, könne das nach etwa drei bis vier Wochen beim Betreuer oder Vorgesetzten angesprochen werden, rät König. "Zuerst sollten sich die Praktikanten ein Bild machen und wissen, was sie wirklich stört." Nach dem Gespräch sollte der Betrieb noch eine Chance auf Besserung bekommen. "Ändert sich jedoch auch in den nächsten rund zwei Wochen nichts, würde ich es sausen lassen", sagt König. "Denn besser ein abgebrochenes Praktikum als dauerhaft eine Position, in der man nur ausgenutzt wird."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Arbeitszeugnis für Praktikanten "Am Kopierer war er äußerst geschickt" 28.08.2008
- Sittenwidriger Lohn Praktikant bekommt 10.000 Euro 09.01.2009
- Mehr Rechte für Praktikanten Wider die Ausbeutung 17.12.2008
- Praktikanten und Bezahlung "100.000 Stellen in Gefahr" 02.12.2008
- Berufsanfänger Betteln um den ersten Job 02.12.2008
(dpa/Aliki Nassoufis/bön)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Und die Gewerkschaften müssen mehr Druck machen.
Es ist echt abartig wie Hochschulabsolventen für 2-4 Euro/Stunde brutto, Überstunden nicht eingerechnet, ausgebeutet werden.
Ich bin selbst arbeitsloser Akademiker und hab schon während des Studiums Praktika machen müssen. Da hab ich Monate lang die Arbeit eines Sachbearbeiters für eine winziges Taschengeld gemacht, das gerade für Fahrkosten und Mittagessen gereicht hat.
Während des Studiums ok, aber fertig ausgebildete Akademiker haben denselben Tarif bekommen wie ich und manche waren sehr sehr lange da.
Ich weigere mich als Billig Praktikant, Trainee, Volontär usw. herzuhalten.
Das muss verboten werden!