Der Aufnahmeleiter koordiniert die Drehtage bei Filmproduktionen. Er ist verantwortlich für die Organisation des Drehs, für das Equipment und hat ein Auge auf das Budget.

Jeder hat eine Vorstellung davon, wie Filme für Fernsehen und Kino gedreht werden. Wie aber das Equipment an den Drehort gelangt und woher alle Mitwirkenden wissen, wann sie welche Aufgabe erfüllen sollen, ist weniger bekannt. Diese Arbeiten erledigt der Aufnahmeleiter.

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Der Regieraum: Aufnahmeleiter und Regisseur stehen im ständigen Kontakt. (© )

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Die Aufgaben

"Er trägt die Verantwortung für die Organisation einer Produktion am Set", erklärt Monika Praefke von der Abteilung Nord des Bundesverbands Produktion, der berufsständischen Vertretung von Film- und TV-Produktionsberufen, in Lübeck.

"Er besorgt alles von der Kaffeemaschine bis zu den Drehplänen für die Schauspieler." Um die Abwicklung vor Ort zu gewährleisten, liest der Aufnahmeleiter das Skript, holt Drehgenehmigungen ein und kümmert sich um Hotelbuchungen sowie die Verpflegung am Set. Und er muss ein Auge auf das Budget haben: Bei einer größeren Produktion kostet ein Drehtag etwa 20.000 Mark.

Die Ausbildung

Eine staatliche Ausbildung für den Beruf gibt es nicht. Einige Produktionsfirmen bilden aber Nachwuchs aus. Creatv in Hürth bei Köln etwa bietet ein zwölfmonatiges Volontariat an, in dem die Auszubildenden bei Talkshows und Fernsehfilmen eingesetzt werden.

"Das Volontariat ist eine duale Ausbildung: Die angehenden Aufnahmeleiter sammeln praktische Erfahrung im Fernsehstudio und am Filmset. Grundwissen über Ton, Licht, Kamera und Regie werden an einer Medienschule vermittelt", sagt Sabine Worgitzki, Sprecherin bei creatv.

Die Voraussetzungen

Bewerber sollen mindestens 20 Jahre alt sein, Abitur und Führerschein haben.

Für das zweijährige Volontariat bei der Arbeitsgemeinschaft zur Nachwuchsförderung für Film und Fernsehen sind Kenntnisse in Rechnungswesen und Buchhaltung eine Aufnahmebedingung.

Die Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und kommerziellen Fernsehbetrieben.

Die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, wo jedes Jahr im Januar 36 Volontäre ihre Aufnahmeleiter-Ausbildung antreten - so wie etwa Christine Neuhalfen, die unter rund 200 Bewerbern einen der begehrten Plätze bekam.

Zurzeit absolviert sie einen Praxisblock. Hier lernen die Volontäre mehrere Sender und verschiedene Fernsehformate kennen. Außerdem werden sie über rechtliche Grundlagen, Technik, Kamera und Schnitt unterrichtet.

Der Berufseinstieg

Weil die Arbeitsgemeinschaft nach Bedarf ausbildet, ist der Berufseinstieg für Volontariatsabsolventen nicht schwer.

Die meisten arbeiten nach ihrer Ausbildung für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten.

Manche wählen auch eine Anstellung bei kommerziellen Fernsehsendern oder die Projektarbeit als Freier - wie Markus Hoock aus Düsseldorf, der Aufnahmeleiter bei Fernseh-, Kino- und Werbeproduktionen ist. Er kam während seines BWL-Studiums zu seinem jetzigen Beruf.

Ein Aushilfsjob am Filmset hat ihm gezeigt, dass ein Produktionsberuf für ihn das Richtige ist.

Deshalb brach er sein Studium ab, zog nach Berlin und wirkte bei verschiedenen Kurzfilmen mit. "So konnte ich Kontakte knüpfen und mich dann von einem Projekt zum nächsten hangeln", erklärt der 33-Jährige.

Bald kamen die ersten bezahlten Aufträge als Assistent der Aufnahmeleitung, bevor er genug Erfahrung gesammelt hatte, um selbst Produktionen abzuwickeln.

Heute koordiniert er an Drehtagen ein gesamtes Filmteam. Als Hauptverantwortlicher am Drehort muss er Terminänderungen, Erkrankungen und technische Defekte in die Planung einbeziehen. Für ihn gehört nicht zuletzt zum Beruf, unter großem Zeitdruck die Nerven zu behalten.

Wenn gedreht wird, muss er außerdem lange Arbeitszeiten in Kauf nehmen: "Am Set komme ich morgens als Erster und gehe abends als Letzter."

(sueddeutsche.de/dpa)

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