Plagiatsverfahren vor Gericht Schavan klagt gegen Entzug ihres Doktortitels

Nach ihrer Entlassung als Bildungsministerin reicht Annette Schavan nun Klage gegen den Entzug ihres Doktortitels ein.

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Zwei Wochen nach der Aberkennung ihres Doktortitels hat Annette Schavan Klage gegen die Entscheidung der Uni Düsseldorf eingereicht. Nun muss ein Gericht über die Plagiatsaffäre der ehemaligen Bildungsministerin entscheiden.

Ex-Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat wie angekündigt Klage gegen den Entzug ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf eingereicht. Die Klageschrift sei am Dienstag an das Verwaltungsgericht Düsseldorf abgeschickt worden, teilten ihre Anwälte mit. Zu Einzelheiten äußerte sich die Anwalts-Sozietät Redeker/Sellner/Dahs nicht.

Der Rat der Philosophischen Fakultät hatte Schavan vor zwei Wochen wegen "vorsätzlicher Täuschung" in ihrer Promotionsarbeit den vor 33 Jahren erworbenen Doktortitel entzogen. Vier Tage später trat sie als Ministerin zurück. Schavan hat eine Täuschungsabsicht stets bestritten und bereits nach der Entscheidung der Universität eine Klage angekündigt. Wie lange das Gerichtsverfahren dauern wird, ist unklar.

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In einer Erklärung hatten ihre Anwälte damals unter anderem gerügt, die Entscheidung der Uni Düsseldorf sei in einem "fehlerhaften Verfahren" zustande gekommen und "materiell rechtswidrig". Die gesetzlich vorgeschriebene Vertraulichkeit des Verfahrens sei durch "mehrfache selektive Information der Öffentlichkeit verletzt" worden. Die Entscheidung sei auch "unverhältnismäßig", da die behaupteten Zitierverstöße "geringfügig" seien. Das rechtfertige nicht "die Rücknahme der Promotion und damit des einzigen berufsqualifizierenden Abschlusses" von Schavan.