In den Naturwissenschaften haben die deutschen Schüler sich zwar verbessert. Doch ihr Leseverständnis und ihre Fähigkeiten in Mathematik sollen immer noch zu wünschen übrig lassen, wie bereits vor der offiziellen Veröffentlichung des Pisa-Berichtes bekannt wurde.
Nach dem deutlichen Leistungszuwachs in Naturwissenschaften verharren nach Informationen der Stuttgarter Zeitung die deutschen Schüler in den beiden anderen Pisa-Disziplinen Leseverständnis und Mathematik weiter im Mittelfeld.
Nur mittelmäßige Ergebnisse erzielten die deutschen Schüler in der Pisa-Studie im Bereich Mathematik (© Foto: AP)
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Der weltweit größte Schulleistungsvergleich Pisa testet die Fähigkeiten 15-jähriger Schüler. Vor zwei Tagen waren bereits die Pisa-Ergebnisse 2006 in den Naturwissenschaften vorzeitig bekanntgeworden.
Korea verdrängt im Lesen mit 556 Punkten Finnland von Platz eins, das 547 Punkte erzielte. Es folgen Hongkong mit 536 und Kanada mit 527 Punkten. Deutschland kommt auf 495 Punkte und bleibt damit weiter im OECD-Durchschnitt von 492 Punkten.
2003 erreichten die 15-Jährigen 491 Punkte. Das Leseverständnis gilt als die zentrale Schlüsselkompetenz für das weitere Lernen und für den Beruf.
In Mathematik führen Taiwan (549), Finnland (548), Korea und Hongkong (je 547) und die Niederlande (531) dem Bericht zufolge die Pisa-Rangliste an. Deutschland erreicht 504 Punkte - und liegt damit weiter im OECD-Durchschnitt (498). 2003 erreichten die deutschen Schüler 503 Punkte in Mathematik. Die deutschen Punktzuwächse in Lesen und Mathematik gelten statistisch als unbedeutsam.
Warnung vor "Schönfärberei"
Insgesamt fällt Pisa-Koordinator Prenzel ein positives Urteil über die Entwicklung an deutschen Schulen. Sie seien in den vergangen sechs Jahren stetig besser geworden.
Prenzel bescheinigt in seinem deutschen Bericht zudem den Schulen Verbesserungen im Bemühen um mehr soziale Gerechtigkeit im Klassenzimmer. Zwar sei der Zusammenhang zwischen Schulerfolg und Elternhaus in Deutschland nach wie vor zu stark, so Prenzel. Von Chancengleichheit könne weiterhin keine Rede sein.
Die Befunde würden eine Lockerung des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Kompetenz zeigen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) befürchtet nach den neuerlich bekanntgewordenen Pisa-Ergebnissen "Schönfärberei". Seit dem ersten Pisa-Test im Jahr 2000 sei das Leseverständnis der Schüler in Deutschland nicht wirklich besser geworden, sagte die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Das Verstehen von Texten sei jedoch "die wichtigste Voraussetzung für Schule und Beruf", sagte Demmer. Niemandem sei damit gedient, wenn man die Situation an deutschen Schulen schönrede. Hätten die Kultusminister seit dem Písa-Schock vor sechs Jahren den gleichen Ehrgeiz bei der Leseförderung entwickelt, wie bei der Schulzeitverkürzung, der Wiedereinführung von Kopfnoten und der "ländereigenen Testeritis" - dann hätte man jetzt auch beim Lesen den gleichen Grund zur Freude wie bei den Naturwissenschaften, kritisierte Demmer.
Weitere Kritik an Pisa-Koordinator
Nach dem Kummer der vergangenen Jahre gebe es bei vielen Kultusministern "ein tiefes Verlangen nach positiven Schlagzeilen". Die neuen Pisa-Ergebnisse gäben dies aber nur begrenzt her. Demmer: "Es ist zu befürchten, dass das zentrale Problem des deutschen Schulsystems, die fehlende Chancengleichheit, in einem übertriebenen Jubelgesang untergeht."
Im Gegensatz zur neuen Pisa-Studie sind nach der am Mittwoch vorgelegten IGLU-Grundschulstudie 2006 die Bildungschancen für Kinder aus einfachen Verhältnissen in Deutschland noch schlechter geworden. Danach haben sich ihre Chancen beim Übergang von der Grundschule ins Gymnasium eher verschlechtert.
Unterdessen hat nach den Kultusministern der unionsgeführten Bundesländer auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) heftige Kritik an dem internationalen Pisa-Koordinator Andreas Schleicher geübt. "Herr Schleicher schadet der OECD, weil er den Eindruck erweckt, immer nur ein Thema im Kopf zu haben", sagte Schavan der Stuttgarter Zeitung.
Er lehne vehement das gegliederte Schulsystem in Deutschland ab. Seine aktuellen Äußerungen "lassen Zweifel aufkommen, dass er ein guter Berater für die Mitgliedsländer ist", sagte Schavan. Die Kultusminister der unionsgeführten Bundesländer hatten die Entlassung Schleichers gefordert, der bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für den weltweiten Pisa-Schultest verantwortlich ist.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris ist Ausrichter des Pisa-Tests. Der weltweite Bericht soll offiziell am 4. Dezember vorgelegt werden.
(dpa/AP/gal/mah)
Menschen, wenn wir sowieso in China alles billiger kriegen?
In China kostet ein IT Mensch nur 300,--$ pro Monat.
Was nützt einem die Naturwissenschaft, wenn man nur mittelmäßig rechnen und lesen kann? Oder braucht man für Naturwissenschaften keine Mathematischen Formeln mehr?
kann in Großstädten nur noch marginal stattfinden, weil Lehrer sich mit ALLEN Problemen herumschlagen müssen, die diese Gesellschaft, die Eltern etc ihnen in der Schule hinterlässt.
Schauen Sie doch mal SOS Schule statt hier gegen Lehrer zu wettern.
Und stärken Sie Parteien, die Lehrer und Bildung unterstützen. Das passiert doch seit mindestens zwei Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland.
Besuchen Sie doch einfach mal einige Schulen in Großstädten.
Sie haben natürlich recht. Es gibt solche Lehrer, die ihren Job toll machen und die sicher auch ihre positive Rückmeldung bekommen, in dem sie von den Schülern/Eltern gelobt werden.
Nur leider reichen ein paar gute Lehrer nicht aus. Und mit der Kuschelecke kommen wir nicht weiter, in dem man immer sagt, dass der ganz große Teil sich bemüht, aber ein paar eben nicht. Gerade umgekehrt ist ja der Fall. Und da muss man noch froh sein, dass die wenigen motivierten Lehrkräfte nicht auch noch die Ohren hängen lassen.
Auch das der Job so anstrengend sein soll, kann ich nicht akzeptieren. Es gibt so viele Jobs, die weitaus anstrengender sind und die 8-10 oder 12 Stunden bei 60 Minuten je Arbeitsstunde und nicht 45 Minuten, wie bei den Lehrern.
Wie kann es nur sein, dass in anderen Ländern, wo es all die Privilegien und diese hohe Bezahlung nicht gibt, bessere Leistungen und mehr motivierte Lehrer gibt? Man muss es schon fast als Drohung auffassen, wenn einer von der GEW sagt, dass gute Leistungen nur zu erwarten sind, wenn mehr Geld gezahlt wird. Hallo?
Also bitteschön. Erst einmal den Bildungsurlaub abschaffen, dann die Eignung für diesen Beruf intensiv testen, die Bildungspolitiker entmachten, indem es bundeseinheitliche Regeln gibt und dann kann man sich über die finanzielle Seite unterhalten. Man sollte sich als erstes um den Kern eines Problems kümmern und nicht um Begleiterscheinungen. Schließlich sind es die Bildungspolitiker und Lehrerverbände doch die ersten, wenn mal was gut läuft (siehe vor 3 Tagen). Also tragen sie doch Verantwortung, oder?
Vielleicht schaffen wir es noch zu einer konstruktiven Diskussion.
Also, ich will gar nicht bestreiten, dass es diese Lehrer gibt. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch viele engagierte Lehrer, die wirklich versuchen ihre Schüler auf die Erfordernisse der weiteren Bildung und gesellschaftlichen Bedingungen vorzubereiten.
Allerdings würde ich gerne einen Beleg für die These, dass "Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die allermeisten Lehrer die Ferien als Urlaub nutzen und sonst gar nichts".
Ich finde es sehr schade, dass ein Berufsstand eine derartig hohe Verantwortung trägt, hohes gesundheitliches Risiko und zudem jeglichen gesellschaftlichen Rückhalt entbehren muss.
Ich bin jedem Lehrer dankbar, der seinen Job gut macht, weil ich wollte nicht tauschen.
Paging