Von der Internetnutzung bis zum Unterrichtsklima: Was die Schulstudie über Mathematik und Lesen hinaus noch alles erforscht hat.
Deutschlands Schüler haben sich in der zweiten Pisa-Studie leicht verbessert und sind nun internationaler Durchschnitt. Die größten Probleme des Bildungssystems aber sind seit Pisa eins vor drei Jahren nicht kleiner geworden, vor allem nicht in Punkto Chancengleichheit.
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Mit dieser janusköpfigen Botschaft bestimmte der neueste Schulleistungsvergleich der Organisation für wirtschaftliche Organisation und Zusammenarbeit (OECD) die Schlagzeilen der vergangenen Woche und löste hier zu Lande eine neuerliche Grundsatzdebatte aus, die vorerst in der Forderung gipfelte, die Hauptschule abzuschaffen.
Dabei hat Pisa ("Programme for International Students Assessment") weit mehr zu bieten als die weltweiten Länder-Rankings in den untersuchten Kategorien Mathematik, Naturwissenschaften, Lese-, Schreib- und Textverständnis und Problemlösen, auf die sich das öffentliche Interesse schon vor der offiziellen Präsentation der Ergebnisse richtete. Und auch mit der Beschreibung des beschämend engen Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Lernerfolg hören die Pisa-Forscher nicht auf.
In seinem Abschlussbericht präsentiert das deutsche Pisa-Konsortium auf mehr als 400 Seiten und mit über 100 Tabellen und Grafiken vielmehr auch Daten und Einschätzungen aus zahlreichen anderen Bereichen: Untersucht wurde, wie viele Minuten Schüler Computer- und Internet nutzen ebenso wie Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen oder das viel zitierte Unterrichtsklima. So wirft Pisa einen ebenso detaillierten wie scharfen Blick auf Schule und Unterricht in Deutschland - und zeigt eine Reihe weiterer Probleme auf.
Mädchen als Verlierer
Deutschland ist das Land der großen Bildungsunterschiede. In keinem anderen Industriestaat liegen gute und schlechte Schulen, Kinder aus reichen und armen Familien, einheimische und ausländische Schüler in ihren Leistungen so weit auseinander. Größere Differenzen als bei den meisten anderen Pisa-Teilnehmern bestehen aber auch zwischen den Geschlechtern.
Bei der ersten Pisa-Studie vor drei Jahren, in deren Mittelpunkt das Lese-, Schreib- und Textverständnis stand, waren die Jungen die Verlierer. Dieses Mal war es die Mathematik, und Verlierer sind die Mädchen.
Die 15-jährigen Schülerinnen hier zu Lande zeigen an allen Schulformen schlechtere, teilweise deutlich schlechtere Leistungen als ihre männlichen Altersgenossen. Zugleich gehen sie mit weniger Selbstvertrauen und mehr Angst an die Lösung mathematischer Probleme heran.
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