Gute Noten von der neuen Pisa-Studie: Für Sachsens Kultusminister Roland Wöller ist das nur ein neuer Höhepunkt in einer steilen Karriere.
Gute Noten ist Roland Wöller gewohnt. Der sächsische Kultusminister war nach eigenen Worten zu Zeiten, als er selber noch die Schulbank drücken musste, "ein guter bis sehr guter Schüler". Das Abitur schloss er mit der Note 2,1 ab.
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Hält Lehrer für "eine der wichtigsten Berufsgruppen in der Gesellschaft": Sachsens Kultusminister Roland Wöller. (© Foto: dpa)
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Auch im Berufsleben und in der Politik wurde der Christdemokrat bislang vom Erfolg verwöhnt. Insofern ist die gute Zensur, die ihm jetzt in der neuen Pisa-Studie der OECD erteilt wird, für Wöller nur ein neuer Höhepunkt in einer steil nach oben verlaufenen Karriere.
Der Minister verdankt diese Auszeichnung weniger den eigenen Fähigkeiten als der Gunst der Stunde. Sachsen ist mit seinen 1800 Schulen bildungspolitisch "gut aufgestellt", wie der Politiker vor Monaten verkündete. Doch das war schon so, bevor Wöller im Juni dieses Jahres sein Amt antrat. Bildungspolitik ist keine Angelegenheit, die von heute auf morgen Früchte trägt, hier stellt sich der Erfolg erst nach Jahren ein.
Mithin erntet Wöller nur die Lorbeeren, die seine Vorgänger gepflanzt hatten. Und doch scheint der frühe Ruhm mit dem jungen Minister keineswegs den Falschen zu treffen. Denn im Arbeitskonzept des 38-Jährigen spielt die Schule eine ganz zentrale Rolle.
"Bildung ist die Währung der Zukunft", lautet Wöllers Devise. Bei seinem Amtsantritt stattete er denn auch umgehend dem sächsischen Lehrerhauptpersonalrat einen Besuch ab. Mehr und mehr seien die Schulen ein Brennpunkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Entsprechend hält Wöller "die Lehrer für eine der wichtigsten Berufsgruppen in der Gesellschaft". In sein neues politisches Amt hat er sich im Eiltempo eingearbeitet.
Geboren in Duisburg, hatte Wöllers berufliche Laufbahn mit einer kaufmännischen Lehre in Heidelberg begonnen - bei der Dresdner Bank. Für sie wechselte er 1992 ins sächsische Freiberg sowie nach Görlitz.
Parallel dazu nahm er ein Studium der Volks- und Betriebswirtschaft auf. 2002 promovierte er, 2006 wurde der Jungwissenschaftler - gerade mal 36 Jahre alt - zum Professor für Volkswirtschaftslehre und Umweltökonomie berufen.
Wöllers politische Karriere verlief nicht minder geradlinig. Mitte der 90er Jahre übernahm er den Vorsitz der Jungen Union in Sachsen, er arbeitete als Landtagsmitarbeiter, bevor er 1999 als Abgeordneter in den Dresdner Landtag einzog. Im September 2007 berief ihn dann der damalige CDU-Ministerpräsident Georg Milbradt als Landwirtschaftsminister in sein Kabinett.
Wöller, der einst ein Kritiker von Milbradt gewesen war, sollte frischen, jugendlichen Wind in das Kabinett des Finanzpolitikers Milbradt bringen. Wöller hatte das Amt jedoch nur ein paar Monate inne, dann trat Milbradt zurück. Wöller hingegen stieg im Kabinett von Milbradts Nachfolger Stanislaw Tillich (CDU) in diesem Sommer zum Kultusminister auf.
Nur einmal in seinem Leben hat der notorische Primus eine Aufnahmeprüfung verpatzt. Das war, als ihn seine Eltern ein Jahr vor der Zeit zur Schule schicken wollten - ein kleiner Fehlstart, den Wöller längst wieder aufgeholt hat.
(SZ vom 18.11.2008/hai/odg)
Nationalteam vor der EM
G8-Schüler sind in dieser PISA-Studie noch nicht berücksichtigt, denn 2006 waren die ersten Jahrgänge noch nicht im abgeprüften Alter.
Die Klage über G8 ist aber hauptsächlich nicht wegen G8 an sich, sondern über die Art der Einführung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass G8-Schüler auch sehr gut abgeschnitten hätten, denn es wird sehr viel von ihnen verlangt und wer von den Schülern diese Tretmühle besteht, die da in Gang gesetzt wurde, der kann auch was.
Wenn ansonsten in Bayern berechtigt und möglicherweise durchaus auf hohem Niveau geklagt wird, bedeutet das einfach, dass viel Verbesserungsbedarf an den Schulen besteht und ich hoffe sehr, dass in all den Ländern, die jetz wieder gut abgeschnitten haben, nicht die Haltung einzieht, "Was wollt ihr denn, wir sind doch Spitze?!". So wie das leider in den letzten Jahren in Bayern meist der Fall war, wofür die CSU dann auch die Quittung u. a. dafür bekam.
Was hat unser Kultusminister Spänle doch für eine tolle Leistung vollbracht.
Wo bleibt analog zur Wöller-Verherrlichung der Lob-Artikel auf KM Spänle?
Die Statistik glaube ich nicht. Wie sagte bereits der Ehrenvorsitzende des Freistaats Bayern Dr. Edmund Stoiber vor geraumer Zeit: "Leider gibt es nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern....."
"Geboren in Duisburg, hatte Wöllers berufliche Laufbahn mit einer kaufmännischen Lehre in Heidelberg begonnen - bei der Dresdner Bank."
ist dieses "geboren in duisburg komma" korrektes deutsch? frage ich mich immer wieder und kenne ich so eigentlich nur aus dem englischen ("born in duisburg, he..."), aber vielleicht täusche ICH mich ja. bitte klären Sie mich auf - ist das korrekt?
dass Sachsen im Schuldienst nebst den dazugehörigen Verwaltungen fast ausschließlich angestellte Lehrer statt Berufsbeamten einsetzt. Dies sollte unseren westdeutschen Verfechtern des Berufsbeamtentums im Lehrapparat geringfügig zu denken geben. Scheinbar ist Leistung auch ohne (mentale) Verbeamtung möglich.
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