Physiker arbeiten heute in den verschiedensten Branchen von Industrie und Wirtschaft, sowie in Forschung und Lehre.
Der Arbeitsmarkt für Physiker bietet inzwischen wieder Chancen. "Hochschulabsolventen werden derzeit direkt von Industrie und Wirtschaft ins Berufsleben übernommen - die meisten Bewerber können sogar zwischen mehreren Angeboten wählen", sagt Helmut Krauth, vom Vorstand der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Bad Honnef.
Arbeitsplatz in der Chipfertigung. In der Halbleiterindustrie sind Physiker gefragte Spezialisten. (© )
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"Nach unserer Einschätzung wird es in den kommenden Jahren sogar schwierig werden, den Bedarf an Physikern in Deutschland mit dem eigenen Nachwuchs zu decken."
Vor zehn Jahren etwa sah das noch anders aus. Viele Arbeitgeber signalisierten: "kein Bedarf mehr". Diese inzwischen überholte Botschaft scheint in vielen Köpfen noch fest zu sitzen, denn die Gesamtzahl der Physik-Studenten sinkt seit den Anfang der neunziger Jahre beständig. Auch die Anfängerzahlen bewegen sich nur zögerlich wieder nach oben.
"Physiker werden nicht nur auf Grund ihres Fachwissens gesucht, sondern auch wegen der während des Studiums erworbenen Fähigkeiten", sagt Helmut Krauth, "dazu gehören analytisches Denkvermögen und die Fähigkeit, neuartige Aufgabenstellungen systematisch anzugehen." Sie profitieren auch vom Nachwuchsmangel in anderen Fachgebieten, vor allem in den Informationstechnologien.
Duchhalteparolen
Physiker arbeiten heute in den verschiedensten Branchen von Industrie und Wirtschaft, sowie in Forschung und Lehre. Eine aktuelle Umfrage der DPG ergab, dass die meisten Mitglieder im Bereich IT/Softwareherstellung tätig sind, gefolgt von der Elektronik-/Elektroindustrie.
Für den Halbleiterbereich oder die Autoindustrie interessiert sich auch Michael Müller-Wiegand. Der frisch gebackene Diplom-Physiker arbeitet am Institut für Mikrostrukturtechnologie und Analytik der Universität Kassel an seiner Promotion: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, später für einige Zeit in Asien zu arbeiten." Müller-Wiegand hat die Entscheidung für ein Physik-Studium nie bereut; er hat aber auch beobachtet, dass viele seiner Kommilitonen nach vier Semestern das Handtuch geworfen haben: "Das Studium ist besonders am Anfang sehr theoretisch - da heißt es durchhalten."
"In der Physik sind heute Persönlichkeiten gefragt, die selbstständig arbeiten können und doch teamfähig sind", sagt Professor Rainer Kassing vom Institut für Technische Physik der Universität Kassel. "Das einsame Genie im Labor ist nur noch ein Klischee."
Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom beträgt zur Zeit etwa zwölf Semester. Das Grundstudium beinhaltet unter anderem auch die Einführung in Mathematik und Chemie. Im Hauptstudium bleibt Zeit für Randgebiete der Physik und vertiefende Mathematik. Die Themen der Diplom-Hauptprüfung umfassen zum Beispiel Experimentalphysik und Theoretische Physik.
Der spätere Verdienst hängt stark vom Arbeitsplatz ab. Er liegt im Durchschnitt für diplomierte Physiker um 5000 bis 6000 Mark (2556 bis 3068 Euro) brutto im Monat. Promovierte Physiker werden mit etwa 7000 bis 8000 Mark (3580 bis 4090 Euro) eingestuft.
(sueddeutsche.de/dpa)
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