Von Maria Huber

Der Kollege hat zugenommen, kleidet sich unvorteilhaft und hat Mundgeruch. Soll man ihn darauf hinweisen? Ja, aber mit Vorsicht: Blöde Witze oder Mundspülung zum Geburtstag sind nicht die richtige Methode.

Morgens halb zehn in Deutschland: Das erste Meeting steht an, der Kollege betritt den Konferenzraum, sein Reißverschluss steht offen. Wild in der Luft herumfuchteln oder sich dezent an den eigenen Hosenladen fassen? Wie man es auch macht, fest steht: Die Situation ist für alle Beteiligten unangenehm. Doch wer den Kollegen nicht weiter so herumlaufen lassen will, sollte etwas unternehmen. Wer einige Regeln beachtet, kann das Fettnäpfchen sogar elegant umschiffen.

Kopf im Papierkorb, iStock

Nicht gleich den Kopf in den Papierkorb stecken: Peinlichkeiten kann man den Kollegen auch charmant mitteilen. (© Foto: iStock)

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"Du, deine Hose steht offen." Das ist laut Matthias Nöllke die einzige und beste Möglichkeit, auf diese Peinlichkeit hinzuweisen. Der Münchner Autor hat den Ratgeber "Peinliche Situationen meistern" geschrieben, der noch Mitte März erscheinen wird. Der Hinweis sollte jedoch auf jeden Fall leise und möglichst diskret erfolgen. Wenn aber der Vorgesetzte die Hose offen hat, rät Nöllke, lieber darüber hinwegzusehen: "Da hat der Chef dann eben Pech gehabt, dem sollte man es wirklich nicht sagen." Dafür sei das Machtgefälle zu groß.

Obwohl Humor die Situation manchmal retten kann, sollten Kollegen auf blöde Witzchen verzichten. "Herr Müller, ihr Hobbyraum ist offen", verschlimmert die Lage nur. Eine gute Lösung ist von einem Jäger am bayerischen Königshof überliefert. Weil er den bayerischen Prinzregenten Luitpold nicht wegen seines offenen Hosenstalls beleidigen wollte, sagte er: "So, jetzt fassen wir uns alle an die Hose und machen das Hosentürl zu!"

Wenn's zum Salto nicht reicht

"Sicherer ist es, wenn der Humor von demjenigen ausgeht, der in der Klemme steckt", sagt Peinlichkeiten-Coach Nöllke. Das entkrampft. "Wenn auf der Betriebsfeier jemand hinfällt, solle man nicht sagen: 'Zum Salto hats wohl nicht gereicht.' Wenn das dagegen der Gestürzte sagt, ist das Fettnäpfchen schon überwunden."

Etwas komplizierter wird die Sache schon, wenn es um etwas so persönliches wie Mundgeruch geht. "Hier ist es völlig falsch, den Kollegen direkt mit der Nase darauf zu stoßen", warnt Matthias Nöllke. "Man kann ja nicht sagen: Übrigens, Sie stinken." Da der Kollege vermutlich dankbar für die Information wäre, sollte man das Problem trotzdem angehen. Am besten, indem man ein verwandtes Thema wählt. "Da kann man zum Beispiel über diese Zungenbürsten sprechen und erwähnen, dass man das schon selbst gemacht hat und es hilft."

Steht der andere jedoch komplett auf der Leitung, sind Pfefferminzbonbons die Lösung: Pro Stunde zwei Mal auffällig anbieten. Hilft auch das nicht, bleibt immer noch das Internet: Mehrere Seiten, zum Beispiel www.badbreathalert.com, bieten an, dem Kollegen eine E-Mail zu senden, in der er anonym auf seinen Mundgeruch aufmerksam gemacht wird.

Auf der nächsten Seite: Was man tun sollte, wenn man mit dem Chef im Aufzug steht.

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