Wenn die Mutter zum Pflegefall wird oder die Ehe in die Brüche geht, fällt es schwer, sich voll auf den Job zu konzentrieren. Sollten Betroffene den Chef ins Vertrauen ziehen, um sich zu erklären - oder private Sorgen lieber verschweigen?
Private Sorgen sind kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Auch wer gerade vom Partner verlassen wurde, wegen Schulden nicht mehr schlafen kann oder eben erfahren hat, bald operiert zu werden, muss in der Regel weitermachen wie zuvor.
Von Sorgen geplagt: Wer persönliche Probleme hat, von dem wird sofort vermutet, dass seine Arbeitsleistung darunter leidet. (© Foto: iStock)
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Nicht immer empfiehlt es sich, Kollegen und Vorgesetzte dann gleich von den eigenen Ängsten und Problemen zu erzählen. Experten raten allerdings, kein falsches Spiel zu spielen und nicht zu versuchen, sich hinter einer Fassade zu verstecken, die alles so aussehen lässt wie immer.
Nicht unangenehm auffallen
"Ich kann jeden verstehen, der in diesen Zeiten versucht, am Arbeitsplatz nicht zu viel von sich preiszugeben", sagt die Wirtschaftspsychologin Thordis Bethlehem aus Stuttgart. "Man will nicht unangenehm auffallen und nicht aus der Masse herausragen, um sich nicht angreifbar zu machen."
In den meisten Berufen sei heute die ganze Person gefordert. Und wer persönliche Probleme hat, von dem werde sofort vermutet, dass seine Arbeitsleistung darunter leidet, erklärt die Vizepräsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Die Angst davor, am Arbeitsplatz von den eigenen Sorgen zu erzählen, sei deshalb gut verständlich.
Keine Monster
"Entscheidend ist die Frage, wie ich mich dabei fühle, wenn ich so etwas sage oder verschweige", findet Christine Öttl, Karrierecoach in München. "Das ist auch eine Frage der Persönlichkeit."
Oft fühle sich der Betreffende besser, wenn er unangenehme Erlebnisse nicht verheimlichen muss. "Es kommt ja auch oft irgendwann raus." Nicht mit offenen Karten zu spielen, sei in der Regel der größere Stress. "Und die allermeisten Chefs sind schließlich keine Monster."
Auch Thordis Bethlehem plädiert prinzipiell für Offenheit. "Man sollte aber abschätzen, wie die Stimmung in der Abteilung ist. Und es hängt auch davon ab, welche Erfahrungen man in dieser Hinsicht gemacht hat." Am besten sei daher, zunächst zu überlegen "Hab' ich ein Team und einen Chef, wo Offenheit geschätzt wird?", empfiehlt Karin von Schumann, die als Business-Coach in München arbeitet.
Keine Notlügen
Vom grundsätzlichen Verhältnis insbesondere zum Chef hängt ohnehin viel ab: "Ist es gut, kann ich auch offen über eine schwierige private Situation sprechen:" Das gilt auch für Themen, die einem sehr unangenehm sind, etwa Stress mit der pubertierenden Tochter, die zu Hause ausziehen will.
Ansprechen sollte man solche Themen allerdings nur, wenn Auswirkungen auf die Arbeit möglich sind, zum Beispiel, weil sich der Betreffende um etwas Bestimmtes kümmern und deshalb an manchen Tagen früher gehen muss.
Bei einer neutralen Beziehung empfiehlt die Diplom-Psychologin, es mit "begrenzter Offenheit" zu probieren: "Man muss nicht alles sagen, aber alles, was man sagt, sollte wahr sein. Notlügen sind nicht ratsam. Und wenn der Chef nicht abwehrt, kann das Gespräch sogar die Grundlage für eine verbesserte Beziehung sein."
Auf der nächsten Seite: In welchen Fällen Mitarbeiter ihren Chef informieren sollten - und wann er sogar helfen kann.
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....... "keine Sorge", ich bin seit 1973 im öffentlichen Dienst beschäftigt, davon bin ich über 31 Jahre in diesem Institut tätig und habe keine sechs Jahre mehr bis zur Rente! Ich traue mir auch soviel Diplomatie und Menschenkenntnis zu, dass ich ganz genau weiß, was ich sagen kann und darf. In meinem Fall habe ich genau richtig gehandelt.
Ich bin bestimmt dagegen, am Arbeitsplatz das ganze Privatleben breitzutreten, das kann in der Tat gefährlich sein, da insbesondere Kollegen dies entsprechend gegen einen verwenden können, die einem nicht gerade wohlgesonnen sind, auch wenn sie einem freundlich und höflich begegnen!
Da ich auch Heilpraktikerin für Psychotherapie bin, ohne zu praktizieren, auch sehr viele Aus- und Fortbildungen hinter mir liegen, können Sie davon ausgehen, dass ich auch mein Psycho-Wissen entsprechend einsetzen kann!
Einen guten Tag!
Mir sind offene Mitarbeiter lieber, weil ich dann weiß, was auf mich zukommt. Dann kann man gemeinsam schauen wie man das händelt und wo es machbar ist auch Rücksicht nehmen
Wer kann schon psychische Belastungen verstehen? Das kann selbst das private Umfeld nicht, wie soll es dann der Arbeitgeber? Ein Arbeitgeber will, dass die Arbeit läuft, und dass der Mitarbeiter dafür sorgt, dass er seine ihm übertragenen Aufgaben auch erfüllen kann.
Ich selbst habe mich sehr, sehr viel mit psychischen Krankheiten usw. befasst, habe auch noch im fortgeschrittenen Alter den Heilpraktiker in Psychotherapie gemacht, wobei ich nicht praktiziere, und es gibt schon Erkrankungen, mit denen man sehr wohl leben, die man auch zum Stagnieren bringen oder gar heilen kann. Ich kann mich natürlich auch fallenlassen!
Es gibt allerdings auch gravierende Erkrankungen, wie z.B. eine schwere Depression oder eine Schizophrenie, bei denen eine Heilung fraglich ist, und diese armen Menschen können in der Tat keinen wirklichen Beitrag dazu leisten, jemals wieder Lebensqualität entwickeln zu können, geschweige denn können sie arbeiten gehen. Diese Erkrankungen, wie auch viele andere sind wirklich lebenseinschränkend.
Aber ..... es gibt schon auch depressive Verstimmungen oder Trauerreaktionen usw., die mit entsprechendem Willen so zur Gesundung kommen können, dass ich das Leben wieder entsprechend in den Griff bekomme!
ich nur hoffen, dass sich Ihre weisungsberechtigten Mitangestellten auch so viele Gedanken ihretwegen machen.
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ich wollte ihm den Kopf freihalten und dachte, es stünde mir nicht zu, ihn mit meinen Problemen zu behelligen
Denn das klingt so als würden Sie sich sicher sein, sobald Sie nicht mehr richtig funktionieren bekommen Sie das auch mit Sanktionen zu spüren.
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Wichtig bei allem ist sicher, dass ich meine Arbeit gut und termingerecht machte/mache, so dass sie mich auch niemals kontrollieren oder überwachen musste
Meine Erfahrungen der letzten zehn Berufsjahre geben Anlass zu höchstem Misstrauen. Jede Schwäche, und dazu gehört besonders auch das Privatleben, die sie vertrauens- oder verständniss hoffend preisgeben, wird irgendwann gegen sie benutzt.
Das könnte natürlich auch anders sein...
"Private Sorgen sind kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. "
Das erinnert mich sehr an das typische "reiß dich doch mal zusammen", das psychisch angeschlagene Menschen oft zu hören bekommen.
Paging