Die 68-jährige Helga Schleinitz arbeitet bei McDonald's, weil sie das Geld braucht - aus Dankbarkeit wirbt sie jetzt für ihren Arbeitgeber.
Davon hätte Helga Schleinitz vor wenigen Jahren nicht zu träumen gewagt: dass sie einmal in einem Fernseh-Spot auftreten wird. Jetzt tritt die 68-Jährige für McDonald's in der Werbung auf. Sie erzählt in dem Spot von ihrer Arbeit dort und warum für sie das Schnellrestaurant ein guter Arbeitgeber ist. Schleinitz und zwei weitere Mitarbeiter hat McDonald's speziell für den Werbefilm herausgesucht - unter 200 Mitarbeitern, die sich auch für diesen Auftritt beworben hatten.
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"Mädchen für alles" und "Oma" im Team: Helga Schleinitz wirbt in einem Werbespot für ihren Arbeitgeber McDonald's (© Foto: C. Hess)
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McDonald's will sein Image aufpolieren
McDonald's will durch die Kampagne attraktiv erscheinen. Der Konzern hat nach wie vor ein mieses Image als Arbeitgeber. In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich nicht so viel geändert, seit der Journalist Günter Wallraff vor 25 Jahren nach einem Selbstversuch die Arbeitsbedingungen anprangerte. Von schlechter Bezahlung, von Schufterei in den Küchen, von rüdem Umgangston ist immer noch die Rede.
Für die Fast-Food-Kette ist Helga Schleinitz deshalb ein Glücksfall. Sie scheint beseelt zu sein von ihrem Job. Er sei sehr wichtig für sie: "Ich lebe zum ersten Mal wirklich selbstbestimmt", erklärt die 68-Jährige. "Mein Mann hatte mein Leben fest im Griff". Der gestandene Außendienst-Manager war 21 Jahre älter als seine Frau, nahm ihr alle Entscheidungen ab. "Ich habe die Kinder großgezogen und mich um das Haus gekümmert. Mein Mann erledigte alles andere", erzählt sie.
Sie hat alles für ihn getan
Fast vierzig Jahre war Helga Schleinitz mit ihrem Mann Hermann verheiratet, siebzehn Jahre ihrer Ehe pflegte sie ihn daheim, weil er an der Parkinson-Krankheit litt. Sie habe alles für ihn getan - "mit viel Liebe".
Jetzt erledigt sie bei McDonald's "mit viel Freude jede Arbeit", wie sie immer wieder betont. "Ich mache alles", sagt sie, "ich bin mir für nichts zu schade". Helga Schleinitz ist Crew-Mitarbeiterin. Sie sitzt an der Kasse, räumt Geschirr ab oder putzt - für 7,50 Euro in der Stunde. Das sieht der Tarifvertrag für ihre Arbeit vor, den der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) abgeschlossen haben und den McDonald's anwendet. "Das ist seit langem mein erstes selbst verdientes Geld", betont Helga Schleinitz stolz. Und wie es sich für eine gute Fürsprecherin gehört, fügt sie brav hinzu: "Ich bekomme auch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen".
Haus weg oder Job her
Früher hatte Helga Schleinitz kein eigenes Konto, bekam Haushaltsgeld von ihrem Mann, wie sie erzählt. So wie viele Frauen ihrer Generation. Als sie ihren neuen Job antrat, war es fast ein halbes Jahrhundert her, dass sie zuletzt ein eigenes, kleines Einkommen hatte. Damals arbeitete die gelernte Hotelkauffrau in einem Hotel in ihrem Heimatort Emmendingen bei Freiburg. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt sie strahlend. Die Hochzeit war vier Monate später, Helga Schleinitz zog mit ihrem Mann nach Karlsruhe und es begann für die Frau eine "sorglose Zeit", wie sie selbst sagt.
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Gewalt in Syrien
Ich rede hier von freiwillger, sinnstiftender Arbeit! Es gibt sicher Leute die Ihren Job nicht gerne machen, aber die meisten genießen es zu arbeiten!
Ich finde es ein Unding, dass man älteren Mitbürgern das Recht auf Arbeit abspricht!
Warum sollen Frauen im "Urgroßmutteralter" nur zu hause sitzen und stricken oder sich um die Enkel kümmern? Warum dürfen sie nicht Ihr leben in die Hand nehmen und sich Ihren Lebensunterhalt selber verdienen?
Ich will zum Abschluss noch einen Satz zitieren den ich oft an der Kasse bei Mc Donalds zu hähren bekommen habe:
"Du bist doch Deutscher, warum arbeitest du denn hier?"
"Jeder kann bestätigen, dass Arbeit oder sonstige beschäftigung gut für die Gesundheit und den Geisteszustand ist. "
Ja warum nur haben wir die Sklaverei denn abgeschafft, war doch eine reine Wohltat für die Leute in den Baumwollplanatagen...
Hallo,
ich habe selbst 3 Jahre bei McDonalds gearbeitet und es war eine super Zeit!!!!!!!
Wir hatten auch einige ältere Damen an der Kasse (65+) die eine ähnliche geschichte zu erzählen haben und sich sehr darüber gefreut haben bei McDonalds arbeiten zu können.
Jetzt noch zu den anderen Kommentaren:
Warum soll ich mit 65+ nicht mehr arbeiten? Wer sagt, dass ich die statischen restlichen 20 Jahre rumsitzen und auf den Tot warten soll?
Jeder kann bestätigen, dass Arbeit oder sonstige beschäftigung gut für die Gesundheit und den Geisteszustand ist.
Und dann noch bei Mc Donalds, junge Kollegen, junges Publikum, das hält geistig richtig fit.
Als zum Mc Donalds bashing bitte woanders hingehen oder würdet ihr einen Vorbestraften ex Junkie einstellen und ein Chance geben (während meiner Zeit passiert, er hat die Chance auch genutzt!)
- Arbeitnehmer 68 Jahre alt
- Arbeitgeberzitate wie diese:
Zitat: Wir verstanden uns auf Anhieb", sagt Schleinitz heute dazu. Vielleicht lag es auch daran, dass Schleinitz anbot, "jede Arbeit" zu verrichten
Und Sätze wie diese:
Zitat: Sie hat einen Teilzeitvertrag über 20 Stunden, kann aber mehr arbeiten, wenn es ihre Chefin wirtschaftlich für nötig hält.
Muß es nicht eher heißen, sie "muß" mehr arbeiten, wenn es ihre Chefin wirtschaftlich für nötig hält?
Eine Frau, die Kinder erzogen und Ihren Mann jahrzehntelang gepflegt hat, muss im Urgroßmutteralter arbeiten.
BRAVO Deutschland !!!!!
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