Von Tanjev Schultz

Nach der neuen Pisa-Studie holen die deutschen Schüler zwar auf - der Weg zur Chancengleichheit ist aber noch lang. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung.

Pisa steht für "Programme for International Student Assessment" und ist ein Programm der OECD, in dem die Kompetenzen 15-jähriger Schüler international verglichen werden. Die erste Studie stammt aus dem Jahr 2000. Für die neuen Daten, die jetzt vorgestellt wurden, sind im Jahr 2003 insgesamt 44580 Schüler an 1487 deutschen Schulen getestet worden. Die Aufgaben haben Kompetenzen in Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften und Problemlösen geprüft. Die Studie, deren zentrale Befunde bereits im Juli veröffentlicht wurden, ergänzt die internationalen Ergebnisse um einen Vergleich der Bundesländer.

Schüler löst an der Tafel eine Mathematikaufgabe. (© Foto: AP)

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Innerdeutsches Leistungsgefälle: Im internationalen Vergleich haben die deutschen Schüler besser abgeschnitten als noch im Jahr 2000. Sieben Bundesländer erreichen jetzt in allen Bereichen Werte im OECD-Durchschnitt oder darüber. Besonders stark aufgeholt hat Sachsen-Anhalt. Zwischen den Ländern besteht aber weiterhin ein starkes Gefälle. Bayern liegt an der Spitze, es folgen Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen. Der Leistungsrückstand in schwachen Ländern wie Bremen oder Brandenburg entspricht bis zu eineinhalb Schuljahren.

Abstand unter Gymnasiasten: Auch bei einer gesonderten Auswertung für die Gymnasien zeigen sich beträchtliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Hier steht Bayern erneut auf dem ersten Platz, der Abstand zum Schlusslicht Bremen entspricht in Mathematik etwa einem Unterrichtsjahr.

Große Risikogruppe: Im internationalen Vergleich streuen die Leistungen in Deutschland besonders stark - einer großen Gruppe sehr starker Schüler steht eine ebenfalls große Gruppe besonders schwacher Schüler gegenüber. Fast jeder vierte 15-Jährige weist so schlechte Testwerte auf, dass die Forscher ihn zu einer so genannten Risikogruppe zählt, der massive Probleme auf dem Arbeitsmarkt vorausgesagt werden. Der Anteil der Risikogruppe variiert wiederum erheblich von Bundesland zu Bundesland. Beim Lesen liegt er in Hamburg und Bremen bei jeweils mehr als 27 Prozent und ist damit annähernd doppelt so groß wie in Bayern und Sachsen. Aber auch dort gibt es im internationalen Vergleich auffällig viele extrem leseschwache Jugendliche. Staaten wie Finnland (5,7 Prozent) und Kanada (9,6 Prozent) haben eine wesentlich kleinere Risikogruppe.

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