Eine neue Umfrage zeigt: Die meisten Deutschen halten Pädagogen für überfordert und unflexibel - und haben Mitleid mit ihnen.
Überforderte Lehrer, zu große Klassen und Unterrichtsausfall - eine aktuelle Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) legt offen, was die Bundesbürger besonders am deutschen Schulsystem kritisieren. Demnach liegen schlechte Schulleistungen nach Ansicht von zwei Dritteln der Befragten an zu großen Klassen. Mehr als die Hälfte stimmte außerdem der Aussage zu, dass zu viel Unterricht entfällt.
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Lateinunterricht am Gymnasium: Längst gibt es unter den Bundesbürgern keinen Zweifel mehr, dass Lehrer einen anstrengenden Beruf haben. (© Foto: dpa)
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Und auch um das Image der Lehrer steht es schlecht, wie die Umfrage zeigt, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Das Allensbacher Institut legte Anfang März 1800 Bundesbürgern Fragen mit verschiedenen möglichen Antworten vor, denen sie entweder zustimmen konnten oder nicht.
Angekratztes Image aufpolieren
Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger halten die Lehrer nach der repräsentativen Studie für überfordert und sehen dies als Grund für schlechte Leistungen von Schülern. Nur zwölf Prozent der Bürger teilen die Ansicht, dass viele Pädagogen ihren Beruf lieben. Vielmehr stellen gut die Hälfte fest, dass Lehrer häufig über ihre berufliche Belastung klagen.
An diesem Eindruck sei die Lehrerschaft "nicht ganz unschuldig", sagte der Bundesvorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie. Überwiegend würden Probleme in dem Beruf an die Öffentlichkeit getragen, anstatt stärker die positiven Seiten zu betonen. Angesichts des drohenden Lehrermangels will der Philologenverband das angekratzte Image der Pädagogen nun mit Hilfe des Deutschen Lehrerpreises "Unterricht innovativ" weiter aufpolieren.
Längst gibt es aber auch unter den meisten Bundesbürgern keinen Zweifel mehr, dass Lehrer einen anstrengenden Beruf haben. Das Bild von den "faulen Säcken" ist nach der Umfrage überholt. In der Tat belegen zahlreiche Studien mittlerweile die hohe gesundheitliche Gefährdung der Lehrer. Der Arbeitsmediziner Andreas Weber fand beispielsweise heraus, dass mehr als die Hälfte der vorzeitig ausscheidenden Pädagogen psychische oder psychosomatische Leiden beklagen.
Zu viel Fernsehen und Computerspiele
Die Lehrer zahlen einen gewaltigen Tribut, aber offenbar bleibt ihr Einsatz oft erfolglos. Laut der aktuellen Umfrage halten sie viele Bundesbürger nicht nur für überfordert, sondern auch für unfähig, den Stoff angemessen zu vermitteln. Nur wenige glauben, dass sich Pädagogen regelmäßig fortbilden und gegenüber neuen Unterrichtsformen aufgeschlossen sind.
Hoffnung könne den Lehrern machen, dass die Beurteilung "ungleich besser" ausfalle, wenn Eltern jene Pädagogen einschätzen, die sie am besten kennen, sagte die Geschäftsführerin des Allensbacher Instituts, Renate Köcher. Nach der Umfrage geben die Bundesbürger auch nicht den Lehrern alleine die Schuld an Schulproblemen. Auch den Eltern und Jugendlichen wird Verantwortung bei miesen Noten zugeschrieben.
Für schlechte Leistungen sind nach Ansicht von fast 70 Prozent der Bundesbürger vor allem zu viel Fernsehen und Computerspielen verantwortlich. Fast die Hälfte der Befragten stimmen außerdem zu, dass Migranten mit Sprachproblemen verpflichtet werden müssten, Deutschkurse zu besuchen. 70 Prozent meinen, die Schulen bereiteten die Kinder zu wenig auf das Berufsleben vor.
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(SZ vom 27.3.2009/bön)
Debatte über Urheberrecht
"Beruf nur wegen Annehmlichkeiten (viel Freizeit, Vereinbar-keit von Familie und Beruf, sicherer und krisenfester Job als Beamter im öffentlichen Dienst, Möglichkeit der Versetzung bei Umzug etc.)"
Informieren Sie sich doch bitte mal BEVOR Sie so einen Unsinn verzapfen.
Nehme an Sie hatten eine traumatische Schulzeit :).
Weder Freizeit (obwohl nicht mal Dieser Faktor stimmt, außer man ist naiv und denkt Lehrer hätten nur Ihre (Schul)stunden zu bewältigen) noch Beamtentum (wird schon seit Jahren niemand mehr automatisch [von wegen Sicherheit] verbeamtet, da dem Staat auch bekannt ist das die Geburtenschwachen Jahrgänge und die deutsche Demografie dagegensprechen) könnten das aufwiegeln was an Stress und Nichtmotivation auf die Lehrer tagtäglich einprasselt.
Die hohe berufliche Sterblichkeitsrate des Lehrers erreichen sonst nur Risikoberufe (natürlich extravergütert).
Gehen Sie in eine soziale oder psychatrische Einrichtung und arbeiten Sie da.
Dann bekommen Sie einen Eindruck von dem Stress. Nur das dort alle paar Stunden Medikamente und Sedative zur Anwendung kommen......
Schlechte Noten für Lehrer bzw. überforderte Lehrer - Das sind genau die richtigen Stichworte. Das schlechte Image der Lehrer ist zum überwiegenden Teil von den Lehrern selbst und den bildungspolitisch Verantwortlichen verschuldet. Es gibt genü-gend wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass kaum einmal die Hälfte der ange-henden Lehrer geeignet und motiviert für den Lehrberuf ist. Solange fast 50 % der angehenden Lehrer den Beruf nur wegen Annehmlichkeiten (viel Freizeit, Vereinbar-keit von Familie und Beruf, sicherer und krisenfester Job als Beamter im öffentlichen Dienst, Möglichkeit der Versetzung bei Umzug etc.) bzw. aus Verlegenheit (ich weiß nicht was ich studieren soll, aber das Lehramtsstudium erscheint mir von den Anfor-derungen her machbar u. als Grundschullehrer hat man nicht allzu viel Stress) wäh-len und bereits bei der Ausbildung (Studium, Vorbereitungsdienst) Probleme haben, dann ist das Image zu recht angekratzt. Schuld an diese Misere hat aber auch der Staat, der beratungsresistent ist und die Lehrerausbildung nicht rasch und tiefgrei-fend reformiert. Die politischen Verantwortlichen müssen bei der dringend notwendi-gen Reform der Lehrerausbildung u.a. einen wichtigen Aspekt verankern. Lehrer müssen künftig nicht Fächer, sondern Schüler und Schülerinnen unterrichten.
Und das zuviel Fernsehen und die zu vielen Computerspiele trifft den Kern nicht.
Gestern kam in 3Sat eine interessante Sendung (Scobel - Die Jungen brauchen Hil-fe). In dieser Sendung ging es darum, dass Jungen immer mehr zu Verlierern in der Bildung werden, weil auf deren spezifischen Bedürfnissen nicht eingegangen wird.
Ich empfehle jedem bildungspolitisch Verantwortlichem und jedem Lehrer bzw. jeder Lehrerin, sich auf der 3SAT Seite zu informieren. Mit dem Wissen aus dieser Sen-dung kann man auch erahnen, weshalb meist männliche Schüler Amok laufen.
Die Sendung wird am 01.04.2009 um 5:05 Uhr auf 3Sat nochmals gesendet.
Wem 5:05 Uhr zu früh oder unpassend ist, kann die Sendung auch aufzeichnen.
Hübsch, kaum wissen die Leute auch nur mittelbar, wovon sie reden, fallen die Urteile wesentlich differenzierter aus.
Das sollte doch zu denken geben...
Die schlechten Noten verdienen in der Regel die Eltern, die ihre Kinder vor der Glotze verblöden lassen, weil sie selber blöd sind oder ihrer Karriere den Vortritt lassen, statt sich um den Nachwuchs zu kümmern.
schlechte Noten erhält hier eher die Politik, aber nicht die Lehrer.