Veronika Bauer wird Restaurant-Managerin bei McDonald's. Ihre Kollegen kennt sie schon seit sechs Jahren. Bald wird die 22jährige Veronika Bauer die Chefin der 70 Mitarbeiter des McDonald's Restaurants von Buchholz bei Hannover sein. Eine der jüngsten Restaurant-Managerinnen des Unternehmens. "Die Wahnsinnschance" sagt sie. Im Moment absolviert sie noch das Training: fünf mehrtägige Kurse in Service Centern von McDonald's, wo sie alles über Produktqualität und Geräte, Gesetze und Personalführung erfährt. Angefangen hat sie als Schülerin mit 400 Euro im Monat. Nach dem Realschulabschluss und der höheren Handelsschule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie, mit der sie theoretisch auch in anderen Restaurant-Ketten arbeiten könnte. Aber solche Pläne liegen ihr im Moment fern. "Ich arbeite super gern hier", erzählt sie. "Jeder Tag ist anders." Manchmal organisiert sie mit ihrem Team Gastveranstaltungen, manchmal platzt eine ganze Busladung Gäste ins Restaurant, so dass jeder plötzlich alle Hände voll zu tun hat. "Der Job wird nie langweilig."
(© Foto: Steffen Hauser / Unternehmen)
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Dr. Roya Ulrich, Teamleiterin bei Daimler. Autobauen ist Männersache? Wenn beim neuen Mercedes-Modell die Bauteile exakt richtig am Fließband landen, ist das vor allem ihre Sache: Roya Ulrich, 44 Jahre alt und promovierte Informatikerin. Sie sorgt für die optimale digitale Logistikplanung. "Solche Prozesse immer effektiver zu gestalten und andere zu motivieren daran mitzuarbeiten, das macht mir Spaß", sagt sie. Mit 18 Jahren kam sie aus dem Iran nach Deutschland und begann nach ihrem Studium im Jahre 2004 ihre Karriere in der IT-Abteilung von Daimler. Sie war verantwortlich für die Standardisierung der Funktechnologie und leitete ein Programm zur Trennung des IT-Systems von Chrysler. Bevor Roya Ulrich vor einem halben Jahr in den Bereich "Digitale Fabrik" wechselte, war sie ein Jahr lang Mentee bei einem Bereichsleiter in der Logistik. Das war spannend und hilfreich. Auch deshalb, weil Roya Ulrich die Chance nutzte. "Die Firma gibt einem den Schlüssel in die Hand, die Tür öffnen muss man dann selbst."
Kirsten Fust, Geschäftsbereichsleiterin bei E.ON. "Ach, SIE sind das", wundert sich schon mal ein neuer Kollege, der nicht wusste, dass der Boss eine Frau ist. Kirsten Fust, 44, betreut alle operativen Dienstleistungen von E.ON Hanse zwischen der dänischen und polnischen Grenze, insgesamt 800 Mitarbeiter. "Ich versuche jeden Tag einmal rauszufahren", sagt sie. Schon als Kind baute sie kleine Schaltungen. Später wurde sie Elektroinstallateurin und studierte Nachrichtentechnik. Zu E.ON kam Kirsten Fust 1993, übernahm nach einigen anderen Stationen den gesamten technischen Service. Ein Mentor im Vorstand bereitete sie auf die neuen Herausforderungen vor. "Personalführung lernt man ja sonst nirgends", sagt sie. Mit einer Kollegin gründete sie das Netzwerk Ingeneurinnen bei E.ON (IngE), dem inzwischen 80 Frauen angehören. Dass ihr als Managerin zugleich Verständnis entgegen gebracht wird, wenn sie ihre kleine Tochter betreuen muss, schätzt Kirsten Fust besonders. "In einer Führungsposition braucht man die Unterstützung der Familie und des Arbeitgebers."
Jamila Verhoye, Group Brand Managerin bei Henkel. Sie leitet ein Team von fünf Personen, kümmert sich im Bereich "Body and Oral Care" um den erfolgreichen Absatz von Fa-Produkten und Theramed-Zahncreme. Sie kam 2001 zu Henkel, erst ins nationale Marketing für Haarpflege-Produkte, dann in ein ganz besonderes Karriere-Programm: Triple 2. Was bedeutet: zwei Erfahrungen in zwei Ländern, in zwei Positionen. Die 40jährige Wirtschaftswissenschaftlerin ging damals nach Italien und fand dort einen völlig anderen Markt vor. "Die Zeit hat mir viele neue Blickwinkel eröffnet", sagt sie. Jetzt kann sie ihre Erfahrungen als International Marketing Manager Oral Care umsetzen. Auch mit Kind. Denn dank Kindergarten und der familienfreundlichen Politik des Hauses war nicht nur der Wiedereinstieg problemlos. Jamila Verhoye bekam trotz des Teilzeitvertrages ihre neue Position als Group Brand Managerin übertragen und kann ihre Arbeitszeiten flexibel mit ihrem Homeoffice verbinden.
Petra Justenhoven, Partnerin bei PwC. Wie macht man Karriere mit Familie? "Immer am Ball bleiben", rät die 42jährige Wirtschaftsexpertin. Vor 16 Jahren startete sie nach einer Steuerausbildung und einem BWL-Studium bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers. Heute ist Petra Justenhoven eine von noch nur acht Prozent weiblichen Partnern im Unternehmen und Mutter von zwei Kindern. Sie leitet Teams, die die Jahres- und Konzernabschlüsse national und global agierender Unternehmen prüfen, reist zu Kunden und engagiert sich in der Initiative "Women at PwC", die auch zum Ziel hat, den Frauenanteil auf der Führungsebene zu erhöhen. Bei PwC qualifizierte sie sich zunächst zur Steuerberaterin. Als ihr Sohn geboren wurde, nutzte sie die Auszeit und machte zudem das Examen zur Wirtschaftsprüferin. "Eigentlich war ich nie richtig weg", sagt sie heute. "PwC ermöglichte mir in den unterschiedlichen Phasen meines Lebens, projektbezogen und flexibel weiter zu arbeiten", so dass der Kontakt zum Unternehmen immer erhalten blieb. "Man muss sich selbst fragen: Wie kann ich meine persönliche Situation mit meiner beruflichen Aufgabe vereinbaren? Und dem Unternehmen seine Vorschläge und Ideen präsentieren."
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(Annelie Frank)
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