sueddeutsche.de: Kann man auf lange Sicht auch seine Intelligenz durch die richtige Ernährung steigern?

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Kaffee hilft im Büro erwiesenermaßen über das nachmittägliche Leistungstief hinweg. (© dpa)

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Eckert: Lediglich die Muttermilch hat Einfluss auf die Intelligenz eines Menschen. Studien haben gezeigt, dass sich Mangelernährung der Mütter negativ auf die Intelligenz der Kinder auswirken kann. Mit der eigenen Ernährung kann man das aber nicht beeinflussen.

sueddeutsche.de: Welche Rolle spielen Getränke?

Eckert: Eine entscheidende - und sie werden oft vernachlässigt. Aber die Flüssigkeit, die wir zu uns nehmen, beeinflusst unser Blutvolumen. Und unser Gehirn ist auf den Sauerstoff angewiesen, den das Blut transportiert. Je flüssiger also unser Blut fließt, desto mehr Sauerstoff bekommt das Gehirn. Um die optimale Versorgung zu gewährleisten, sollten wir zweieinhalb Liter am Tag trinken.

sueddeutsche.de: Ist es egal, was man trinkt?

Eckert: Wasser ist immer gut, grüner Tee ist hervorragend, weil er Koffein enthält, das in den Gerbstoffen gebunden ist, aber auch Kaffee hilft uns erwiesenermaßen über ein Leistungstief hinweg. Zucker fürs Gehirn ist ebenfalls gut. Also vor einem wichtigen Termin lieber eine Saftschorle als pures Wasser trinken.

sueddeutsche.de: Immer mehr Menschen greifen zu Medikamenten wie Ritalin, das normalerweise Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom verschrieben wird, um ihr Gehirn vor einer Prüfung zu dopen.

Eckert: Von diesen Medikamenten profitieren gesunde Menschen kaum. Zwar steigert Ritalin die Aufmerksamkeit, aber für das Lernverhalten bringt es gar nichts. Ebenfalls in Mode ist das Mittel Vigil, das ursprünglich für Schichtarbeiter entwickelt wurde und konzentrationsfördernd wirken soll. Es wirkt lediglich nach Schlafentzug. Bei gesunden Menschen mit genügend Schlaf zeigt es kaum Wirkung. Da würde ich mich eher auf eine Tasse Kaffee verlassen, deren Wirkung ist wesentlich besser belegt.

sueddeutsche.de: Was nützen Nahrungsergänzungsmittel?

Eckert: Niemand sollte glauben, dass er mit ein paar Pillen seine Gehirnleistung wesentlich steigern kann. Wenn man sich ausgewogen ernährt, zwei Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nimmt und jede Menge Joghurt und Vollkornprodukte, dann braucht man eigentlich keine Nahrungsergänzungsmittel. Diese können aber, wie der Name sagt, die Ernährung in Situationen ergänzen, in denen wir uns nicht optimal mit Nährstoffen versorgen. Wichtig sind auch viel körperliche Bewegung, um die Durchblutung anzukurbeln, viel Sauerstoff und regelmäßiges geistiges Training, zum Beispiel in Form von Sudoku, Rätseln oder einem Puzzle.

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