Jeder vierte tut's: Nachhilfe ist in Deutschland zwar weit verbreitet, aber nicht überall üblich.
Mehr als jeder vierte Schüler bekommt Nachhilfe-Unterricht. Das zeigt eine Befragung privater Haushalte in Deutschland, die regelmäßig vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geführt wird. Demnach spielt das Elternhaus eine wichtige Rolle, ob privates Nachsitzen angesagt ist: Kinder aus Familien im oberen Einkommensviertel nehmen mehr als doppelt so häufig bezahlte Nachhilfe als Kinder aus Familien des unteren Einkommensviertels. "Nachhilfe trägt folglich zur Verstärkung der sozial bedingten Bildungsungleichheit bei", heißt es in einem Diskussionspapier des DIW.
In Mathe, Deutsch und Fremdsprachen sind Nachhilfelehrer am häufigsten gefragt. (© Foto: ddp)
Anzeige
Auch regional gibt es Unterschiede. Während in den neuen Bundesländern sechzehn Prozent der Schüler schon mal Nachhilfe-Unterricht hatten, sind es im Westen 30 Prozent.
Nach Schulart pauken die Gymnasiasten am häufigsten privat. Mehr als ein Drittel der Schüler an westdeutschen Gymnasien hatten schon Nachhilfe, an der Hauptschule waren es nur zwölf Prozent.
In ganz Deutschland werden Woche für Woche Millionen für Nachhilfe ausgegeben: Wie eine Untersuchung aus den neunziger Jahren zeigt, haben Nachhilfe-Schüler in der Regel zwei Extra-Stunden pro Woche. Bei einem Stundensatz von zehn Euro summiert sich das bundesweit auf etwa 15 Millionen Euro pro Woche.
(sueddeutsche.de)
Umweltstiftung WWF in der Kritik