Eltern wollen nur das Beste für ihren Nachwuchs: das Abitur. Doch der wachsende Druck in den ersten Schuljahren macht Kinder krank.
Seit den Ferien ist alles anders. "Die ganze Angst ist weg", sagt Lisa*, zehn Jahre alt, "jetzt ist es egal, wie gut man ist". Zum Schulbeginn am Montag weiß jeder Schüler in der vierten Klasse, wohin er gehört. Nach oben oder nach unten, aufs Gymnasium oder in die Hauptschule.
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In Lisas Klasse haben es fast alle geschafft. Sie dürfen aufs Gymnasium oder zumindest in die Realschule. Die einen, weil sie in Deutsch, Rechnen und Sachkunde den notwendigen Schnitt von 2,33 beziehungsweise 2,66 erreicht haben. Die anderen, weil sie vor den Ferien den Probeunterricht bestanden haben - wie Lisa.
Der Rest muss in die Hauptschule. "In unserer Klasse hat`s nur Bernd* erwischt", sagt Lisa - dabei hatte seine Mutter doch so viel mit ihm gelernt.
Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind: das Abitur. Daher sind sie zu Expertinnen der Noten-Überwachung geworden. Sie wissen genau, dass Rechtschreibfehler in Sachkunde-Tests nicht zählen und dass bei Aufsätzen ein guter Ausdruck mit einem Pünktchen am Heftrand gelobt werden muss. Sie wissen auch, dass ein schulpsychologisches Gutachten einen Bonus bei der Bewertung gibt und welche Schule im Umkreis am großzügigsten Übertrittszeugnisse verteilt.
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