Brauchen Schulen Sicherheitsschleusen und Metalldetektoren? Einen völligen Schutz kann es nicht geben. Lehrer können sich nur bemühen, vieles auszugleichen: zerrüttete Familien, Armut, mediale Verwahrlosung.
Schulen sind verletzliche Institutionen. Sie dürfen keine Bunker sein, sie lassen sich nicht zur Festung ausbauen, ohne dass sie ihre pädagogische Kraft verlieren. Es ist verständlich, wenn nach dem Morden in Winnenden über Sicherheitsschleusen und Metalldetektoren diskutiert wird.
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Mitschüler trauern um die Opfer: Einen völligen Schutz kann es nicht geben, und jede Abwehrtechnik birgt die Gefahr, das Gefühl der Verletzlichkeit nur zu steigern. (© Foto: dpa)
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Aber einen völligen Schutz kann es nicht geben, und jede Abwehrtechnik birgt die Gefahr, das Gefühl der Verletzlichkeit nur zu steigern, statt es zu reduzieren. Wer in den USA eine zur Hochsicherheitsanstalt umgebaute Schule betritt, fühlt sich alles andere als wohl und sicher. Er fühlt sich unbehaust.
Das Gefühl, einer ihm feindlich gesinnten Umwelt ausgesetzt zu sein, mag den Amokläufer zu seiner Tat getrieben haben. Das darf aber nicht dazu führen, dass nun alle die Schule nur noch als Gefahrenzone erleben. Mehr denn je sollten Schulen sich darum bemühen, Orte zu sein, in denen die Schüler Anerkennung erfahren und in denen ein Gefühl der Zugehörigkeit wachsen kann.
Zerrüttete Familien, Armut, mediale Verwahrlosung
Die Schule kann die emotionale Stabilität, die eine Familie bieten sollte, nicht ersetzen. Dennoch kann sie etwas dafür tun, dass Jugendliche einen Sinn im Leben erkennen und sie in der Lage sind, mit Niederlagen und Aggressionen umzugehen.
Nicht für die Schule, für das Leben sollen die Kinder lernen - der alte Spruch gewinnt nach dem Blutbad in der Realschule von Winnenden eine neue, traurige Bedeutung. Schulen sollen nicht nur auf ein Berufsleben vorbereiten; sie sollen den Kindern und Jugendlichen auch helfen, das Leben - ihr Leben und das der anderen - zu bejahen, es zu schätzen und zu schützen. Ist das nicht aber eine Überforderung der Schule?
Viele Lehrer beklagen, sie müssten alles ausgleichen, was in der Gesellschaft schiefläuft: zerrüttete Familien, Armut, mediale Verwahrlosung. Die Klage ist berechtigt, aber die Schule hat gar keine andere Wahl, als sich diesen Problemen zu stellen. Schulen sind keine therapeutischen Einrichtungen; doch die Frage, wie es ihren Schülern geht, können Pädagogen nicht einfach ignorieren.
Das Miteinander an den Schulen stärken
In vielen Grundschulen gibt es einen Morgenkreis, in dem die Kinder auch über sich und ihre Sorgen sprechen können. In den weiterführenden Schulen dagegen fehlen oft die Freiräume für solche Gespräche. Je älter die Schüler werden, desto schwerer fällt es ihnen, Schwächen zu zeigen und mit Niederlagen umzugehen.
Eine Schule, die auf das Leben vorbereitet, müsste das üben. In Heidelberg hat ein Rektor deshalb das Fach "Glück" eingeführt. Was zunächst abwegig klingt, ist gar keine schlechte Idee: Im Fach "Glück" tanzen, musizieren und kochen die Jugendlichen; und sie lernen, über sich und ihre Ängste zu sprechen. Ob man mit solchen Angeboten jemals einen Jugendlichen, der Gewaltphantasien hat, von einer grausamen Tat abhalten kann, ist ungewiss. Aber sie können dazu beitragen, das Miteinander an den Schulen zu stärken und die Sensibilität für persönliche Krisen zu erhöhen.
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Kabinett beschließt strengere Tierschutzregeln
Amokläufer, Sexualverbrecher, etc. sind gottseidank nur wenige Kranke unter Millionen.
Das sind Menschen, denen ganz individuell die Sicherung durchbrennt.
Und die gab es schon vor hunderten von Jahren, als die Gesellschaft noch völlig intakt(?) war und es weder Counterstrike noch Chatrooms gab!
Das muss man sich einfach mal klarmachen!!
Leistungsdruck, Mobbing usw. führt unter den Betroffenen in über 99,99% der Fälle EBEN NICHT zu irgendeinem Gewaltverhalten!
Wer hatte denn noch nie Ärger mit Mitschülern, der Freundin und Nachbarn, wer wurde noch nie von Lehrern oder Eltern kritisiert? Und? Lief man deshalb gleich mit der Knarre umher? Nein!
Diese Motive darf man nicht überbewerten!
Und für die paar armen Kranken, bei denen ein Gendefekt oder was-weiss-ich zum Rumballern, Kinderpoppen usw. führt, die sind EBEN KEIN Opfer der Gesellschaft!
Ich kann's nicht mehr hören!
Die Gesellschaft ist ja soooo schlecht, keiner hat eine Chance, alle werden über kurz oder lang zu Gewaltverbrechern und die Politik hat ja soooo versagt!
Blödsinn!
Wenn einer unter Millionen durchdreht, dann hat genau dieser eine einen Defekt und nicht die Gesellschaft!
Aber ist ja so einfach, immer alles der Gesellschaft und der Politik zuzuschieben .-(
Tatgeschehen, zumal mit Todesfolge, im Zusammenhang mit Amokläufen sind Einzelfälle. Erfolgreiche präventive Sicherheitsmaßnahmen für solche Fälle gibt es in einem freiheitlichen Rechtsstaat nicht. Aufgrund der Geschehnisse ad hoc Gesetzgebung, Regelvorschriften, Verwaltungsordnungen etc. zu ändern, ist gesellschaftlich kontraproduktiv.
Die ergriffenen Maßnahmen sind vielmehr der Ratlosigkeit in Politik und Gesellschaft geschuldet. Man tut was, beruhigt sein Gewissen, goutiert seine Wählerschaft und das war`s.
Anstatt an einem einzelnen Täter öffentlich und in der Presse rum zu psychologisieren, wäre es sinnvoller einmal den Humus zu analysieren, auf dem die Tatvorsätze heranwachsen. Ist die Jugend unseres Landes nicht eingeschnürt in ein Korsett verantwortungsloser Gesetzgebung und hilfloser Regelwerke? Wie und wo kann eine positive Entfaltung und gesellschaftliche Teilnahme auch nicht angepasster jugendlicher Charaktere überhaupt noch stattfinden? Wohin mit dem natürlichen Aggression pubertierender Jugendliche? Eine körperbetonte Balgerei wird im Zwangskorsett des heutigen Regelwerkes zur Straftat. Was übrig bleibt ist die weit schlimmere und kanalisierte Aggression in Form von Mobbing und eine auf den Kopf gestellte Signalsprache.
Wir brauchen weniger von diesen meist selbst unfertigen Möchtegern-Psychologen und Polit-Pädagogen, wir brauchen mehr normale lebensbejahende Menschen, die unseren Jugendlichen was zu bieten haben. Das Psychologen- und Politikergeschwätz kann Lebenserfahrung und echte Partnerschaft nicht ersetzen, nein, es führt in die Irre.
als bieder verachtet, aber immer mehr Menschen haben rein sexuell basierte Beziehungen. Das Ergebnis sieht man an der zunehmenden Zerrüttetheit von Persönlichkeitsstrukturen.
Vielleicht sind traditionelle Werte doch nicht ganz verkehrt???
Meine Meinung nach, die wichtigste für jedes Kind, (und auch Jugendliche) ist die richtige Familie dh. Mutter und Vater (nicht zwei Väter, nicht zwei Mütter, nicht zwei Partner u.s.w), und die wahre, kluge und vernünftige Elternliebe zum Kind
und Eltern zueinander.
Solche Familien sehe ich leider immer weniger im heutigen Gesselschaft.
1. Ein riesiges "Danke schön" an die Polizei, die unglaublich schnell und konsequent gehandelt hat und damit sicherlich vielen Menschen das Leben gerettet hat. Gute Besserung den verletzten Polizeibeamten!
2. Jeden Tag nehmen sich etwa 30 Menschen das Leben, hin und wieder jemand auf ganz besonders spektaläre Weise. Warum hat unsere Gesellschaft für diese verzweifelten Menschen keine Antworten parat?
3. Wozu braucht die Gesellschaft Sportschützen mit großkalibrigen Waffen? Ich würde alle Waffen außer Luftgewehr und Kleinkaliber verbieten.
4. Wer eine Schule wirklich und nicht scheinbar sicher machen wollte, sollte sich bitte einmal einmal eine Bundeswehr-Kaserne ansehen: Hohe undurchsichtige Schutzmauer mit Stacheldrahtkrone, wenige Zugänge mit bewaffneten Wachen- soll so Schule sein?
4. Gab es schon mal einen Amoklauf an einer Montessori-Schule? Vielleicht steckt ein Stück des Problems in unserer permantenten Ein- und Aussortiererei.
Ich finde wir erwarten von Eltern zu wenig und von Lehrern zu viel.
pehaba
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