Das Verwaltungsgericht Freiburg hat die neuen Studiengebühren an den baden-württembergischen Hochschulen für rechtmäßig erklärt. Allerdings dürfen die Kläger gegen das Urteil Berufung einlegen.
Im ersten Prozess gegen die Studiengebühren in Baden-Württemberg hat das Verwaltungsgericht Freiburg am Mittwochnachmittag alle Klagen abgewiesen. Allerdings dürfen die Kläger gegen das Urteil Berufung einlegen.
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Die Kosten des Verfahrens müssen die sechs Kläger tragen. Geklagt hatten eine alleinerziehende Mutter, eine Schwangere und vier Zivildienstleistende. In der mündlichen Verhandlung hatten zuvor die Fragen im Vordergrund gestanden, ob die Gebühren gegen den Gleichheitsgrundsatz, gegen das Recht auf freie Berufswahl oder gegen den UN-Sozialpakt von 1966 zur Unentgeltlichkeit von Bildungseinrichtungen verstoßen.
Der Anwalt der sechs Kläger, Michael Klein-Cosack, hatte vor Gericht erklärt, die Studiengebühren verstießen gegen das Grundgesetz und gegen den UN-Sozialpakt. Vor allem Arme hätten Nachteile davon. Außerdem gehe von den Gebühren ein Abschreckungseffekt aus. Vor Verhandlungsbeginn hatte Klein-Cosack empfohlen, die Fälle zur grundsätzlichen Klärung an den Bundesgerichtshof zu verweisen.
Die Studiengebühren wurden von der baden-württembergischen Landesregierung zum Sommersemester 2007 eingeführt. Sie betragen 500 Euro pro Semester. Dagegen klagen allein in Freiburg 550 und landesweit mehr als 2700 Studenten.
Gleichheitsgrundsatz nicht verletzt
Verhandelt wurde in Freiburg die Klage einer 37-jährigen alleinerziehenden Mutter mit der Studienrichtung Lehramt an Realschulen. Nach ihrer Auffassung verstoßen die Studiengebühren gegen mehrere juristische Grundsätze.
Studenten mit Kindern bis acht Jahren sind von den Gebühren befreit. Die Klägerin muss das Geld bezahlen, weil ihre Kinder schon elf und 13 Jahre alt sind. Sie musste nach eigener Darstellung deswegen ein Darlehen aufnehmen, was ihr Studium um etwa 4500 Euro verteuerte. Damit sei der Gleichheitsgrundsatz und das Recht auf freie Berufswahl verletzt. Die gelernte Grafikerin arbeitet zudem vormittags stundenweise in einem Medienzentrum, um ihr Studium und ihre beiden Kinder finanzieren zu können.
Die Zivildienstleistenden wollten zudem erreichen, dass ihnen für zwei Semester die Studiengebühren erlassen werden. Sie argumentieren, dass ihnen aus ihrem etwa ein Jahr dauernden Zivildienst kein Nachteil gegenüber anderen entstehen dürfe, die bereits vor einem Jahr ihr Studium begonnen hatten und in der Zeit noch keine Gebühren hatten zahlen müssen.
Die Hochschulen können Studenten in Härtefällen von den Studiengebühren befreien. An der Universität Freitag beispielsweise muss gut jeder vierte nichts zahlen: 5313 von 19.508 Studierenden sind von der Zahlung befreit.
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(AP)
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Zur Aussage, es fehle das Geld, kann ich eigentlich nur auf folgende weiterführende Informationen hinweisen: http://www.abs-bund.de/argumente/studiengebuehren/
Was oft genug wiederholt wird muß noch lange nicht richtig sein.
Übrigens wandern nobelpreisverdächtige oder -dotierte Professoren nicht zwangsläufig ins Ausland ab. Ich empfehle hierzu einen Blick ins aktuelle Verzeichnis der Nobelpreise der letzten Jahre. Viele, unter Ihnen z.B. E.O. Fischer (Nobelpreis für Chemie 1973), leben und arbeiten immer noch in Deutschland. Im Gegenteil, es ist die Gedankenwelt, daß die USA das gelobte Land darstellen (die im übrigen auch Sie zu teilen scheinen), die in den Medien immer wieder zu einem verzerrten (und falsch positiven) Bild der USA führen. Es ist sicherlich kein Zufall, daß gerade in den letzten Jahren mehr und mehr Akademiker wieder den Weg zurück nach Europa finden.
Auch hier gilt wieder: Was oft genug wiederholt wird muß noch lange nicht richtig sein.
Hinsichtlich der Aussage, dass es in Deutschland kein funktionierendes Stipendiensystem gibt, kann ich Ihnen nur recht geben. Und obwohl ich für diese Beispiel vermutlich wieder gehasst werde, genau weil die USA ein funktionierendes Stipendiensystem haben, können sie de ausländischen Wissenschaftler holen. Es ist doch ganz einfach. Wenn Ihnen von sagen wir von Georgetown ein volles Stipendium angeboten würde. In diesem Beispiel sind sie der neue Hoffnungsträger auf den Nobelpreis (oder so ähnlich ;) ) für Ihre UNI, und Sie sind auch erst 29 - also MEGA-Intelligent (!), dann würden Sie doch bestimmt zuschlagen oder?
Würden deutsche UNI's so vorgehen, würden Sie auch bessere Professoren kriegen. Dies soll NICHT heißen das die deutschen Professoren schlecht sind. Ganz im gegenteil. Die wirklich tollen. Die, welche Nobelpreise oder so gewinnen, die wandern bloß ab. Jene Profs zu halten wäre wichtig. Dafür benötigt es aber Geld und Geld, ja woher bloß? Richtig an alle die Studiengebühren nicht gut finden - Geld wächst auf Bäumen und kann gepflückt werden. An alle anderen - Geld wächst nicht auf Bäumen und muss irgendwie eingetrieben werden. Wie wäre es mit Studiengebühren oder sollten wir sie einfach nur "Tuition" also Schulgebühr nennen. Ich wette, wäre das Wort "Schulgebühr" gewählt worden, gäbe es nur halb so viel Radau!!
Hinsichtlich dem von mir genannten 3,9: Ich wollte damit niemanden beleidigen oder so, aber ich suchte nach einer Möglichkeit, die (fast) schlechteste ABI-Note auszuwählen, um zu zeigen, das es Menschen gibt, die nicht studieren müssen.
Ich selber bin "Opfer" von falschen Einschätzungen. Meine Grundschullehrerin wollte mich auf die Realschule stecken, nun bin ich Jhg. 12 und bin noch nie sitzen geblieben....!
Nur damit niemand denkt ich würde ohne Erfahrung schreiben...
Das ist lieb, vielen Dank.
Aber nochmal zu meinem Beitrag. Ich schrieb: "Es gibt in Deutschland eben KEIN funktionierendes Bildungssystem, die Stipendien sind zum Großteil politisch/kirchlich motiviert..." Hier hatte ich mich vertippt, daher haben wir uns falsch verstanden. Gemeint war: "Es gibt in Deutschland eben KEIN funktionierendes STIPENDIENsystem,..."
nein, 2,6 ist durchaus in Ordnung!
Desweiteren habe ich nie behauptet, dass das deutsche Bildungssystem gut wäre!
Auch habe ich bereits vorher erwähnt, dass ich der Meinung bin, dass die Stipendien eben nicht häufig bzw. richtig genug eingesetzt werden!
Ich kann mich der Kritik von Paul Ericcson hier eigentlich nur anschließen. Das ach so gelobte Land USA lebt zu einem nicht unerheblichen Teil von den (meist besser) ausgebildeten Akademikern des Auslands. Betrachtet man sich einmal die Publikationslisten (zumindest in der Chemie), so stellt man fest, daß hier meist Post-Docs, die zum Großteil aus Europa oder Asien kommen, die Leistung erbracht haben. Dies sollte man nicht verschweigen.
Zur Aussage: "gute Schüler kriegen auch Stipendien! und vielleicht sollte nicht jeder Studieren?! (wenn ich nen 3,9 im ABI hab ist ein Studium vielleicht nicht die beste Wahl!)" nur folgenden Kommentar. Es gibt in Deutschland eben KEIN funktionierendes Bildungssystem, die Stipendien sind zum Großteil politisch/kirchlich motiviert, bedingen also Mitgliedschaften o.ä. Mit reiner Förderung von fachlich guten Studenten hat das wenig zu tun. Zum anderen: Mein Abi war eine 2,6, also in Ihren Augen wohl auch nicht zum Studium geeignet. Mein Diplom war eine 1,0 und meine Promotion war ebenfalls eine 1,0. Andererseits habe ich während meines Studiums 1er-Abiturienten in den Seminaren unterrichtet, die dumm wie ein Stück Brot waren. Soviel zur Aussagekraft des deutschen Schulnotensystems.
Nebenbei: mit zusätzlich anfallenden Studiengebühren zum normalen Lebensunterhalt hätte ich mein Studium nicht geschafft - ich hab so schon genug dazuverdienen müssen, da meine Eltern leider nicht im Geld schwimmen. In meine Augen sind Studiengebühren ein Verbrechen an der Jugend unseres Landes. Ich sehe lieber einen Studenten zuviel an der Uni, der vielleicht nicht das Zeug dazu hat, als daß ich auch nur einen verliere, der es hätte schaffen können aber aufgrund der Gebühren nicht gemacht hat.
Paging