Zwischen Langeweile und Innovationsdruck: Angestellte leiden unterschiedlich. Nur wenn Vorgesetzte das erkennen, können sie ihnen helfen.
Unsere Arbeitswelt ist im Umbruch. Zahlreiche Trends und Entwicklungen werden in den nächsten Jahren unser Arbeiten nachhaltig beeinflussen. So werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber damit konfrontiert sein, dass die Menschen älter werden und länger arbeiten müssen. Auch der Anteil der Nachwuchskräfte wird sinken. Zudem führen technisch-ökonomische Entwicklungen zu einer weiteren Beschleunigung und zu einer Verdichtung von Arbeit.
Angestellte wollen raus aus dem Hamsterrad. Das geht manchmal mit Balance, manchmal mit Abwechslung. (© Foto: dpa)
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Mehr Arbeit in weniger Zeit
Es gilt: Wir müssen mehr in weniger Zeit tun. Gleichzeitig erfordert der globale Wettbewerb eine kontinuierliche Steigerung der Effizienz und die Verringerung der Kosten. Zugleich muss permanent nach Innovationen gesucht werden, deren Rohstoff das Wissen und die Kompetenz der Beschäftigten ist. Die Herausforderung wird also sein, das Spannungsfeld zwischen produkt- und prozessbedingten Innovationen sowie Effizienzsteigerungen zu bewältigen.
Damit wird klar, dass wir in einer zweigeteilten Arbeitswelt leben. Auf der einen Seite gibt es die "industrialisierte", standardisierte Arbeitswelt, deren Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen durch fortschreitende Rationalisierung und Standardisierung gekennzeichnet sind. Arbeitsabläufe sind mit vielen Routinen und Arbeitsverdichtungen verbunden. Es besteht ein stetiger Druck, noch schneller zu arbeiten. Viele Mitarbeiter sind gezwungen, sich bei jeder Prozessoptimierung die Frage zu stellen, ob ihr Arbeitsplatz danach noch vorhanden ist.
Ständig neue Ideen
Auf der anderen Seite zeigt sich der Trend zur Wissens- und Innovationsgesellschaft. Die Märkte senden an Unternehmen die Signale, dass mehr Innovationen auf Produkt-, Dienstleistungs-, Prozess- und Systemebene gefragt sind.
Neue Ideen, passgenaue Lösungen, kontinuierliche Verbesserungen, hohe Qualität, Schnelligkeit und Wendigkeit sowie Flexibilität gehören zum Arbeitsalltag. Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen weisen also eine hohe Wissensintensität auf und sind in der Regel sehr komplex. Immer mehr Mitarbeiter haben das Gefühl, mit den steigenden Ansprüchen nicht mehr Schritt halten zu können
Öfter mal was Neues
Damit spaltet sich die Belegschaft. In industrialisierten, standardisierten Bereichen müssen Mitarbeiter in Bewegung bleiben. In wissensintensiven Bereichen geht es vor allem darum, die Balance zu halten. Es liegt auf der Hand: Um Gruppen angemessen zu fordern und zu fördern, bedarf es zweier unterschiedlicher Ansätze.
Mitarbeiter, die vor allem Routinetätigkeiten ausüben, unter eher standardisierten Bedingungen arbeiten und deren Arbeitsprozesse von Rationalisierungen betroffen sind, verlieren oft ihre Beschäftigungsfähigkeit. Nichts ist fataler für einen Mitarbeiter, als längere Zeit das gleiche zu tun. "In Bewegung bleiben" setzt hier an. Grundsätzlich lautet das Motto "Öfter mal etwas Neues".
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65. Filmfestspiele Cannes
"Die Autorin ist Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability Ludwigshafen IBE" (Liest sich wie "Hunde-Nanny goes Personalbüro")
Was der Arbeiter, der Angestellte, der Freiberufler braucht, ist ein Arbeitsplatz. Einer, der ihm nicht jeden Tag in Frage gestellt wird. Einer, der ihm Planungsfreiheit, der ihm Sicherheit und die Freiheit zur Beweglichkeit läßt. Einer, in dem er sein Können, sein Talent und seine Fähigkeiten darstellen kann. Einer, der ihm soviel einbringt, dass er seine Familie ernähren und für die Bildung seiner Kinder sorgen kann.
Was er nicht braucht sind Beschäftigungs- und Befindlichkeitsfloskeln, wie der alte Autoreifen im Gorillakäfig. Und schon gar keine guten Ratschläge aus versonnenen PR-Veröffentlichungen einer Self Employability Agency (Selbstbeschäfigungsagentur).
Was die Wirtschaft braucht, sind Funktionsträger, die sie je nach belieben bezahlt und einsetzen kann. Die immer dann da sind, wenns Nutzen bringt und die ganz schnell weg sind, wenns Kosten erzeugt. Am besten die hungrigen vorne weg, die frisch von der Akademie kommen und für nen Traineegehalt mal schnell was neues erfinden oder optimieren. Dann, die die immer da sind - Verwaltungsfuzis und Marketinghaie. Der große Rest am besten als Tagelöhner. Ausbildung soll am besten der Staat komplett übernehmen. Ausbeutung behält sich der Multi weiter vor.
Geht das wirklich zusammen? Und, noch ein Leckerli gefällig?
"Untersuchungen haben gezeigt, dass ein wesentlicher Faktor für Balance und Entschleunigung das Gefühl der Selbstbestimmtheit ist. Handlungsspielräume und offene Führungsstile tragen dazu bei."
Ja, das ist natürlich absolut Richtig. Es ist aber insgesamt wichtig, bei der Arbeitsgestaltung Optimierungskriterien zu finden, die letztlich auf eine höhere Qualität und eine belastungsärmere Durchführung der Arbeit fokussieren. Das heißt auch Weg von Kriterien, die lediglich Kosten und Effizienz insbesondere von einzelnen Mitarbeitern betrachten. Sonst wird es sehr schwierig mit selbstimmter Arbeit, Balance und Integration von älteren Mitarbeitern in die Arbeitsprozesse.