Um Mitarbeiter zu motivieren, braucht es nur Großzügigkeit: Wer ohne Grund beschenkt wird, arbeitet danach deutlich besser.
"Stell' dich nicht so an!", "Was machst du denn jetzt schon wieder?". Jede Mutter weiß, dass sie ihrem Kind mit solchen Bemerkungen nichts Gutes tut. Wer immer nur fertig gemacht wird, entwickelt kein Selbstbewusstsein. Vor lauter Unsicherheit wird er irgendwann nichts mehr zustande bringen - wenn er überhaupt noch Lust dazu hat, es zu versuchen.
Erst das Geschenk, dann die Arbeit: Wissenschaftler haben in einem Feldversuch herausgefunden, dass das zu mehr Leistung führt. (© Foto: iStockphoto)
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Diese simple Erkenntnis ist offenbar noch nicht in die Chefetagen durchgedrungen. Dort wird mit Vorliebe kritisiert. Der jüngste Beweis ist eine Studie über das "Arbeitsklima", die das Marktforschungsinstitut Ifak veröffentlicht hat. Nur 15 Prozent der Deutschen fühlen sich ihrem Arbeitgeber verbunden. Der Rest macht Dienst nach Vorschrift. Den Schuldigen haben die Marktforscher auch gefunden: Es sind die Chefs, die "durch ihr Führungsverhalten eine optimale Entfaltung des vorhandenen Potentials" hemmen. An sich arbeiten die Deutschen gerne. Wenn nur die Vorgesetzten mit ihrer Angewohnheit, nur zu fordern und auf Fehlern herumzuhacken, nicht alles kaputt machen würden. In der Studie gab von den Engagierten jeder Zweite an, dass er regelmäßig Anerkennung erhält, bei den Unmotivierten war es nur jeder Vierzehnte.
Dabei wäre es ungerecht zu behaupten, dass in den Köpfen der Chefs das Thema "Motivation" keine Rolle spielt. Aber es ist eher die Frage nach dem "Wie", die sie beschäftigt. Statt ein einfaches "Danke" auszusprechen, sinnieren sie - gerne mit der tatkräftigen Unterstützung von Beratern - über hochkomplizierte Systeme des Leistungsanreizes.
Einen originellen Vorstoß machte kürzlich die Telekom. Sie plant eine Ruhmesmeile für gute Mitarbeiter. Das Vorbild: der Walk of Fame in Los Angeles. Dem Konzern schwebt vor, Bilder der Auserwählten in einen Marmorboden einzulassen. Dieser Akt soll die Mitarbeiter motivieren und den Service verbessern.
Die meisten Firmen vertrauen lieber auf monetäre Anreize. Sie streichen erst das Urlaubsgeld und vereinbaren dann individuelle Ziele mit den Beschäftigten. Je nach Grad der Erfüllung gibt es dann Boni. Der Haken: Oft durchschauen weder Chef noch Mitarbeiter die Bewertungskriterien. Phantastische Zielerfüllungen von 130 oder 250 Prozent und Gespräche, die der Boss mit "Was nehmen wir uns denn diesmal vor?", beginnt, sorgen eher für Frust statt Lust.
Ja, was denn dann?, fragt sich der lernwillige Vorgesetzte. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (Iza) liefert eine überraschende Antwort: Am besten ist es, einfach dann zu geben, wenn einem danach ist: Der schlaue Chef beschenkt seine Mitarbeiter.
Das Iza hat einen Feldversuch der beiden Wissenschaftler Charles Bellemare und Bruce Shearer veröffentlicht. Dabei wurde kanadischen Arbeitern ohne Grund ein Bonus gezahlt. Ergebnis: Sie arbeiteten alle deutlich besser. Am längsten hielt der Motivationsschub bei langjährigen Mitarbeitern an.
Bevor schlaue Chefs voreilig das Portemonnaie zücken, rät das Institut allerdings zu genauer Kalkulation. Damit die Rechnung aufgeht, sollten sich die Gesamtkosten der Geschenkaktion schließlich unterhalb des zu erwartenden Produktivitätsschubs bewegen. Eine überlegenswerte Alternative liefern übrigens die Marktforscher von Ifak in ihrer Arbeitsklima-Studie. Sie empfehlen, einfach häufiger zu loben. Das kostet überhaupt nichts.
(sueddeutsche.de)
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ausschließlich für Geld und Boni arbeitet oder arbeiten lässt, kann sich andere Verdienstmotivationen kaum vorstellen. Meine Erfahrung ist, je höher das Gehalt und je größer der Wagen, um so mehr wird nach unten gekürzt. Eine meiner Mitarbeiterinnen verdiente letztes Jahr 1.400 brutto (gem. Tarif). Zweischichtig, keine Zulagen. Als ich der Frau das Gehalt erhöhen wollte, ging das nur über den JAhresbonus. Dieser sollte verdoppelt werden. Er lag bis dato auch bei 1.400 pro Jahr. Persönlich konnte Sie aber nur 40% (560 ) beeinflussen. Die restlichen 60% waren Standort und Firmenziele, welche traditionell astronomisch hoch fstgelegt wurden. Real konnte Sie sich also bei guter Leistung nach Jahresablauf weitere 560 verdienen. Das sind satte 3%, aber nur wenn Sie als Mitarbeiterin funktioniert.
Das ganze Bonus-System ist Blödsinn. Dadurch arbeitet bis auf die GF keiner besser, eher fokussiert er sich ausschließlich auf die vereinabrten Ziele, zu Lasten anderer.
....zum Dank dafür, dass man eben in eine neue Servicegesellschaft namens T-Service gesteckt wurde, wo man länger arbeiten darf und zum Dank dafür weniger Geld bekommt.
Peinlich, für wie bescheuert man dort seine Mitarbeiter hält!!
Ein sehr interessanter Artikel von Nicola Holzapfel.
Viele der Herrschaften, die Chefs sind oder sich das einbilden, haben wahrscheinlich nur gelernt, mit Druck zu arbeiten. Aus der Physik wissen wir aber, dass Druck Gegendruck erzeugt. Von Loyalität, die zu den wichtigsten Ressourcen in einem Unternehmen zählen. wollen viele nichts mehr wissen. Diese Loyalität lässt sich erzeugen und steigern, wenn vertrauensvoll und kollegial im Team zusammengearbeitet wird und Ziele gemeinsam formuliert werden, die realistisch sind. Viele werden von Seminar zu Seminar gereicht ohne dass man das Wesentliche erkennt. Leider gibt es heutzutage viel zu viele, die unsicher sind, oder ihren Job nicht richtig beherrschen und das wett zu machen versuchen indem sie Druck aufbauen.
Es gibt zahlreiche Beispiele, wie man durch Benutzung des gesunden Menschenverstandes ausgezeichnete Leistungen erzielt. Wenn die dann auch im Rahmen der Möglichkeiten honoriert werden, entwickelt sich eine eingeschworene Gemeinschaft. Wenn ich allerdings durch Dumpinglöhne die Motivation meiner Mitarbeiter zu heben versuche, wird dies - wenn überhaupt - sich nur kurzzeitig lohnen. Das zu begreifen, wird für viele der smarten Figuren ein schmerzlicher Lernprozess sein. Das alleine ist schon schlimm genug, weil das eigentlich jedes Kind weiß, siehe oben.
Ich muss zur Zeit feststellen, da ich gerade ein neues Projekt von einem scheidenden Mitarbeiter übernommen habe, dass "abgestempelte" Mitarbeiter" plötzlich sehr fleißig und ausdauernd bei der Sache sind, wenn mann hin und wieder zu ihnen hingeht, die Probleme bespricht und auch mal "schulterklopft" und ein "gut gemacht" über die Lippen bringt.
Ich bin gewarnt worden, dass ich mich nur ärgern werde, wenn ich diesem Mann Verantwortung übertrage. Ich konnte das Geenteil beweisen.
Und es war wirklich so einfach wie im Artikel geschrieben, ein einfaches "Danke" und eine menschliche Behandlung, die nicht von oben herab kommt, wirkt Wunder!
in Marmor gemeißelt werden ist ein hervorragendes Mittel, die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu steigern.
Das mag in den USA funktionieren (Gib mir ein T....gib mir ein E....L....E......), aber wie bescheuert müssen die grauen Herren denn eigentlich sein, um nicht verstehen zu können, daß solche Mittel ganz sicher niemanden motivieren ???
Armutszeugnis wurde gestempelt und wird in den nächsten Tagen versandt, auf marmorfarbenem Papier .