Vorteile sehen Kik und andere Firmen jedoch nicht nur in der Ersparnis. Schließlich weiß niemand so gut über seinen Arbeitgeber Bescheid wie die bereits Angestellten. Deshalb vermitteln sie ein authentischeres Bild vom Unternehmen als es jede Stellenanzeige könnte. So wissen die Bewerber gleich, was sie zu erwarten haben und ob der ausgeschriebene Job wirklich zu ihnen passt, die Quote der Fehlbesetzungen sinkt.
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Matthias Busold, Seniorconsultant bei der Personalberatung Kienbaum, sieht die Kopfprämien jedoch deutlich kritischer. "Auf den ersten Blick können alle Beteiligten davon nur profitieren", erklärt er. "Der Werbende bekommt die Prämie, der Bekannte einen neuen Job, das Unternehmen einen Mitarbeiter." Doch was passiere, wenn die Vermittlung fehlschlage? "Das fällt auf den Werbenden zurück, seine Position im Unternehmen wird geschwächt und alle anderen sind unzufrieden."
Busold rät davon ab, sich zu sehr auf die firmeneigenen Headhunter zu verlassen und warnt vor einer regelrechten Jagd auf Prämien. "So ein Bonus ist schnell mitgenommen, aber über das Danach machen sich die Werbenden oftmals wenig viel Gedanken."
Wenn Mitarbeiter nur noch Freunde, Nachbarn und Mitglieder des eigenen Fußballklubs empfehlen, könne zudem könne die Vielfalt innerhalb der Belegschaft leiden. "Für ein Team ist es sicherlich hilfreich, wenn sich die Mitglieder gut verstehen. Aber Cliquenbildung im Unternehmen ist kontraproduktiv", meint Busold. Auch könne es nicht im Sinne des Unternehmens sein, wenn im Vorfeld einer Werbung sensible Daten, etwa über das Gehalt, ausgetauscht würden.
Für die werbenden Mitarbeiter aber ist die Wiedergeburt der Prämien-Programme auf jeden Fall ein Erfolg: Wer über Alumni-Programme, BWLer-Stammtische oder Xing ohnehin ein aktiver Netzwerker ist, kann von den Kontakten nun auch finanziell profitieren. Und Kollegen, die sich im Zweifel loyal verhalten, weil sie dem anderen den Job verdanken, sind für die Karriere nicht das schlechteste.
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(sueddeutsche.de/mri)
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Und heute?
Bekommen die "Chefs" Prämien um sie los zu werden.