Der Fachkräftemangel zahlt sich für Angestellte aus: Auf der Suche nach qualifiziertem Personal bieten Unternehmen wieder Prämien für jeden neuen Mitarbeiter. Für erfolgreiche Werbung gibt es neben Geld sogar Reisen oder Autos.
Wer einen kennt, der einen kennt, kommt schneller zum Traumjob. Nur noch 30 Prozent aller Stellen werden über die klassische Stellenanzeige besetzt. Für alle anderen gilt: Was zählt, sind Kontakte.
Prämie für jeden neuen Kollegen: Private Headhunter befördern die Cliquenbildung. (© Foto: iStock)
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Bisher profitierte von diesem System nur der Bewerber, doch "Mitarbeiter werben Mitarbeiter"-Programme boomen. Dank der Prämienmodelle haben jetzt auch diejenigen etwas davon, die Freunden und Bekannten den neuen Job verschaffen. Bis zu 3000 Euro zahlen Unternehmen mittlerweile für qualifiziertes Personal - ein nettes Extra zusätzlich zum Gehalt.
Diese Sonderboni zu verdanken haben Netzwerker dem Fachkräftemangel: Er kostet die deutsche Wirtschaft jährlich 18,5 Milliarden Euro. Gut ausgebildete Akademiker sind auf dem Markt mittlerweile rar. Die Resonanz auf Stellenanzeigen ist gering, selbst Headhunter können nicht mehr genügend Leute rekrutieren.
Bei zehn Vermittlungen ein Smart
So besinnen sich Firmen wieder auf das eigene Personal. Auf dem Höhepunkt der New Economy, als Start-ups im Silicon Valley sogar Ferraris für fähige Programmierer auslobten, erlebten die Kopfgeld-Modelle ihre erste Hochzeit. Nun beleben Recruiter die Idee neu.
Das Prinzip ist simpel: Die Personalabteilung fordert Mitarbeiter im Intranet, per Mail oder auf eigens organisierten Veranstaltungen auf, gute Kandidaten für offene Stellen zu suchen. Stellt das Unternehmen dank einer solchen Vermittlung tatsächlich jemanden ein, erhält der Werbende eine Prämie oder ein Geschenk. Bei der Wirtschaftsprüfung KPMG bekommen Angestellte bei fünf erfolgreichen Empfehlungen pro Jahr eine einwöchige Reise spendiert. Der Textildiscounter Kik lässt bei zehn Vermittlungen sogar einen Smart springen.
Bisher hat die Firma zwar nur einen Kleinwagen bezahlen müssen, das Programm laufe aber sehr erfolgreich, sagt Pressesprecherin Aniko Nadine Kalle. Für Kik sind die firmeneigenen Headhunter eine kostengünstige Alternative zu Stellenanzeigen, die das Unternehmen deutlich mehr kosten würden.
Auf der nächsten Seite: Die Nachteile der firmeneigenen Headhunter.
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Bekommen die "Chefs" Prämien um sie los zu werden.