Jeder tritt mal ins Fettnäpfchen. Meistens ist nichts weiter dabei, manchmal wird man den Fauxpas jedoch nie mehr los. Wie es Schlaue schaffen, davon sogar zu profitieren.
Kyra Phillips verhielt sich nicht anders als viele andere auch. Sie lästerte. Über ihre Schwägerin. Dennoch kam sie damit in die Schlagzeilen: Phillips ist Moderatorin bei CNN und vergaß, das Mikro auszustellen bevor sie über ihre Verwandte herzog ("Ein Kontrollfreak"). Als wäre das nicht schlimm genug, war sie währenddessen auch noch auf der Toilette. Ein Missgeschick dieser Dimension erschreckt selbst Unbeteiligte: Gott, wie peinlich! Keinesfalls möchte man in ihrer Haut stecken.
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Auch Weltbankchef Paul Wolfowitz, der bei einem Moschee-Besuch seine löchrigen Socken zur Schau stellen musste, hat zwar viel Spott auf sich gezogen. Aber mancher Beobachter fühlte geradezu mit: Der arme Mann! Wie gut, dass es einem selbst nicht passiert ist.
Jeder hat so seine Erfahrung mit peinlichen Momenten. Die Welt ist voller Fettnäpfchen und die Berufswelt erst recht. Im Vorstellungsgespräch redet man vor lauter Aufgeregtheit den Personalleiter falsch an. Bei der Präsentation hat man alle Unterlagen vergessen und beim Mittagessen schüttet man dem Vorgesetzten den Salat über die Hose.
So sehr man selbst unter diesen Missgeschicken leidet: Meistens ist es mit einer Entschuldigung getan. Es wird wieder Gras über die Sache wachsen. Und wenn die Anwesenden oder Betroffenen höflich sind, reiten sie auf dem Fauxpas auch nicht lange herum. Aber trotzdem: Wie schrecklich! Man möchte es, bitte, nie mehr erleben müssen.
Gut, wenn es gelingt,selbst in peinlichen Momenten den Humor zu bewahren. Nachrichtensprecher machen es vor. Jens Riewa nahm es zum Beispiel mit einem Lächeln als er vor aller Welt bekennen musste "Tut mir leid. Ich kann meine eigene Schrift nicht lesen." Auch Susanne Daubner bewies Humor. Allerdings hatte ja auch nicht sie selbst etwas angestellt, sondern der Putzmann: Er tauchte just in dem Moment im Bild auf, als die Tagesschau auf Sendung ging.
Manche beweisen aber nicht nur Humor und Größe, indem sie ihre Missgeschicke in Würde hinnehmen. Öffentlichkeits-Profis wissen sie auch noch für ihren eigenen Erfolg zu instrumentalisieren. So wie Naomi Campbell. Als sie auf dem Laufsteg stürzte, war das für ein Model ein durchaus peinlicher Moment. Doch dem Ruhm der Schönen tat es keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wenn seither ein Model stürzt, verdreht es beglückt die Augen und haucht: Wie Naomi ...
Oder James Bond. Während der Dreharbeiten gelangte über den neuen Darsteller Daniel Craig eine peinliche Meldung nach der anderen an die Öffentlichkeit. Er trug eine Schwimmweste auf einem Ausflugsboot auf der Themse. Er konnte Bonds Wagen nicht steuern, weil er nur Automatik beherrschte. Er tat sich weh... Kritiker des blonden Bond liefen schon zur Höchstform auf. Das sollte ein neuer 007 werden?! Ja. Am Ende entstieg aus all den Peinlichkeiten ein neuer, weil verletzlicher Bond.
Für alle Fettnäpfchen-Treter ist Craig damit das perfekte Vorbild, das zeigt: Peinlichkeit müssen nicht zum Image-Schaden führen. Man muss nur wissen, wie man sie nimmt.
(sueddeutsche.de)
Moderne Verwaltung
... WIE nimmt man sie?
Hier wäre der Artikel interessant geworden, denn die Videos kenne ich auch schon.