Kein Institut neben dem Erotikshop
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Cornelia Sussieck stimmt ihm zu. Auch sie ist daran interessiert, dass der Nachhilfemarkt sein ungutes Image ablegt, schon um dem Schwarzmarkt, der mit den kommerziellen Anbietern konkurriert, zu schaden. Der Bundesverband verpflichtet seine Mitglieder formal auf einen Qualitätskatalog mit 19 Kriterien. Der reicht von hellen, renovierten Unterrichtsräumen über verständliche Geschäftsbedingungen bis zu regelmäßigen Fortbildungen für Lehrkräfte. Nach den Angaben der VNN-Vorsitzenden ist die Hälfte des institutionalisierten Nachhilfemarktes im Verband organisiert. Trotzdem konnte Sussieck, die gleichzeitig Vorsitzende des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung für Nachhilfe (INA) ist, erst 25 Schulen dessen Siegel verleihen.
Die Marktführer zumindest bemühen sich um nachgewiesenes Qualitätsmanagement. Der TÜV Rheinland hat bisher 600 der mehr als tausend Studienkreis-Filialen zertifiziert. 560 der 1100 Schülerhilfe-Niederlassungen haben sich der Kontrolle des TÜV Nord unterzogen. Diese Prüfungen fragen einen breiten Kriterienkatalog ab: Von der fachlichen und pädagogischen Eignung der Lehrkräfte über die Erreichbarkeit der Leitung bis zur räumlichen Nähe des Instituts zu Spielhallen oder Erotikshops.
Der Markt ist aber weit davon entfernt, in der Breite kontrolliert zu sein. "Zwei Drittel der Nachhilfe-Institute arbeiten mit unzulänglichen Methoden", argwöhnt Werner Kinzinger von der Verbraucherschutzorganisation Aktion Bildungsinformation (ABI) in Stuttgart. Auch TÜV-Siegel bewahren nicht vor Geschäftspraktiken, die aus Kinzingers Sicht zwar rechtlich zulässig, aber nicht akzeptabel sind. Er kritisiert zum Beispiel, dass Studienkreis und Schülerhilfe eine Vertragsbindung von mindestens sechs Monaten voraussetzen. Wenn Schüler mit einem Nachhilfe-Institut nicht zurechtkämen, würden sie schnell zu zahlenden Karteileichen. Viel sinnvoller sei neben kostenlosem Probeunterricht eine Kündigungsfrist von einem oder maximal drei Monaten. "So muss sich mein Institut wirklich Mühe geben, um mich zu halten."
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(SZ vom 16.10.2008/bön)
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Letzlich sind ein großteil der Nachhilfeinstitute ein Beitrag zum Geldvernichten. Der Nutzen von Nachhilfe liegt oft darin, dass sich der Schüler in diesen 45 Minuten intensiv mit der Materie beschäftigt. Dies ist in dem weitverbreiteten Gruppenunterricht nicht gegeben - wie es auch im Gruppenunterricht Schule nicht gegeben ist.
Insofern verblüfft es wenig, dass der Nachhilfeunterricht bei älteren Schülern meist erfolgreicher als der bei Instituten ist - wo die aber mit ihrer Lobbymacht nichts von wissen wollen. Auch für den TÜV ist Schülernachhilfe ein schlechtes Geschäft da es hier nichts zu zertifizieren gibt...
Ansonsten sollte allerdings auch einige Eltern überlegen ob sie Ihren Kindern nicht ach freiräume lassen, anstatt aus einer 3+ unbedingt eine 2 machen zu wollen.
Ich habe gute Erfahrungen mit KUMON gemacht, hier kann man monatlich kündigen, die Preise sind moderat. Außerdem bessser als Nachhilfe: Ich bin als Vater eingebunden und sehe, was mein Kind jeden Tag macht.
... vor fast 40 Jahren in BY ein Abitur gemacht, das seinen Namen verdiente. Mein Frust rührt aus den Erfahrungen mit unseren Kindern am bayerischen Gymnasium. Daran ändern auch die roten Stricherln nichts, die vermutlich a) von Lehrern und b) von Leuten kommen, die ihre Erfahrungen erst noch machen werden.
In der Tat können die Kunden von Nachhilfe-Angeboten einfach wechseln, wenn das Angebot nichts taugt. problematisch erscheint die Dimension, die dieses Geschäft mit den berechtigten Ängsten der Eltern um die Zukunft ihrer Kinder angenommen hat.
Viel besser wäre es, wenn die Schulen allen Kindern individuelle Lernangebote machten, die sie zu besseren Leistungen befähigen. Dazu müsste das Geld in die Ganztagsschule investiert werden, anstatt bei z.T. dubiosen Instituten zu landen.
Lieber Herr General, Sie scheinen mir eine schwere Kindheit gehabt zu haben.
Was mich aber eigentlich aufregt, ist dieses ständige Gequatsche von mehr und regelmäßigen Fortbildungen für Lehrkräfte. Ja muss denn ein Mathematiklehrer in einem Nachhilfeinstitut jedes halbe Jahr auf eine Fortbildung, um dem 7.-Klässler das Dreisatzrechnen zu erklären???
Früher hat das der Vater oder die Mutter gemacht! Die waren auch nicht alle zwei Wochen auf einer Fortbildung. Und im Übrigen wissen die Kinder sehr gut, ob sie bei jemanden etwas lernen oder nicht. Dann können Sie ja zu einem anderen Institut gehen.
Fordern Sie doch mal regelmäßige Fortbildung von Bankern. Im Vergleich dazu verstehen Lehrkräfte nämlich etwas von Ihrem Fach.
Paging