Arbeitgeber fordern Flexiblität und Mobilität. Die deutschen Arbeitnehmer beherzigen das: Sie arbeiten wieder länger und pendeln häufiger mit dem Auto ins Büro. Die Chefetagen sind nicht so flexibel, vor allem, wenn es um weibliche Karrieren geht.
Der vor 14 Jahren einsetzende Trend zu immer kürzeren Wochenarbeitszeiten ist gebrochen. 2004 stieg die Zahl der Arbeitsstunden erstmals wieder an.
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Nach dem am Dienstag in Berlin vom Statistischen Bundesamt vorgestellten Mikrozensus erhöhten sich die Wochenstunden westdeutscher Männer von 40 auf 40,3 Stunden, die ihrer ostdeutschen Kollegen von 39,8 auf durchschnittlich 40,1 Stunden. Bei den Frauen blieb die Arbeitszeit in Ost und West gleich. Sie lag aber wegen des hohen Anteils der Teilzeitarbeit deutlich niedriger.
Einen Zuwachs gab es auch bei der Zahl der Autofahrer unter den Berufspendlern. Ihr Anteil stieg seit 1996 leicht von 65 auf 67 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter ermittelte, wird der Pkw umso häufiger genutzt, je höher das Einkommen ist. Von den Pendlern mit einem Monatsnettoeinkommen ab 2900 Euro fuhren sogar 78 Prozent mit dem Wagen zur Arbeit.
Frauen fahren öfter öffentlich
Mit steigendem Einkommen werden auch längere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsort in Kauf genommen.
Leicht gesunken ist dagegen die Zahl der Fußgänger oder Fahrradfahrer von 19 auf 18 Prozent. Relativ stabil blieb der Pendleranteil des öffentlichen Nahverkehrs mit 11 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent 1996. Mit der Eisenbahn fuhren weiterhin zwei Prozent zur Arbeit.
Frauen nutzen laut Mikrozensus mit 16 Prozent deutlich öfter öffentliche Verkehrsmittel als Männer (zehn Prozent). Frauen gehen auch häufiger zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad. Dabei gibt es auch hier einen Zusammenhang zwischen Wegstrecke und Verkehrsmittel. 59 Prozent der Frauen legen Wege von weniger als zehn Kilometern zum Arbeitsplatz zurück, während dies nur auf 46 Prozent der Männer zutrifft.
Frauen immer noch seltener in der Chefetage als Männer
Der zweite Schwerpunkt des Mikrozensus lag auf der Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen. Das weibliche Geschlecht steigt in Deutschland nach wie vor seltener in die Chefetage auf als Männer. So stellen Frauen zwar 47 Prozent aller Angestellten, ihr Anteil an den Führungskräften beträgt jedoch nur 33 Prozent.
An Topposten wie Geschäftsführer oder Direktoren haben Frauen danach sogar nur einen Anteil von 21 Prozent. Karrierehindernisse sind unter anderem Kindererziehung und Teilzeitarbeit.
Besonders bei den 30- bis 44-jährigen Frauen zeigt sich laut Mikrozensus, dass sie beruflich besonders gut positioniert sind, wenn sie keine Kinder betreuen. In dieser Altersgruppe sind 21 Prozent der erwerbstätigen Frauen ohne Kinder Führungskräfte.
Beim Mikrozensus vom März 2004 wurde ein Prozent der Bevölkerung befragt.
(sueddeutsche.de/dpa/AP)